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Ein österreichisches Autohaus bietet den Aston Martin Vantage zum Verkauf an: Wieso es dazu kam, wieso das DTM-Auto jetzt grün ist und welche Rolle HWA spielt

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Was passiert mit den Aston-Martin-Vantage-Boliden nach dem R-Motorsport-Aus in der DTM? Von einem Verkauf durch HWA nach China und sogar von einem möglichen Comeback in der kommenden DTM-Saison war die Rede. Doch nun wurde plötzlich einer der Boliden im Showroom eines Autohauses in Velden in Österreich gesichtet!

Allerdings nicht im grau-blauen R-Motorsport-Design, sondern in ungewohnter dunkelgrüner Lackierung. "Es handelt sich dabei um das Testauto", stellt Alexander Armbruster, Geschäftsführer des Autohauses Velden im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' klar.

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"Wir haben gute Kontakte zu HWA und wurden von ihnen beauftragt, das Auto zu verkaufen", klärt er auf, wie es dazu kam, dass der Vantage am 23. Januar - also einen Tag vor der Bekanntgabe des R-Motorsport-Ausstiegs - in Kärnten am Wörthersee landete.

Warum der DTM-Aston-Martin plötzlich grün ist

Ob das DTM-Auto ein besonderer Blickfang bei Passanten sei? "Wir haben sogar einen Formel-1-Boliden von Racing Point aus dem Jahr 2018 bei uns stehen", verneint Armbruster, dessen Autohaus sich auf limitierte Sportwägen spezialisiert hat.

Aber wie viel muss man für das gute Stück, das immer noch im Besitz von HWA steht, hinlegen? 1,68 Millionen Euro. Im Preis inkludiert: Inbetriebnahme des Fahrzeugs, zweitägiges Fahrevent und Gewährleistung der Ersatzteilversorgung. Das Auto hat aber keine Straßenzulassung, darf also nur auf der Rennstrecke betrieben werden.

Dass der Vantage nun nicht mehr grau ist, sondern im klassischen "British Racing Green" foliert wurde, hat verkaufstechnische Gründe. "Er kann aber auf Wunsch des Kunden auch anders gestaltet werden", erklärt Armbruster. Das gilt auch für die anderen vier Aston-Martin-Rennfahrzeuge, die nach wie vor in Affalterbach bei HWA stehen.

Die Geschichte des fünften Aston Martins

"Es stehen noch mehrere weitere Fahrzeuge zum Verkauf", bestätigt HWA-Vorstand Ulrich Fritz auf Anfrage von 'Motorsport-Total.com'. "Das Branding dieser Fahrzeuge richtet sich letztlich nach dem individuellen Kundenwunsch des potenziellen Käufers."

Das Testauto wurde übrigens erst fertiggestellt, als es zwischen HWA und R-Motorsport längst kriselte. Der Hintergrund? "Es war immer geplant, dass wir fünf Autos bauen, weil wir ja irgendwann auch mal ein Testauto wollten", erklärt Fritz und verweist darauf, dass das Projekt ursprünglich auf mehr als ein Jahr angelegt war.

"Daher war das fünfte Auto natürlich auch in der Beschaffung vorgesehen. Vor dem Hintergrund haben wir das Auto im Laufe der vergangenen Saison aufgebaut. Das ist irgendwann, ich glaube im Oktober oder November, in Betrieb genommen worden."

Geplanter Verkauf nach Hongkong: Corona keine Hilfe

Der Bolide hat im Gegensatz zu den vier Einsatzfahrzeugen nur zehn Kilometer, die bei einem Funktionstest absolviert wurden, auf dem Buckel. Auch im Internet bietet der Kärntner Händler das Auto an - zum Verkauf stehen aber nach wie vor alle fünf Boliden.

Über den Händler in Österreicher habe man "ein Auto exemplarisch im Internet angeboten - das ist sozusagen stellvertretend für die anderen", erklärt Ulrich Fritz. "Die individuelle Ansprache von potenziellen Kunden steht ich diesem Preis- und Produktsegment ohnehin im Vordergrund."

Aber bedeutet das, dass der Verkauf nach Hongkong, der im Herbst wegen der Proteste ins Trudeln gekommen war, endgültig gescheitert ist? "Ich denke nicht, dass man jetzt schon sagen kann, dass der Verkauf nach Hongkong final gescheitert ist", antwortet Fritz. "Dass nun der Coronaausbruch dazukam hat nicht geholfen. Es gilt nach wie vor: wie schauen nach Alternativen dazu."

© Motorsport-Total.com

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