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Red Bulls Motorsportkonsulent Marko schließt einen Verstappen-Gaststart aus
Red Bulls Motorsportkonsulent Marko schließt einen Verstappen-Gaststart aus © ITR
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Das kommende DTM-Rennen in Brands Hatch würde sich für einen Gastfahrer-Einsatz aufdrängen: Wieso es nicht dazu kommen wird und Verstappen keine Freigabe hat

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Nur noch zwei Wochen bis zum DTM-Wochenende in Brands Hatch - und nach wie vor hat keiner der drei Hersteller einen Gastfahrer für das Großbritannien-Gastspiel bekanntgegeben. Dabei wäre Brands Hatch wie Misano, als Andrea Dovizioso im Audi saß, prädestiniert für einen prominenten Quereinsteiger, weil sich die DTM dort wie in Italien schwer tut, Zuschauer anzulocken.

Dazu kommt, dass R-Motorsport-Teamchef Florian Kamelger Brands Hatch als "Heimrennen" für seine Truppe sieht, die diese Saison vier Aston Martin Vantage einsetzt. Als britische Traditionsmarke wäre man der logische Kandidat, um einen Gastfahrer zu bringen. Wie es diesbezüglich aussieht?

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"Gastfahrer sind immer ein Thema", meint Teamchef Kamelger, will sich aber nicht festlegen, ob man für Brands Hatch ein Ass im Ärmel hat. Sinnvoll wäre diesbezüglich aber nur ein großer Name, der für volle Ränge sorgt. Ein Pilot der Kategorie Max Verstappen.

Marko: Verstappen-Gaststart "völlig abwegig"

Zumal es durch das Aston-Martin-Sponsoring beim Red-Bull-Formel-1-Team sogar eine Verbindung zum DTM-Projekt gäbe. Doch Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko reißt die DTM rasch aus ihren Träumen.

"Das ist völlig abwegig", sagt der Österreicher, als er von 'Motorsport-Total.com' gefragt wird, ob ein Gastauftritt Verstappens in der DTM ein Thema sei.

Die Partnerschaft von R-Motorsport mit einem Langzeitpartner von Mercedes animiert Marko zu einer Klarstellung: "Die Schweizer kooperieren mit HWA. Wir sind in keinster Weise in dieses Projekt involviert." Auch DTM-Boss Gerhard Berger, der stets auf der Suche nach großen Namen ist, hat laut Marko nicht wegen Verstappen angefragt. "Weil er weiß, dass das nicht in Frage kommt", sagt Marko.

Dazu kommt, dass ein fünfter Aston Martin laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' bis zum Brands-Hatch-Wochenende ohnehin nicht rechtzeitig fertig geworden wäre.

Audi sieht den Ball bei der Konkurrenz

Daher bleiben nur Audi und BMW als mögliche Optionen. Audi-Sportchef Dieter Gass spielt den Ball auf Anfrage von 'Motorsport-Total.com' rasch nach München weiter. Das Großbritannien-Gastspiel wäre zwar "perfekt", um einen Gastfahrer zu bringen, und Audi würde das "sehr gerne" tun, aber nun seien die anderen Hersteller am Zug, auch wenn die Ingolstädter nicht ausschließen, 2019 noch einen weiteren Gastfahrer zu bringen.

Wie sieht es also bei BMW aus? BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt reagiert wie Kamelger defensiv, als er mit dem Thema konfrontiert wird. "Wir schauen uns das für das ganze Jahr an und versuchen herauszufinden, bei welchen Veranstaltungen so etwas aus unserer Sicht passen würde - auch in Bezug auf die Verfügbarkeit und die Ressourcen", sagt Marquardt gegenüber 'Motorsport-Total.com'.

"Und es geht auch darum, welche Geschichte wir erzählen können, und dass wir die notwendigen Ressourcen zur Verfügung haben. Das Auto selbst ist nicht das Problem, sondern die Vorbereitung. Und wir wollen das ordentlich machen." Man wolle dabei einen ähnlichen Coup wie im Vorjahr mit Alex Zanardi landen, man werde aber erst etwas kommunizieren, wenn es soweit ist. Laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' wird das in Brands Hatch nicht der Fall sein.

Formel-1-Demonstration als Trost

Immerhin kommen die britischen Fans, die im Vorjahr mit Gary Paffett immerhin einem Titelkandidaten die Daumen drücken durften, aber in den Genuss, einen Formel-1-Boliden mit V8-Sound zu erleben. David Coulthard wird den Red Bull RB7, in dem Sebastian Vettel 2011 seinen zweiten WM-Titel holte, über die legendäre Strecke jagen, auf der 1986 zum letzten Mal ein Formel-1-Rennen stattgefunden hat.

"Ich glaube, das ist fürs Erste schon mal eine große Nummer", meint R-Motorsport-Teamchef Kamelger. "So ein Formel-1-Achtzylinder-Sound macht auf jeden Fall Freude - auch für die Fans und bei uns Racern. Das ist ein wunderbares Zusammenspiel der Formel 1 und der DTM, die ja für Aston Martin beide wichtig sind."

Der Südtiroler deutet an, dass es bis zum DTM-Wochenende noch eine Überraschung geben könnte: "Es kommt vielleicht noch das eine oder andere daher." Also doch ein Gastfahrer? Das gilt als unwahrscheinlich. Insider vermuten eher, dass das Aston-Martin-Hypercar Valkyrie ähnlich wie am Formel-1-Wochenende in Silverstone einen Showrun absolvieren könnte, schließlich agierte die R-Motorsport-Dachfirma AF Racing als strategischer Partner des Projekts.

© Motorsport-Total.com

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