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Vier Sessions innerhalb von fünf Stunden und fehlende Streckenkenntnis: Der straffe Zeitplan der DTM in Brands Hatch war für die Fahrer eine Herausforderung

Nicht nur die Strecke war für viele DTM-Fahrer in Brands Hatch ungewohnt. Auch der auf zwei Tage verkürzte Zeitplan war eine neue Herausforderung. Aufgrund von Lärmschutzbestimmungen rund um den Grand-Prix-Kurs entfiel das erste Freie Training am Freitag und wurde stattdessen unmittelbar vor das zweite Training am Samstagmorgen gelegt. "Mir gefällt das Programm am Wochenende. Ich habe mich damit wohler gefühlt. Jede Session musstest du auf den Punkt abliefern, das hat mir gut gefallen", sagt Rene Rast.

Der amtierende DTM-Champion könnte sich einen ähnlichen Zeitplan auch in Zukunft vorstellen. "Das wäre cool!", so der Audi-Fahrer. Zwei Trainings, ein Qualifying und das Rennen innerhalb von fünf Stunden: Weder Teams noch Fahrer hatten bei diesem vollgepackten Zeitplan zu verschnaufen. Auch Rasts Audi-Kollege Loic Duval hat Gefallen am kompakten Rennwochenende gefunden.

"Ich bin ein großer Fan davon. Ich bin mehr daran gewöhnt aus anderen Rennserien, in denen ich gefahren bin, wie der Formel E, wo alles an einem Tag passiert", erklärt der Franzose, der vor einer ganz anderen Herausforderung stand. "Ich kämpfe ein bisschen mehr mit unserem eigenen Zeitplan bei Audi, weil wir viele Meetings haben und dann alles innerhalb von zwei Tagen durchziehen."

Des einen Freud ...

Timo Glock glaubt, dass einige DTM-Fahrer im Feld durch ihre vorherige Streckenkenntnis aus anderen Rennserien und die Zwei-Tages-Veranstaltung einen Vorteil hatten. "Das verhilft dir zu einem besseren Start ins Wochenende. Vor allem, wenn der Zeitplan so knapp ist und es kaum Gelegenheit gibt, das Set-up zu verbessern. Dani Juncadella und Augusto Farfus haben zu Beginn des Wochenendes jede Session dominiert. Das zeigt, dass sie einen kleinen Vorteil hatten", ist er überzeugt.

Juncadella, Farfus und Philipp Eng waren bereits vor dem DTM-Gastspiel auf dem 3,908 Kilometer langen Kurs in der Grafschaft Kent unterwegs und wussten, wo's langgeht. "Die Strecke ist unglaublich schwierig zu lernen und die Jungs, die in der Vergangenheit schon hier gefahren sind, hatten einen kleinen Vorteil, vor allem am Anfang", meint auch Mercedes-DTM-Teamchef Ulrich Fritz.

Am meisten hatten die Piloten unter den engen Zeitplan zu leiden, die nicht auf Anhieb die richtige Balance im Auto gefunden haben, wie beispielsweise Bruno Spengler. "Wenn du nur zwei Tage hast, dann haben die Jungs, die von Beginn an vorne dabei sind, einen Vorteil. Wenn du so wenig Zeit hast und das Auto im richtigen Fenster ist, dann hast du einen großen Vorteil gegenüber denen, die noch Probleme haben", erklärt der Kanadier.

Für ihn lief es am vergangenen Wochenende in Brands Hatch eher schlecht und so musste der BMW-Pilot der Konkurrenz mit stumpfen Waffen hinterherfahren. "Wir hatten von Anfang nicht das richtige Fenster gefunden, dann sind wir der Zeit hinterhergelaufen und haben versucht, das Problem zu lösen. Aber das ist uns nicht gelungen. Es war einfach nicht möglich. Wenn du nicht viel Zeit dazu hast, das Auto anzupassen...", hadert er.

Auch sein Markenkollege Marco Wittmann betont, wie schwierig es war, sich in kurzer Zeit auf das Rennen vorzubereiten. "Du hattest keine Zeit, um in die Daten zu schauen, einen genaueren Blick auf das Set-up zu werfen oder deinen Fahrstil zu verbessern. Es war ein so straffer Zeitplan. Normalerweise haben wir ein Freies Training am Freitag und können über Nacht die Daten analysieren", erklärt der zweimalige DTM-Champion.

Spengler möchte aber nicht dem ungewohnten Zeitplan die Schuld für sein schlechtes Abschneiden in England geben, denn: "Es ist für alle gleich, aber wenn du schlecht startest und einen straffen Zeitplan hast, dann hilft dir das nicht. Aber egal, ob du zwei oder drei Tage hast. In der DTM musst du dein Auto immer von Beginn an im richtigen Fenster haben, wenn du am Wochenende eine Chance haben willst."

© Motorsport-Total.com

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