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Motorsport/Formel 1: GP von San Marino 2004 Mit seinen sieben WM-Titel in der Formel 1 hält Michael Schmuacher unangefochten den Rekord
Motorsport/Formel 1: GP von San Marino 2004 Mit seinen sieben WM-Titel in der Formel 1 hält Michael Schmuacher unangefochten den Rekord © Getty Images
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Der Motorsport hat in Deutschland eine lange Tradition. Namen wie Schumacher oder Röhrl stehen auf vielen Siegerlisten. SPORT1 zeigt die besten deutschen Rennfahrer.

"Sämtliche pferdelose Wagen aller Art" - damit rief der Pariser Journalist Pierre Giffard 1894 zum ersten Rennen im Motorsportbereich auf. Zwar war der Wettbewerb damals noch als Zuverlässigkeitsfahrt über 126 Kilometer von Paris nach Rouen konzipiert, dennoch ist es die Geburtsstunde des Motorsports wie wir ihn heute kennen.

Egal, ob Formel 1 oder Rallye, ob Auto- oder Motorradrennen, alles lässt sich auf die damalige Veranstaltung zurückführen. Von da an nahm der Motorsport eine rasante Entwicklung und schwappte auch nach Deutschland. Der leichte zeitliche Rückstand wurde im Geburtsland des Autos dann dafür umso intensiver aufgeholt.

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Bis heute ist der Motorsport in Deutschland eine große Erfolgsgeschichte. Michael Schumacher, Walter Röhrl, Toni Mang - sie sind nur einige Namen, die sich in den vergangenen 100 Jahren um die Entwicklung und das Ansehen des Rennsports in Deutschland verdient gemacht haben. Doch wer ist der beste Rennfahrer und aus welcher Klasse kommt er? Ist es ein Motorradfahrer oder kommt er aus dem Automobilbereich?

SPORT1 zeigt die 15 besten deutschen Rennfahrer aller Zeiten.

Platz 15: Wolfgang Graf Berghe von Trips (1928 - 1961)

Wolfgang Alexander Albert Eduard Maximilian Reichsgraf Berghe von Trips erlangte durch seinen Unfalltod 1961 traurige Berühmtheit. In der Formel 1-Saison 1961 lag der Kölner bereits auf sicherem Kurs Richtung Weltmeisterschaft. Lediglich ein Punkt benötigte er noch, um sich den Titel zu sichern.

Aber beim Großen Preis von Italien kam es zur "Schwarzen Stunde der Formel 1". Nach einer Kollision mit Jim Clark in der Anfahrt zur Parabolica-Kurve schleuderte sein Ferrari 156 auf den seitlichen Erdwall und von dort gegen die Drahtabzäunung. Berghe von Trips wurde dabei aus dem Auto geschleudert und erlitt einen Genickbruck. Außerdem wurden 15 Zuschauer getötet und 60 weitere verletzt.

Trotz dieses Unglücks gewann Berghe von Trips noch fast die Weltmeisterschaft. Am Ende lag sein Teamkollege Phil Hill mit 34 Punkten einen Punkt vor dem Verunglückten. Posthum wurde ihm die Vize-Weltmeisterschaft verliehen. Bei der Wahl zum Sportler des Jahres in Deuschland belegte er mit 1193 Stimmen deutlich den ersten Platz. Bereits 1959 erhielt er von Bundespräsident Theodor Heuss das Silberne Lorbeerblatt.

Platz 14: Carl Jörns (1875 - 1969)

Carl Jörns ist so etwas wie der Pionier des Motorsports in Deutschland. Seine Ursprünge liegen allerdings im Radsport. Vor seinem ersten Autorennen war er bereits ein bekannter Radrennsportler. 1896 war er Europameister der Bahnfahrer und wurde deutscher und luxemburgischer Meister. Insgesamt war er bei über 350 Rennen erfolgreich, bevor er in den Motorsport wechselte.

Beruflich hatte er da aber schon mit Technik zu tun. Er war Mechaniker in Kaiserslautern und wurde 1903 von den Opel-Brüdern nach Rüsselsheim geholt. Dort wurde er Versuchsingenieur in der Automobilabteilung. Das sollte sein Startschuss für den Motorsport sein. Noch im selben Jahr startete er auf einer Pferderennbahn in Frankfurt/Main zu seinem ersten Wettkampf. Bereits ein Jahr später trat er bei Rennen in ganz Europa an.

