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First Move Ceremony of the Championship Match 2018
Titelverteidiger Magnus Carlsen muss bei der Schach-WM hart kämpfen © Getty Images
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Nächster Patt bei der Schach-WM: Magnus Carlsen gelingt gegen Fabiano Caruana nur ein Remis. Seine Überraschung brachte der Norweger unverblümt zum Ausdruck.

Titelverteidiger Magnus Carlsen muss bei der Schach-WM in London weiter auf seinen ersten Sieg warten.

Der 27-jährige Norweger, der am Samstag mit den weißen Steinen spielte, und sein Herausforderer Fabiano Caruana (USA) einigten sich auch in der zweiten Partie nach rund drei Stunden auf ein Remis. Das nächste Duell findet am Montag (16.00 Uhr) nach einem Ruhetag statt.

Carlsen versuchte gar nicht erst, seine Überraschung zu verbergen. "Ich habe gedacht: Oh Mist", sagte der Schach-Weltmeister - jugendfrei übersetzt. Mit einem ungewöhnlichen Turmzug hatte Herausforderer Fabiano Caruana den Titelverteidiger zuvor in der zweiten WM-Partie in arge Bedrängnis gebracht. "Das war sehr ungemütlich. Und ich war nicht vorbereitet", betonte der Norweger, der sich letztendlich aber noch zur Punkteteilung retten konnte.

Es war das zweite Remis in der zweiten Begegnung, 1:1 steht es zwischen den beiden besten Schachspielern der Welt. Doch schon jetzt ist klar: Das auf zwölf Partien angesetzte Duell im Holborn College in London verspricht, die im Vorfeld hohen Erwartungen zu erfüllen. Die Kontrahenten schenkten sich bereits zu Beginn nichts.

Zweitlängstes WM-Duell der Geschichte

Carlsen eröffnete die Begegnung klassisch mit dem Doppelschritt des d-Bauern und dem Damengambit, Caruana wählte die Ablehnung des Gambits. Hatte Carlsen seinen Herausforderer in der Auftaktpartie noch mit seinem aggressiven Spiel stark unter Druck gesetzt und den Sieg mehrmals aus der Hand gegeben, so hatten die beiden am Samstag keine große Mühe, das Remis zu erreichen.

Wie schon am Vortag kam es zum Turmendspiel, trotz des Mehrbauers von Caruana meisterte Carlsen die Rolle des Verteidigers souverän.

Im Vergleich zur ersten Partie waren die beiden Kontrahenten am Samstag deutlich schneller. Zum Auftakt hatten sich Carlsen und Caruana erst nach sieben Stunden auf ein Remis geeinigt. Mit 115 Zügen war es das zweitlängste WM-Duell der Geschichte, nur die fünfte Partie zwischen Anatoli Karpow und Viktor Kortschnoi 1978 (Remis nach 124 Zügen) war länger.

Carlsen zweitjüngster Weltmeister

Carlsen hatte sich 2013 mit 22 Jahren zum zweitjüngsten Weltmeister der Geschichte gekrönt und hat seinen Titel seither zweimal erfolgreich verteidigt. Er führt seit 2011 die Weltrangliste an, Caruana liegt hinter ihm auf Platz zwei und setzte sich im März beim Kandidatenturnier in Berlin gegen sieben Kontrahenten durch.

Das Preisgeld bei der bis zum 28. November angesetzten Veranstaltung beträgt eine Million Euro. Gespielt werden maximal zwölf Partien mit regulärer Bedenkzeit, wobei das Eröffnungsrecht jeweils wechselt.

Für einen Sieg gibt es einen Punkt, bei Remis erhalten beide Kontrahenten jeweils einen halben. Erreicht ein Spieler vorzeitig 6,5 Zähler, ist das Duell beendet. Bei Gleichstand nach dem zwölften Spiel wird, wie bei der WM 2016 zwischen Carlsen und dem Russen Sergej Karjakin, ein Tiebreak mit verkürzter Spielzeit gespielt.

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