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München - Beim Bahrain-Qualifying kämpft Sebastian Vettel mit Problemen und kann seine Leistung nicht voll abrufen. Im Rennen startet er neben seinem jungen Teamkollegen Leclerc.

Noch vor wenigen Wochen waren die Vorzeichen in Maranello klar. Der mit vier WM-Titeln dekorierte Sebastian Vettel geht als Pilot Nummer eins in die Saison, Neuling und Jungspund Charles Leclerc als Nummer zwei.

Nun dauerte es gerade einmal bis zum zweiten Renn-Wochenende, bis sich die ersten leisen Zweifel einschleichen (Formel 1: Rennen in Bahrain, Sonntag ab 17.10 Uhr im LIVETICKER).

Beim Qualifying zum Großen Preis von Bahrain durfte sich Ferrari nach dem schlechten Abschneiden in Melbourne zwar über die Doppel-Pole freuen, ganz vorne steht beim Rennen am Sonntag aber Leclerc.

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"Das Wichtigste ist, dass wir unsere Leistung gebracht haben", sagte Vettel nach getaner Arbeit zu seinem Team. Dass sein zehn Jahre jüngerer Stallgefährte fast drei Zehntel schneller war als er, schien Vettel kaum zu stören.

Vettel über Leistung des Autos erleichtert

Im Fokus stand beim 31-Jährigen die "Riesenerleichterung" darüber, dass das Auto "alles in allem wieder so ist, wie es sein soll".

Nach den starken Testfahrten in Barcelona hatte die Scuderia beim ersten Rennen in Australien mit massiven Problemen zu kämpfen. Im Qualifying fuhr man nur hinterher, im Rennen feierte Mercedes einen Doppelsieg.

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Bei der Qualifikation in Bahrain landeten die Silberpfeile auf den Rängen drei und vier - nur wenige Hundertstel hinter Sebastian Vettel. Dieser wiederum hatte mit einigen Problemen zu kämpfen.

Ferrari erwischte schlechten Zeitpunkt

Im zweiten Sektor hatte ihn sein Team zu einem unglücklichen Zeitpunkt auf die Strecke geschickt, was Vettel mit dem Funkspruch "schlechtestes Timing aller Zeiten" kommentierte. Der 31-Jährige hing zwischen Raikkönen und Ricciardo fest und fuhr zudem noch unsauber.

Weil man sich bei den Roten im Anschluss nicht mehr sicher war, ob die Zeit des Deutschen auch für den Einzug in Q3 reichen würde, wurde er mit einem neuen Satz Reifen erneut rausgeschickt. Diese Reifen fehlten Vettel dann für den Angriff auf die Pole in Q3.

"In dem Moment war ich ein bisschen sauer, weil ich wusste, dass wir im dritten Qualifying-Abschnitt keinen zweiten Satz mehr haben würden", erklärte Vettel später seinen Funkspruch.

Vettel nicht mit vollem Risiko

Ob Vettel mit zwei frischen Reifensätzen im letzten Abschnitt die Zeit von Leclerc hätte angreifen können, bleibt Spekulation. Volles Risiko ist der mehrfache Weltmeister nach eigenen Angaben aber nicht gegangen. "Natürlich greife ich an, aber andererseits weiß ich: Wenn ich gar nicht ins Ziel komme, starte ich auf Platz zehn - das ist auch nicht so gut", erläuterte er seine Herangehensweise.

Aber auch im Sektor davor hatte Vettel noch Luft nach oben. "Vielleicht war ich ein bisschen zu zurückhaltend. Du musst eben auch bis zum Ende durchziehen", meinte der Deutsche.

Im Rennen dürfte Vettel dann keinerlei Zurückhaltung mehr an den Tag legen. Die erste Bewährungsprobe gibt es bereits am Start.

Teamchef warnt vor Startunfall

"Wichtig ist, dass unsere beiden Fahrer nicht miteinander kämpfen und Risiken eingehen, indem sie einen Zweikampf untereinander austragen", warnte Teamchef Mattia Binotto.

Vettel selbst will ebenfalls einen Unfall vermeiden. "Hoffentlich kommen wir beide gut weg, und die anderen haben keine Chance. Das wäre mir am liebsten. Und wenn ich besser wegkomme, noch besser", hofft der 31-Jährige. Dass das Rennen bereits am Start entschieden wird, daran glaubt er aber ohnehin nicht. Vielmehr gehe es darum, wer über die volle Distanz mit den Reifen besser zurechtkommt.

Leclerc lobt Vettel

Nach dem Qualifying am Samstag wurde die positive Stimmung bei der Scuderia noch einmal kurz getrübt. Wegen des Vorwurfs, absichtlich langsam gefahren zu sein, musste sich Vettel vor den Kommissaren verantworten.

Eine Ermahnung oder eine Rückversetzung gab es nicht, stattdessen wurde der Deutsche freigesprochen.

Nun kann Vettel wie geplant aus der ersten Reihe starten und seinem Teamkollegen 308 Kilometer lang zeigen, warum er - wie Leclerc - meint, ein "erstaunlicher Fahrer" ist.

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