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Seine Erfolge beim Klassikerrennen am Semmering (1906, 1908, 1909), der österreichischen Alpenfahrt (1912) oder beim Kilometerrennen in Nizza (130,4 km/h / 1909) machten ihn schnell über die Grenzen hinaus bekannt.

Nach dem 1. Weltkrieg setzte er seine Motorsportkarriere fort und feierte erneut Erfolge, z.B. beim Geschwindigkeitsrennen auf Fanö (Dänemark) mit der damaligen europäischen Höchstgeschwindigkeit von 226 km/h.

Insgesamt errang Jörns bei 295 Starts, die er ausschließlich für Opel absolvierte, 288 Preise.

Platz 13: Timo Bernhard (1981)

Timo Bernhard ist nicht der bekannteste deutsche Rennfahrer, aber er ist bereits seit über 25 Jahren im Motorsport unterwegs. Vor allem im Langstreckenbereich hat der Homburger schon zahlreiche Erfolge aufzuweisen. Die Highlights seiner bisherigen Karriere sind die beiden Gesamtsiege bei den 24 Stunden von Le Mans. 2010 konnte er sich zum ersten Mal den Prestigeerfolg sichern. 2017 wiederholte er das Kunststück.

Timo Bernhard (r.) feierte mit seinen Teamkollegen Earl Bamber und Brendon Hartley den Sieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans
Timo Bernhard (r.) feierte mit seinen Teamkollegen Earl Bamber und Brendon Hartley den Sieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans © Getty Images

Neben Le Mans konnte sich der 38-Jährige auch bei den 24 Stunden am Nürburgring schon fünf Mal in die Siegerliste eintragen (2006, 2007, 2008, 2009, 2011). Dazu kommen noch zahlreiche Trophäen im Porsche Carrera Cup und der American Le Mans Series.

Am 29. Juni 2018 stellte Bernhard mit einem Porsche 919 Hybrid Evo auf der Nordschleife eine neue Bestzeit auf. Mit 5:19,546 Minuten unterbot er die 35 Jahre gültige Bestzeit von Stefan Bellof um ganze 51,58 Sekunden.

Platz 12: Egon Müller (1948)

Er war während seiner Karriere der fleischgewordene Traum eines Motorradrennfahrers. Mit seinen langen blonden Haaren und flotten Sprüchen wurde er zu einer Art Rockstar im Speedway.

Aber er machte nicht nur durch seine Art auf sich aufmerksam. Auch sportlich war Müller ein Ausnahmefahrer. In den 33 Jahren, die er im Speedway aktiv war, krönte er sich vier Mal zum Weltmeister und feierte insgesamt unfassbare 785 Rennsiege.

Das Geheimnis seines Erfolgs waren sein enormes Talent und absolute Risikobereitschaft. Nicht weniger als 69 Knochenbrüche zog sich der Kieler während seiner Aktivenzeit zu. Dafür wurde er 1983 zum Sportler des Jahres in Schleswig-Holstein gewählt und bekam 1976 vom damaligen Bundespräsidenten Walter Scheel das Silberne Lorbeerblatt überreicht.

Neben dem Rennsport machte sich Müller auch noch als Sänger einen Namen. Unter dem Pseudonym Amadeus Liszt veröffentlichte er mehrere Songs, unter anderem Rock'n Rollin' Speedwayman oder Win the Race.

Platz 11: Christian Lautenschlager (1877 - 1954)

Neben Carl Jörns ist Christian Lautenschlager der zweite Vater des deutschen Motorsports. 1908 sorgte er mit Mercedes für den ersten deutschen Triumph bei einem Grand-Prix-Rennen. Beim Großen Preis von Frankreich fuhr der Magstädter nach 769 Rennkilometern knapp neun Minuten vor dem Zweitplatzierten ins Ziel.

Mit diesem Erfolg beendete Lautenschlager die erfolglose Phase der Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) und sorgte für eine Verdreifachung des Mercedes-Absatzes.

Kurz vor dem 1. Weltkrieg, am 4. Juli 1914, wiederholte er seinen Erfolg beim Großen Preis von Frankreich und befand sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Gleichzeitig war dies auch der Grundstein für den internationalen Ruf von Mercedes.

Nach dem Krieg versuchte Lautenschlager seine Karriere neu anzufachen, dies gelang aber nicht. 1925 beendete er seine aktive Zeit und arbeitete bis 1936 bei Daimler-Benz als Fahrmeister.

