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München - Brock Lesnar kriegt bei WWE für Wrestling-Verhältnisse ein Mega-Gehalt, obwohl er in Teilzeit arbeitet. SPORT1 erklärt, was hinter den Privilegien steckt.

Warum er? Es ist die Frage, die sich viele WWE-Fans immer wieder stellen, wenn die Rede auf Brock Lesnar kommt.

Seit vielen Jahren hat der Mann, der 2014 die legendäre WrestleMania-Siegesserie des Undertaker beendete, bei der Wrestling-Liga einen Sonderstatus. Regiert immer wieder als WWE und Universal Champion. Kassiert das dickste Gehalt - für weniger Arbeit.

Der amtierende WWE-Champion Lesnar kämpft nur in Teilzeit, zu besonderen Anlässen, weitaus seltener als seine Kollegen, die teils um die 200 Matches pro Jahr bestreiten. Bei den wöchentlichen TV-Shows fehlt der frühere Schwergewichts-Champion der UFC immer wieder wochen-, teils monatelang.

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Wie passt das zusammen? Was steckt hinter den Privilegien, die das "Beast Incarnate" genießt? Um es zu verstehen, muss man Lesnars Vorgeschichte kennen.

Brock Lesnar verließ WWE 2004, schwer zermürbt

Der junge Lesnar (geboren am 12. Juli 1977 in Webster, South Dakota) war bereits zwischen 2002 und 2004 ein Topstar bei WWE, wurde in Rekordzeit zum Champion aufgebaut, durfte Hulk Hogan ebenso besiegen wie The Rock und den Undertaker, schien auf dem Weg, zum absoluten Aushängeschild zu werden.

Völlig überraschend verließ Lesnar WWE im Frühjahr 2004 allerdings - und versuchte einen späten Neustart als Footballer mit NFL-Ambitionen. Ein wesentlicher Grund für den Karriere-Schwenk: Lesnar war völlig zermürbt vom körperlich und psychisch zehrenden Tour-Alltag bei WWE - und auf Selbstzerstörungskurs.

"Ich bin kein Mann für den Highway. Ich bin kein Mann, der jede Nacht in einem Hotelzimmer schlafen kann, kein Mann, der jeden Tag ein Flugzeug besteigen kann", berichtete Lesnar 2016 bei ESPN. Nach eigenen Angaben ist Lesnar abhängig von Alkohol und Schmerzmitteln geworden: "Um mit allem fertig zu werden, waren meine besten Freunde Wodka und Vicodin." Gerade auch seine berühmte, missglückte Shooting Star Press bei WrestleMania XIX gegen Kurt Angle - bei der Lesnar mit voller Wucht auf dem eigenen Nacken landete - hätte schlimme Schmerzen zur Folge gehabt, die auf gefährlichem Weg betäubt hätte.

Nach eigenen Angaben hat Lesnar infolge seiner Sucht- und Stressprobleme praktisch keine Erinnerungen mehr an seine ersten zwei WWE-Jahre.

Großer Erfolg als MMA-Kämpfer bei der UFC

Lesnars Traum von der Zweitkarriere in der NFL konnte er sich nicht erfüllen, startete dafür schließlich als MMA-Kämpfer durch.

Der erfolgreiche College-Amateurringer war für die UFC ein enormes Zugpferd, als er in seinem vierten Fight Randy Couture 2009 bei UFC 91 besiegte und den Schwergewichts-Titel gewann, bewies er, dass er auch als echter Kämpfer im Octagon eine Macht war.

Wissenswertes zum Thema Wrestling

Obwohl Lesnar den Titel 2010 an Cain Velasquez (der ihm später zu WWE folgte) wieder verlor, hatte er neue Glaubwürdigkeit gewonnen - von der er enorm profitierte, als ihn sein Weg 2012 doch wieder zurück zu WWE führte.

Auch nach seinem WWE-Comeback 2012 stiegen die Kaufraten der ersten Pay Per Views mit seiner Beteiligung sprunghaft an. Und Lesnar verstand es, seinen Marktwert für sich umzumünzen.

Mega-Gehalt als Wrestling-Star

Immer wieder erwies sich Lesnar als knallharter und schlauer Verhandler (seine Deals laufen entgegen der üblichen Gepflogenheiten über WWE-Boss Vince McMahon persönlich).

Lesnar bestand erfolgreich darauf, sich die Tour-Mühle nicht mehr antun zu müssen, kämpft nur bei ausgewählten, wichtigen Shows und hat damit mehr Zeit für die Familie - er ist verheiratet mit Ex-WWE-Wrestlerin Sable (ehemals: Rena Mero), hat mit ihr zwei Söhne, dazu Zwillinge (Tochter und Sohn) aus einer früheren Beziehung.

Auch von Doping-Tests bleibt Lesnar übrigens verschont - was 2016, als er bei einem einmaligen UFC-Comeback mehrfach positiv getestet und gesperrt wurde, negativ auf WWE zurückfiel.

Sein Gehaltsniveau liegt dafür weit über dem WWE-Durchschnitt: 2018 schätzte Forbes sein Jahresgehalt auf 6,5 Millionen Dollar - höher als das von Roman Reigns, dem Topverdiener unter den Vollzeitstars (4,3 Millionen).

Durch einen neuen Verhandlungspoker im Jahr darauf, in dem Lesnar zum wiederholten Mal mit einem erneuten UFC-Comeback flirtete, könnte sein Salär seitdem sogar noch gestiegen sein.

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