vergrößernverkleinern
Jurij Ganus muss bei der russischen Anit-Doping-Agentur seinen Hut nehmen
Jurij Ganus muss bei der russischen Anit-Doping-Agentur seinen Hut nehmen © Imago
Lesedauer: 2 Minuten
teilenE-MailKommentare

Jurij Ganus wird als Chef der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA abgesetzt. Gegen ihn stehen schwere Vorwürfe im Raum.

Der russische Anti-Doping-Chef Jurij Ganus ist am Freitag aufgrund fragwürdiger Vorwürfe gefeuert worden. Das Olympische Komitee und das Paralympische Komitee Russlands werfen dem Generaldirektor der Anti-Doping-Agentur RUSADA finanzielle Verfehlungen vor.

Unter anderem soll er Urlaube als Geschäftsreisen getarnt und abgerechnet haben. Ganus bestreitet die Vorwürfe.

Dies bedeute "nichts Gutes" für den russischen Sport, sagte Ganus der Nachrichtenagentur AFP. Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA erklärte in einer Stellungnahme, sie werde die Entwicklungen bei der RUSADA "genau beobachten". Es sei ein wichtiges Element, dass nationale Anti-Doping-Agenturen unabhängig arbeiten können.

Anzeige
Meistgelesene Artikel

Ganus hatte sich seit seinem Amtsantritt im Jahr 2017 nicht gescheut, im Zusammenhang mit den russischen Dopingskandalen die Namen von Verantwortlichen zu nennen.

Im Oktober griff er in einem Interview mit dem Deutschlandfunk auch Staatspräsident Wladimir Putin an und kritisierte ihn für mangelnde Unterstützung bei der Aufklärung.

RUSADA empfahl Entlassung schon vor Wochen

Die Aufsichtsbehörde der RUSADA stellte daraufhin bei einer außerordentlichen Prüfung "erhebliche Unregelmäßigkeiten bei finanziellen und wirtschaftlichen Aktivitäten" fest und empfahl vor zwei Wochen die Entlassung von Ganus.

Er soll Ausgaben von insgesamt 1,5 Millionen Dollar nicht nachvollziehbar erklärt haben. Bereits vor der Entlassung von Ganus hatte seine Stellvertreterin Margarita Pachnozkaja ihren Posten freiwillig verlassen. "Ich finde die aktuelle Situation nicht gut, es gibt keinen Grund für mich weiterzumachen", sagte sie der Nachrichtenagentur TASS.

Die WADA hatte am 9. Dezember 2019 wegen Manipulationen an Daten aus dem Moskauer Kontrolllabor weitreichende Sanktionen gegen Russland beschlossen. Neben der Suspendierung der RUSADA darf Russland unter anderem als Nation nicht an bestimmten sportlichen Großereignissen wie Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften teilnehmen. Im November soll der Fall vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS verhandelt werden, die Strafe ist derzeit noch nicht rechtskräftig.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image