Platz 10: Hans-Joachim Stuck (1951)

Neben Sebastian Vettel und Michael Schumacher dürfte Stuck der bekannteste deutsche Rennfahrer sein. Das liegt vor allem an seiner ewig gut gelaunten Art. Für einen lustigen Spruch ist sich der "Strietzel" nie zu schade.

Aber nicht nur wegen seiner lockeren Art hat der Garmisch-Partenkirchener einen guten Ruf bei den deutschen Motorsportfans. Bereits als 19-Jähriger feierte er mit dem Triumph bei der ersten Austragung des 24-Stunden-Rennens am Nürburgring (1970) einen großen Prestigeerfolg. Diesen wiederholte er 1998 und 2004.

Auch beim 12-Stunden-Rennen von Sebring konnte er sich drei Mal als Gesamtsieger eintragen (1975, 1986, 1988). Unsterblich machte er sich aber mit seinen zwei Triumphen beim prestigeträchtigsten Langstrecken-Rennen der Welt - den 24-Stunden von Le Mans. Mit einem Porsche 962C holte er 1986 den Gesamtsieg und konnte diesen im folgenden Jahr verteidigen.

Motorsport/Formel 1: GP von Australien 2004
Motorsport/Formel 1: GP von Australien 2004 © Getty Images

2011 beendete er nach dem 24-Stunden-Rennen am Nürburgring seine Karriere. Aber dem Motorsport blieb er treu. Seit 2012 ist er der Präsident des Deutschen Motor Sport Bundes (DMSB).

Platz 9: Jutta Kleinschmidt (1962)

Sie ist zwar die einzige Frau, die es in die Top-Liste geschafft hat, aber das hat sie mit ihren sportlichen Erfolgen auch mehr als verdient. Als erste (und bislang einzige) Frau gelang ihr ein Gesamtsieg bei der Rallye Dakar. 2001 triumphierte sie in der Automobilwertung und feierte damit den erst zweiten deutschen Gesamtsieg überhaupt - nach Karl Friedrich Capito 1985 in der Gesamtwertung Trucks).

Germany's Jutta Kleinschmidt gives a thumb up afte Insgesamt stand Jutta Kleinschmidt vier Mal bei dr Rallye Paris - Dakar auf dem Podium. 2001 fierte sie mit dem Gesamtsieg ihr Karrierehighlight
Germany's Jutta Kleinschmidt gives a thumb up afte Insgesamt stand Jutta Kleinschmidt vier Mal bei dr Rallye Paris - Dakar auf dem Podium. 2001 fierte sie mit dem Gesamtsieg ihr Karrierehighlight © Getty Images

Ihre ersten Erfahrungen im Automobilbereich sammelte sie bei BMW in der Fahrzeugentwicklung. Aber schon 1987 begann die Diplom-Ingenieurin mit ersten Rallye-Fahrten. Allerdings begann sie ihre Motorsportkarriere auf dem Motorrad. Auch ihre erste Rallye-Dakar-Teilnahme 1988 absolvierte sie auf zwei Rädern.

1992 feierte sie ihre ersten Erfolge, unter anderem gewann sie die Damenwertung der Rallye Paris-Kapstadt und der Pharaonen-Rallye. Aber im gleichen Jahr wechselte sie in den Autobereich und startete beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring.

1997 feierte sie als erste Frau einen Etappenerfolg bei der Rallye Dakar und startete damit ihre erfolgreiche Zeit bei diesem Rennen. 1999 fuhr sie als Dritte zum ersten Podestplatz. Nach ihrem Triumph 2001 belegte sie im Jahr darauf den zweiten Gesamtrang. 2005 fuhr sie als Dritte nochmal aufs Podest.

Platz 8: Nico Rosberg (1985)

Die Leidenschaft zum Motorsport wurde Nico Rosberg bereits in die Wiege gelegt. Schon sein Vater, Keke Rosberg, war in der Formel 1 und DTM aktiv und holte sich 1982 den WM-Titel in der Königsklasse des Motorsports. Dabei brachte er das Kunststück zustande, mit lediglich einem Sieg aus 16 Rennen den Titel zu holen. Das gelang außer dem Finnen nur Mike Hawthorne in der Saison 1958. Damals gab es allerdings auch nur elf Rennen.

