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Russische Athleten bei den Olympischen Winterspielen
Russische Athleten bei den Olympischen Winterspielen © Getty Images
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Nach dem Hochladen von Daten mit einem Volumen von über 24 Terrabyte, kann die WADA nun damit beginnen, Moskauer Labortests der vergangenen Jahre zu rekonstruieren.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) macht nur langsam Fortschritte bei der Aufarbeitung der Daten aus dem Moskauer Kontrolllabor. Wie die WADA mitteilte, ist das Hochladen der im Januar gewonnenen Dateien aus dem sogenannten Laboratory Information Management Systems (LIMS) abgeschlossen. Die Daten umfassten ein Volumen von 24 Terabyte, das entspricht etwa 400.000 Stunden Musik beziehungsweise die Speicherkapazität von 5200 DVDs.

"WADA-Experten können nun mit Unterstützung externer Forensik-Experten die Daten detailliert prüfen, um sicherzustellen, dass sie vollständig und authentisch sind", teilte die Organisation mit. Für Upload und Auswertung veranschlagt die WADA einen Zeitraum von "zwei bis drei Monaten".

Aufschluss über Doping russischer Athleten?

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Der deutsche WADA-Chefermittler Günter Younger sprach von insgesamt 1,5 Millionen Dateien und fügte an: "Obwohl dies eine riesige Herausforderung ist, sind wir zuversichtlich, dass wir feststellen können, ob etwas fehlt oder nicht ist, wie es sein sollte. Wenn wir überzeugt sind, dass die Daten authentisch sind, werden wir in der Lage sein, in die nächste Phase überzugehen und die verschiedenen Sport- und anderen Anti-Doping-Organisationen dabei zu unterstützen, Anklage gegen die Betrüger zu erheben."

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In dem Datensatz enthalten sind alle Doping-Testdaten zwischen Januar 2012 und August 2015. In diesem Zeitraum sollen im Moskauer Labor systematisch positive Tests vertuscht worden sein. Mit den Daten sollen individuelle Verfahren gegen russische Athleten möglich sein. Experten halten es für möglich, dass bis zu 600 Fälle resultieren könnten.

Ein Expertenteam der WADA hatte die Daten erst im zweiten Anlauf in Januar erhalten. Kurz vor Weihnachten hatten die Wissenschaftler das Kontrolllabor noch mit leeren Händen verlassen müssen, da die technische Ausrüstung nicht nach russischem Recht zertifiziert gewesen war.

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