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Für Toro Rosso bestritt Gasley bereits zwei Formel 1-Weltmeisterschaften. Jetzt ist er zum Schwesterteam Red Bull befördert worden
Für Toro Rosso bestritt Gasley bereits zwei Formel 1-Weltmeisterschaften. Jetzt ist er zum Schwesterteam Red Bull befördert worden © Getty Images
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Nach einem Umweg über die Super Formula bekommt Pierre Gasly seine Chance bei Toro Rosso. Dort empfiehlt er sich für die "große Schwester" Red Bull.

Pierre Gasly

Geburtstag: 7. Februar 1997
Geburtsort: Rouen (Frankreich)
Formel-1-Debüt: Großer Preis von Malaysia 2017
WM-Titel: -
Bisherige Rennställe: Torro Rosso, Red Bull
Startnummer: 10

Pierre Gasly gehört zur Garde der jungen Wilden in der Formel 1. Seinen Weg in die Königsklasse des Motorsports fand er über das Red Bull-Förderprogramm. Allerdings war es ein Erfolg "über den zweiten Bildungsweg". Erst der Umweg über die Super Formula hatte ihm den Weg in ein Formel-1-Cockpit geebnet.

Aber seine Leistungen bei Toro Rosso überzeugten die Verantwortlichen bei Red Bull, ihn zur "großen Schwester" hochzuziehen.

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Zu Beginn seiner Motorsportkarriere war der Sprung in die Formel 1 aber nicht zwingend zu erwarten. Gasly ist eher ein Spätentwickler in seiner Zunft.

Langsamer Einstieg im Kart

Mit zehn Jahren stieg er in den Kart-Sport ein. Allerdings ließen die ersten Erfolge auf sich warten. Erst 2010 hatte er mit Rang zwei in der CIK-FIA-KF3-Europameisterschaft und Platz vier im Weltcup Zählbares zu vermelden.

Trotzdem bekam er 2011 die Chance, sich in der Formel 4 zu beweisen. Dort fand er sich von Beginn an zurecht. Mit vier Siegen beendete er seine erste Saison in der Formel 4 auf dem dritten Platz.

2012: Aufstieg in die Formel Renault 2.0 Eurocup

Nach dem grandiosen Einstieg in den Formel-Bereich wagte er direkt den nächsten Schritt und stieg in die Formel Renault 2.0 Eurocup ein. Der Schritt schien aber zu früh für den jungen Franzosen zu kommen. Wieder einmal musste er erst einen Schritt zurückmachen und mit dem zehnten Gesamtrang Lehrgeld zahlen.

Aber nach diesem Jahr hatte sich Gasly in der Liga akklimatisiert und fuhr in acht von 14 Rennen aufs Podium. Der Lohn war der erste Titel seiner Karriere.

Einstieg bei Red Bull

Jetzt war auch Red Bull auf den jungen Mann aus Rouen aufmerksam geworden. Er wechselte zu Arden Motorsport in die Formel Renault 3.5 und wurde ins Red-Bull-Förderprogramm aufgenommen. Doch mit Carlos Sainz jr., der ebenfalls von Red Bull gefördert wurde, hatte er einen Konkurrenten, an dem es in diesem Jahr kein Vorbeikommen gab.

Trotzdem war Red Bull weiterhin von ihm überzeugt. Er wurde in die GP2 befördert, wo er nach einem erneuten Lehrjahr in der zweiten Saison seinen zweiten Karrieretitel holte.

Formel 1: 2016 feiert Pierre Gasly mit Prema Racing den Gewinn der GP2-Meisterschaft
2016 feiert Pierre Gasly mit Prema Racing den Gewinn der GP2-Meisterschaft © Getty Images

2017: Umweg über Super Formula

Nun wollte man bei Red Bull Racing das Talent von Gasly auf jeden Fall im eigenen Haus unterbringen. Das Problem war nur, dass aktuell kein Platz bei Red Bull frei war. Bei Toro Rosso sah die Situation nicht anders aus, weswegen man sich entschied, Gasly für eine Saison in der Super Formula beim Team Mugen zu parken. Dasselbe Modell hatte McLaren bereits mit Stoffel Vandoorne praktiziert und war damit gut gefahren. Red Bull hoffte nun auf eine ähnliche Wirkung.

Doch es kam, wie es bisher immer bei Gasly war. Er hatte erneut Startschwierigkeiten in der neuen Rennserie. Aber mit zunehmender Erfahrung verkürzte sich auch seine Anpassungszeit. Am Ende konnte er zwei Siege und den zweiten Gesamtrang verbuchen. Dazu verlor er als Ersatzfahrer für Red Bull nie den Kontakt zum Team.

Ersatz für Kwjat

2017 schlug dann endlich seine große Stunde. Wegen mangelnder Leistung war man bei Toro Rosso zunehmend unzufrieden mit Daniil Kwjat. Daher ersetzte er den Russen erstmals beim Großen Preis von Malaysia 2017. Insgesamt fuhr er zwei Rennen im Cockpit von Kwjat.

Danach übernahm er das Auto von Carlos Sainz jr., der das Team während der Saison verlassen hatte und beendet die Weltmeisterschaft.

2018: Festes Formel-1-Cockpit

Im folgenden Jahr erklärte Toro Rosso den Franzosen zu seinem Stammfahrer und Gasly startete in seine erste vollständige Formel-1-Saison. Schon beim zweiten Rennen in Bahrain fuhr er in die Punkte und verpasste als Vierter sogar nur knapp sein erstes Karriere-Podest.

Allerdings ließ die schlechte Performance des Toro Rossos nur vier weitere Punkteränge zu. Doch im direkten Teamduell mit Brendon Hartley zeigte er seine Racer-Fähigkeiten. Mit einem gleichwertigen Auto sammelte Gasly 29 WM-Punkte, während Hartley nur ganze vier Punkte einfahren konnte.

Der Wechsel von Daniel Ricciardo zu Renault machte dann endlich ein Cockpit bei Red Bull frei. Nach einer langen Reise mit Umwegen ist Gasly nun endlich da angekommen, wo er seit dem Einstieg ins Red Bull-Förderprogramm 2014 hinwollte. Er startet in der Formel 1-Saison 2019 für Red Bull Racing.

Ob er sich gegen seinen Teamkollegen Max Verstappen durchsetzen kann, wird die Zeit zeigen. Aber es wäre bei seinem Werdegang keine Überraschung, wenn wir erst in der nächsten Saison den wahren Pierre Gasly im Red Bull-Boliden sehen würden.

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