Aber dieser Erfolg motivierte auch Nico Rosberg, sich mit Haut und Haaren dem Motorsport hinzugeben. Über zahlreiche Nachwuchsserien war es 2006 dann auch soweit. Er bekam bei Williams sein erstes Formel 1-Cockpit und war bereit, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten.

Allerdings steckte er in seinen ersten vier Jahren in der Formel 1 im Mittelfeld fest. Zwei siebte Plätze in der Gesamtwertung waren das beste Ergebnis, das er mit Williams realisieren konnte.

2010 erhielt er dann die Chance, beim Neuaufbau von Mercedes einzusteigen. Sein Teamkollege war niemand Geringeres als Rekordweltmeister Michael Schumacher, der sich sensationell zu einem Comeback für den deutschen Traditionsrennstall bereit erklärt hatte.

Aber auch hier war ihm der große Erfolg noch nicht beschieden. Erst 2014, mit der Einführung der V6-Turbo-Motoren, gelang ihm und Mercedes der große Durchbruch. Die Silberpfeile dominierten von nun an sowohl die Fahrer- als auch die Konstrukteurswertung. Jedoch war in den ersten beiden Jahren Rosbergs neuer Teamkollege und Freund aus Kart-Zeiten, Lewis Hamilton, einen Ticken schneller. Der Engländer holte sich sowohl 2014 als auch 2015 im Duell mit Rosberg den Titel.

Die WM-Trophäe von Nico Rosberg geht Ende des Jahres zurück an Lewis Hamilton 2016 hole Nico Rosberg den lang ersehnten Weltmeister-Titel. Direkt danach trat er vom Motorsport zurück
Die WM-Trophäe von Nico Rosberg geht Ende des Jahres zurück an Lewis Hamilton 2016 hole Nico Rosberg den lang ersehnten Weltmeister-Titel. Direkt danach trat er vom Motorsport zurück © Getty Images

2016 war dann aber der große Moment des Deutschen. Mit vier Siegen aus den ersten vier Rennen legte er den Grundstein für seinen Triumph. Am Ende standen neun Siege und sieben weitere Podestplätze auf seinem Konto. Fünf Punkte betrug sein Vorsprung auf Hamilton und Rosberg krönte sich somit zum Weltmeister. Er ist erst der zweite Fahrer überhaupt, der den WM-Titel seines Vaters wiederholen konnte.

Nur wenige Tage nach seinem Triumph schockte er die Motorsportwelt mit seinem Rücktritt. Mittlerweile ist Rosberg als Experte für RTL an den Strecken dieser Welt unterwegs.

Platz 7: Bernd Schneider (1964)

Die Motorsport-Fans in Deutschland kennen Bernd Schneider nur als Mister DTM. Gleich fünf Mal holte er sich den Gesamtsieg (1995, 2000, 2001, 2003, 2006) und ist damit Rekordhalter.

Bei 236 Rennen der Deutschen-Tourenwagen-Meisterschaft ging der Saarländer an den Start und holte 43 Siege. 110 Mal landete er auf dem Podest. Neben seinen fünf Gesamtsiegen hält er auch die Rekorde für die meisten Rennsiege und Pole Positions in der DTM.

DTM German Touring Car Championship Bernd Schneider (M.) feiert einen seiner vielen DTM-Siege. Tom Kristensen (l.) und Heinz-Harald Frentzen (r.) komplettieren das Podium
DTM German Touring Car Championship Bernd Schneider (M.) feiert einen seiner vielen DTM-Siege. Tom Kristensen (l.) und Heinz-Harald Frentzen (r.) komplettieren das Podium © Getty Images

In der Liste der meisten WM-Punkte muss er sich mit Rang zwei nur Klaus Ludwig geschlagen geben. 2008 kündigte er seinen Rücktritt an, konnte aber nicht so ganz mit dem Motorsport aufhören. Für AMG-Mercedes war er weiterhin als dienstältester Testfahrer tätig und nahm in dieser Funktion gelegentlich an Langstreckenrennen teil.

2013 gewann er das 24-Stunden-Rennen von Dubai und am Nürburgring. Dazu kam noch der Triumph beim 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps, sowie den 12-Stunden-Rennen von Bathurst und Abu Dhabi.

Platz 6: Frank Biela (1964)

Frank Biela war Deutschlands Allzweckwaffe im Tourenwagen- und Langstreckenbereich. In drei verschiedenen Tourenwagenmeisterschaften konnte der Mann aus Neuss den Gesamtsieg holen. 1991 trug er sich neun Mal in der DTM als Rennsieger ein und holte sich so souverän den Titel.

