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Der Fall Caster Semenya schlägt weiter hohe Wellen
Das Urteil im Fall Caster Semenya schlägt weiter hohe Wellen © Getty Images
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Der Weltärztebund warnt vor den Auswirkungen des Urteils im Fall Caster Semenya und fordert Mediziner auf, sich nicht an der Umsetzung der Maßnahmen zu beteiligen.

Der Weltärztebund WMA hat vor den Auswirkungen des Urteils im Fall Caster Semenya gewarnt und Mediziner aufgefordert, sich nicht an der Umsetzung der umstrittenen Maßnahmen zu beteiligen.

Jeder dahingehende Versuch sei ein Verstoß gegen den Ethik-Code, sagte der deutsche WMA-Vorsitzende Dr. Frank-Ulrich Montgomery im Gespräch mit der australischen Rundfunkgesellschaft ABC.

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hatte den Einspruch von 800-m-Olympiasiegerin Semenya gegen eine neue Regel des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF am 1. Mai abgewiesen – obwohl der CAS selbst die Richtlinie als "diskriminierend" bezeichnete.

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Laut dieser Regel müssen Frauen auf den Strecken 400 m bis eine Meile ab dem 8. Mai einen Testosteronwert von fünf Nanomol pro Liter einhalten. Liegen sie darüber, müssen sie diesen Wert medikamentös senken.

Weltärztebund reagiert ablehnend

Die WMA lehnt das strikt ab. "Wir halten es für sehr bedenklich, wenn ein internationales Sportreglement Ärzten vorschreiben will, Athleten Hormonpräparate zu verschreiben, um die normalen Vorgänge in ihrem Körper zu verändern", sagte Montgomery.

Kein Mediziner könne gezwungen werden, derlei Präparate zu verordnen, "und wir rufen all unsere Kollegen dringend auf, sich dagegen zu wehren und auch zu weigern".

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Die Grundlage des Ethik-Codes in der Medizin sehe vor, "niemals jemandem vorsätzlich zu schaden, und es ist ein großer Schaden, wenn man einem völlig normalen Organismus, der lediglich einen zu hohen Testosteronspiegel aufweist, Medikamente zuführt, nur um diesen Spiegel für einen sportlichen Wettkampf zu senken".

Montgomery lässt auch das Argument der Chancengleichheit nicht gelten. "Der nächste Schritt ist dann vielleicht, dass Basketballer über 2,25 m Körpergröße durch einen chirurgischen Eingriff kleiner gemacht werden müssen, weil sie sonst einen Wettbewerbsvorteil hätten", sagte der 66-Jährige.

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