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Edoardo Mortara muss sich nach Spielberg einige Fragen gefallen lassen
Edoardo Mortara muss sich nach Spielberg einige Fragen gefallen lassen © Audi
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Edoardo Mortara verliert nach einem Crash mit Antonio Felix da Costa ein mögliches Podium und die sichere Meisterschaftsführung - Beide Fahrer teilen verbal heftig aus

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Eigentlich bekam Edoardo Mortara die Meisterschaftsführung am Sonntag auf dem Silbertablett serviert. Weil Mercedes in Spielberg nicht konkurrenzfähig war, sammelte Spitzenreiter Paul di Resta im zweiten Rennen des Wochenendes keine Punkte. Mortara hätte damit bereits ein achter Platz gereicht, um die Führung zu übernehmen. Doch der Audi-Pilot wollte mehr - und handelte sich damit eine ganze Menge Ärger ein .

Nach den Pflichtboxenstopps im Sonntagsrennen kämpfte Mortara mit BMW-Fahrer Antonio Felix da Costa um den letzten Podiumsplatz. Der Portugiese schob Mortara dabei leicht an, um sich am Audi vorbeizuschieben. Urteil der Rennleitung: Verwarnung. "Sein erstes Manöver war unfair", ärgert sich Mortara im Gespräch mit der 'ARD'. Der Italiener nahm sein Schicksal daraufhin selbst in die Hand.

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"In der dritten Kurve hat er mich etwas berührt. In der nächsten Kurve war ich innen. Er wollte in die Kurve gehen, aber da war mein Auto. Dann hatten wir den Unfall", schildert Mortara den Vorfall aus seiner Sicht. Auf den TV-Bildern sieht der Zwischenfall allerdings eher nach einem klaren Fall von Selbstjustiz aus. Mortara berührt Felix da Costa hinten links und beide fliegen ins Kiesbett ab.

Haug kritisiert fehlende Cleverness

Der Portugiese selbst spricht von einem "wirklich schmutzigen Manöver" und ärgert sich auf Twitter: "So verliert man ein Podium." Auch die Rennleitung machte Mortara als Schuldigen für den zweiten Kontakt aus. Die Konsequenz: Beim nächsten Rennen muss er in der Startaufstellung drei Plätze nach hinten. Im Kampf um den Titel hat sich Mortara mit einer Aktion also gleich zwei Rennen ruiniert.

Denn Schuldfrage hin oder her: Ein Titelkandidat muss sich in so einer Situation cleverer verhalten. Das erklärt zumindest TV-Experte Norbert Haug: "Er (Felix da Costa; Anm. d. Red.) hat ihn berührt, und wenn ich Mortara berühre, dann bekomme ich das zurück. Zum Schluss waren beide die Leidtragenden - beide absolut schuldig. Mortara ist wirklich ein guter Meisterschaftskandidat, aber so darf er es nicht machen."

Mortara sieht die Schuld hingegen eindeutig nur bei seinem Gegner. "Ich glaube, dass es nicht sein erster Unfall in diesem Jahr ist. Vier Rennen, vier Unfälle - Das ist eine Statistik von 100 Prozent." Tatsächlich holte Felix da Costa beim ersten Rennen des Jahres in Hockenheim sechs Punkte, danach ging er allerdings dreimal in Folge leer aus. Laut Mortara soll er in Zukunft "ein bisschen intelligenter" fahren.

Felix da Costa will kein Sündenbock sein

"Er ist schnell, aber manchmal musst du auch den Kopf benutzen", so der Italiener. Zuvor hatte der BMW-Pilot übrigens auch schon den Zorn von Mattias Ekström auf sich gezogen. Der Schwede hatte sich im Rennen am Samstag gedreht - auch da war Felix da Costa beteiligt. Die Rennleitung sprach in diesem Fall allerdings keine Strafe aus, weshalb sich der BMW-Fahrer nun auch nicht zum Sündenbock machen lassen will.

"Es ist für diese Jungs immer einfach, jemand anderem die Schuld zu geben. Ein echter Mann steht dazu, wenn er einen Fehler macht. Ich werde weiterhin pushen und wie immer fahren", schreibt er dazu auf Twitter. Darüber hinaus veröffentlichte er auf der Plattform ein Bild von seinem Auto nach dem Crash und ein Video des Vorfalls, die Mortara eindeutig als Schuldigen ausmachen sollen.

Letztendlich hat die Aktion für den Zweiten der Meisterschaft ohnehin deutlich schwerwiegendere Folgen. Während Felix da Costa nur ein mögliches Podium verloren hat, hat Mortara die Führung in der Meisterschaft im Kiesbett versenkt. Es wäre natürlich extrem bitter, wenn dem Audi-Piloten am Ende des Jahres möglicherweise genau diese Punkte zum Titel fehlen würden...

© Motorsport-Total.com

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