Aber auch in der französischen (1993) sowie der britischen Tourenwagenmeisterschaft (1996) stand er am Ende der Saison ganz oben in der Gesamtwertung. Diese Erfolgsgeschichten sind aber nichts gegen seine Triumphe im Langstreckenbereich.

Le Mans's 2007's winners German driver F Franck Biela (l.), Emanuel Piro (ITA/M.) und Marco Werner (Deutschland/r.) feiern ihren Le Mans-Triumph 2007
Le Mans's 2007's winners German driver F Franck Biela (l.), Emanuel Piro (ITA/M.) und Marco Werner (Deutschland/r.) feiern ihren Le Mans-Triumph 2007 © Getty Images

Fünf Mal triumphierte er bei den 24-Stunden von Le Mans (2000, 2001, 2002, 2006, 2007). Damit ist er der erfolgreichste Deutsche in Le Mans und muss sich auch international nur Rekordsieger Tom Kristensen (Dänemark/neun Siege) geschlagen geben.

Auch beim 12-Stunden-Rennen von Sebring ist Biela deutscher Rekordhalter. Vier Mal (2000, 2003, 2004, 2007) stand er hier ganz oben auf dem Treppchen.

Platz 5: Klaus Ludwig (1949)

Bis auf die Formel 1 hat Klaus Ludwig in so ziemlich jeder Rennserie seine Spuren hinterlassen. In der DTM holte er sich drei Mal den Gesamtsieg (1988, 1992, 1994). Dabei absolvierte er 221 Rennen und fuhr 38 Siege ein. 75 Mal stand er auf dem Podest.

Aber nicht nur die DTM war seine Domäne. Auch bei Langstreckenrennen wusste der Bonner zu überzeugen. Je drei Mal gewann er in Le Mans (1979, 1984, 1985) und am Nürburgring. (1982, 1987, 1999). Auch bei seiner einzigen Sebring-Teilnahme zeigte er sein Können und fuhr direkt zum Sieg (1988).

Dazu gewann er 1979 und 1981 die Deutsche Rennsport-Meisterschaft und die FIA-GT-Weltmeisterschaft (1981). Aufgrund dieser Erfolge ist Ludwig für die meisten Motorsport-Fans der deutsche Tourenwagen-König, auch wenn Biela zwei DTM-Titel mehr auf seinem Konto hat.

Platz 4: Sebastian Vettel (1987)

Jüngster Formel 1-Weltmeister aller Zeiten, mit seinen vier Titeln in Folge auf einer Stufe mit Michael Schumacher und Juan Manuel Fangio, die meisten Pole Positions in einer Saison (15/2011) - die Liste der Rekorde Sebastian Vettels ist lang und prominent.

Vor allem in seinen jungen Jahren erlebte der Heppenheimer einen Aufstieg, wie er nur selten in der Formel 1 vorkam. Bereits bei seinem Premierenrennen für BMW Sauber F1 Team und die Scuderia Toro Rosso verblüffte er die Experten immer wieder, da er mit unterlegenem Material kontinuierlich in die Punkte fuhr.

Aber bei Red Bull Racing sollte er dann endgültig zum Dominator in der Königsklasse werden. Von 2009 bis 2012 holte er mit den Bullen sowohl die Fahrer- als auch die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft.

F1 Grand Prix of Abu Dhabi 2016 verließ Sebastian Vettel Red Bull Racing Richtung Ferrari
F1 Grand Prix of Abu Dhabi 2016 verließ Sebastian Vettel Red Bull Racing Richtung Ferrari © Getty Images

Nach zwei weiteren Jahren bei Red Bull ohne Titel sollte er bei Ferrari die titellose Zeit beenden. Daher liefert er sich seit 2015 immer wieder heiße Duelle mit den Silberpfeilen, der ganz große Wurf ist ihm allerdings noch nicht gelungen. Sollte er jedoch mit dem legendären Rennstall aus Maranello den WM-Triumph feiern, schiebt er sich in den Bereich der größten Legenden in der Formel 1-Geschichte.

Platz 3: Toni Mang (1949)

Anton, genannt "Toni", Mang war über ein Jahrzehnt lang der König im Zweirad-Motorsport. Zwischen 1975 und 1988 holte er fünf Weltmeistertitel. 1981 gelang ihm sogar das Kunststück, gleichzeitig in der Klasse 250ccm und 350ccm den Titel zu holen. Dazu kamen in der 250er-Klasse noch die Titel 1980 und 1987. In der 350er-Klasse verteidigte er 1982 seinen Titel.

