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Jaxson Ryker ist bei WWE SmackDown Teil der Forgotten Sons
Jaxson Ryker ist bei WWE SmackDown Teil der Forgotten Sons © WWE
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München - Wrestler Jaxson Ryker twitterte sich mit einem Loblied auf Donald Trump bei WWE ins Abseits. Nun ist er in neuer Rolle zurück - ohne die bisherigen Partner.

Die gesellschaftliche Spaltung in den USA, die durch den Tod von George Floyd in diesem Jahr offensichtlicher und wohl noch tiefer geworden ist, ist auch in der Wrestling-Welt sichtbar geworden - und hat zu Konsequenzen geführt.

Anfang Juni hatte in frisch debütierter WWE-Kämpfer zahlreiche Kollegen mit einem Statement zur aktuellen politischen Lage gegen sich aufgebracht.

Jaxson Ryker, damals bei der TV-Show Friday Night SmackDown als Teil der Gruppierung "The Forgotten Sons" aktiv, hatte bei Twitter Noch-Präsident Donald Trump in einer Weise bejubelt, die auch seine eigenen Teampartner dazu brachte, sich von ihm zu distanzieren.

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Der Riss, der sich auftat, war offensichtlich nicht zu kitten: Das Trio wurde erst monatelang aus dem Programm genommen und nun getrennt. Nachdem am Wochenende zunächst Rykers Partner Wesley Blake und Steve Cutler neue Rollen an der Seite von King Corbin bekamen, ist Ryker nun beim Taping für die Ergänzungsshow Main Event wieder aufgetaucht. Er war dort an der Seite des Musiker-Charakters Elias zu sehen.

Was war der Grund für das Zerwürfnis?

Jaxson Ryker mit Loblied für Donald Trump

"Dankbar für den Präsidenten, den wir haben. Gott segne Amerika. Auf Freiheit gebaut", hatte der inzwischen 37 Jahre alte Ryker im Juni getwittert - und den Standardsatz der Forgotten Sons angeschlossen, "Forgotten no more".

Die rückhaltlose Unterstützung für Trump und seinen umstrittenen Konfrontationskurs gegen die aktuellen Anti-Rassismus-Proteste waren dabei die eine Sache. Dass "Built on Freedom" in diesem Kontext blanker Hohn für die afroamerikanische Minderheit ist, wenn man sich die Geschichte der Sklaverei und der Rassentrennung in Erinnerung ruft, schien Ryker nicht bewusst zu sein oder nicht zu interessieren.

Auch wenn die gute Beziehung von Trump und WWE-Boss Vince McMahon wohlbekannt ist: Unter den Wrestlerinnen und Wrestlern ist das Meinungsbild vielfältiger - und Ryker bekam es zu spüren.

Kevin Owens: "Absolut erbärmlich"

"Dass du deine beschissene Wrestling-Catchphrase inszenierst, während gerade solche Dinge passieren, finde ich absolut erbärmlich", kommentierte der frühere Universal Champion Kevin Owens. "Während schwarze Schwestern und Brüder weinen, lobst du jemanden, der sich weigert, ihren Schmerz anzuerkennen", kritisierte auch Mustafa Ali, der zum wrestlenden Systemkritiker gewandelte Ex-Polizist.

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Auch andere WWE-Performer wie Sami Zayn und Ricochet sowie auch Stars des Konkurrenten AEW wie Hangman Page und Joey Janela äußerten ihr Unverständnis. Fast noch vielsagender: Cutler und Blake, Rykers Partner, distanzierten sich (Cutler direkt, Blake indirekt) und posteten stattdessen die Hashtags #BlackLivesMatter und #JusticeForGeorgeFloyd.

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Uneingeschränktes Lob kam dagegen, naturgemäß, von Trumps Sohn Donald Trump Jr.:

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WWE mit zwiespältiger Haltung

Einen Gefallen hat Ryker (bürgerlich: Chad Lail) sich und seinem Team mit dem Post dennoch nicht getan: Zum einen ist Kollegen-Respekt im Wrestling eine wichtige Währung, zum anderen passte die Art und Weise auch nicht in die offizielle Haltung der WWE-Führung.

Trotz der Bande zu Trump thematisiert ihn WWE ihn und seine Wrestling-Auftritte seit der Wahl 2016 nicht mehr in ihrem Programm, um politische Angriffsfläche zu vermeiden. Auch in der aktuellen Debatte mühte WWE sich mit einem recht allgemein gehaltenen Statement gegen Rassismus und Gewalt allen Seiten gerecht zu werden.

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Dass Ryker seine persönliche Ansicht mit der Catchphrase seines WWE-Charakters vermischte, passte nicht in den Geist der von WWE getroffenen Regelung.

Rykers Weltbild dürfte festgefügt sein, wie ein Facebook-Post von 2019 nahelegt, der im Zuge der Kontroverse neue Aufmerksamkeit erhalten hatte. Er sprach darin vom "Black-Lives-Matter-Müll" ("black lives matter garbage") und riet den Afroamerikanern allen Ernstes: "Seht euch den Film '12 Years a Slave' an und macht euch klar, wie gut ihr alle es heute habt."

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