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Rene Rast: Wie weit kommt er an die Mercedes an der Spitze noch ran?
Rene Rast: Wie weit kommt er an die Mercedes an der Spitze noch ran? © ITR
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Rene Rast will von seinen Audi-Kollegen keine Siege geschenkt bekommen, um im Titelrennen zu bleiben - Wie sich sein Leben seit dem Titelgewinn 2017 verändert hat

In der DTM-Fahrerwertung ist Rene Rast der bestplatzierte Audi-Fahrer und hat mit seinem Doppelsieg am Nürburgring ordentlich auf die beiden führenden Mercedes-Piloten Gary Paffett und Paul di Resta aufgeholt. Der amtierende DTM-Champion würde es schön finden, von seinen Audi-Kollegen Unterstützung zu bekommen, um vielleicht doch noch seinen Titel verteidigen zu können - aber nur bis zu einem bestimmten Ausmaß. "Ein bisschen Hilfe wäre schön. Aber man muss im Rennen dann sehen, inwieweit überhaupt Hilfe benötigt wird", sagt Rast im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'

"Wir werden das regeln, wie es immer geregelt wurde und dass es keine unfairen Aktionen gibt oder provoziert werden. Deshalb wird das alles in einem Rahmen ablaufen, wo man sagen kann, dass es noch im grünen Bereich ist. Wenn überhaupt...", fügt er hinzu.

Im vergangenen Jahr am Red-Bull-Ring hakte Rast das Thema Titelgewinn nach Platz 13 im Samstagsrennen schon ab. Tags darauf war nach dem Sieg plötzlich wieder alles offen. Doch über den Sieg konnte er sich damals nicht so sehr freuen, denn eigentlich hätte sein Teamkollege Jamie Green den Erfolg für sich verbuchen müssen.

"Das ist ein ganz anderer Sieg"

Doch ein Getriebeproblem kurz vor Rennende warf den Briten ans Ende des Feldes zurück - und Rast an die Spitze. "Natürlich will man keine geschenkten Siege haben, das ist ganz klar. Im vergangenen Jahr, als Jamie geführt hat und dann zwei Runden vor Ende ausgefallen ist und ich dann gewonnen habe, das war kein Sieg, wo ich gesagt habe: Das war eine tolle Leistung!", erinnert sich Rast.

Er ergänzt: "Es war einfach auch zum Teil ein geschenkter Sieg, da freut man sich nicht so sehr drüber als wie am Nürburgring. Das ist ein ganz anderer Sieg." Am vergangenen Wochenende schrieb Rast DTM-Geschichte: Zwei Pole-Positions und zwei Siege an einem Wochenende hat vor ihm noch kein Fahrer in der deutschen Tourenwagenserie eingefahren.

Zum Thema Teamorder hat der 31-Jährige eine klare Meinung. "Stallorder kann Sinn machen, wenn man wirklich von sich aus sagt, ich möchte dem anderen Fahrer helfen und ihn unterstützen - von sich aus. Aber es wird nicht in einem Bereich ablaufen, wo man versucht, dem anderen das Rennen kaputt zu machen, sondern eher dem Audi-Konkurrenten die bessere Position zu überlassen und dann nicht gegen ihn zu kämpfen", erklärt er.

Nach seinem Meisterschaftsgewinn 2017 hat sich Rasts Leben verändert. "Man merkt schon, dass die mediale Aufmerksamkeit mehr wurde. Auch an der Strecke wollen viel mehr Fans Autogramme und Fotos. Am Nürburgring war es ganz extrem, dass teilweise ein Bodyguard dazu kommen musste, der die Leute dann teilweise zur Seite nehmen musste, weil ich sonst nicht weitergekommen wäre", schildert er.

"Das hat sich schon geändert, aber es ist jetzt nichts, das ich als lästig empfinde. Es ist schön, wenn man von den Fans etwas zurückbekommt und ich ihnen auch etwas geben kann. Das ist ein toller Nebeneffekt. Aber sonst hat sich nicht viel verändert."

© Motorsport-Total.com

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