Insgesamt feierte der Mann aus Inning am Ammersee bei 154 Starts 42 Siege und 34 weitere Podestplätze. Noch imposanter werden diese Zahlen, wenn man bedenkt, dass in seiner Aktivenzeit Stürze mit Todesfolge noch eher die Regel als die Ausnahme waren.

Ein eher unbekannter Fakt ist, dass Toni Mang vor seiner Motorsportkarriere bereits als Kinderschauspieler Erfolge verzeichnete. Unter anderem stand er 1959 mit Peter Thom im Film "Die Bremer Stadtmusikanten" vor der Kamera. Danach beendete er seine Filmkarriere allerdings und konzentrierte sich voll auf den Motorsport.

Platz 2: Walter Röhrl (1947)

Walter Röhrl hat etwas geschafft, was vor und nach ihm noch keinem anderen Deutschen gelang. Er krönte sich zum Rallye-Weltmeister. Und weil er ein Meister seines Fachs war, blieb es nicht bei dem einen Titel 1980, er wiederholte den Triumph 1982.

Bei 75 Rennen fuhr er 14 Mal auf Platz eins und noch weitere 31 Mal aufs Podest. Allein bei der Rallye Monte Carlo trug er sich vier Mal in die Siegerliste ein. Dabei triumphierte er mit vier verschiedenen Herstellern (1980/Fiat, 1982/Opel, 1983/Lancia, 1984/Audi).

West-German rally car driver Walter Rohrl (R) and Walter Rohrl (r.) und sein Teamkollege Christian Geistdorfer in ihrem Rallye Monte Carlo-Siegauto von Fiat (1980)
West-German rally car driver Walter Rohrl (R) and Walter Rohrl (r.) und sein Teamkollege Christian Geistdorfer in ihrem Rallye Monte Carlo-Siegauto von Fiat (1980) © Getty Images

1974 holte "Der Lange" - wie er mit Spitznamen genannt wurde - mit sechs Siegen aus elf Rennen den Europameistertitel. Dazu krönte er sich auch noch zum Deutschen (1971) und Afrikanischen Rallye-Meister (1982).

Wie groß sein Ansehen im Rallye-Sport ist, zeigen die zahlreichen Auszeichnungen, die Röhrl im Laufe der Jahre verliehen bekommen hat. 1980 wurde er mit seinem Co-Piloten Christian Geistdörfer zum ersten ADAC Motorsportler des Jahres gekürt. Dazu wurde er im November 2000 von seinen Kollegen zum "Rallye-Fahrer des Milleniums" gewählt und 2011 als erst zweiter Nichtskandinavier in die Rally Hall of Fame des finnischen Motorsportverbands AKK-Motorsport gewählt.

Aber die größte Ehrung war wohl die Wahl zum "Besten Rallye-Fahrer aller Zeiten". Eine Jury aus 100 internationalen Experten stimmte für "den Langen" aus Regensburg.

Platz 1: Michael Schumacher (1969)

Er ist und bleibt der beste deutsche Motorsportler aller Zeiten. Egal, ob seine sieben Formel 1-Weltmeistertitel, 91 Grand-Prix-Siege, 77 schnellste Runden oder 155 Podestplätze - "Schmui" hat in der Formel 1 völlig neue Maßstäbe gesetzt. Allein seine Ära mit Ferrari (fünf WM-Titel in Folge 2000-2004) markieren eine Ära, wie es sie so nur selten in der Formel 1 gab.

Aber mindestens genauso beeindruckend wie diese Phase sind seine zwei WM-Titel im unterlegenen Benetton (1994, 1995). Für all diese Erfolge wurde er in die FIA Hall of Fame aufgenommen.

Aber nicht nur die Formel 1 ehrte ihren erfolgreichsten Fahrer. Ihm wurden so ziemlich alle bedeutenden deutschen Sportpreise verliehen und zwei Mal wurde er sogar zum Weltsportler des Jahres gekürt (2002, 2004).

Die Liste der deutschen Motorsportler führt er damit auf jeden Fall an und für viele Experten ist er auch der beste Fahrer weltweit. Aber auch, wenn man darüber vortrefflich diskutieren kann, eine Rennsport-Legende ist und bleibt er in alle Ewigkeit.

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