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AUTO-PRIX-F1-UAE-ABU DHABI-PREVIEWS Maurizio Arrivabene (r.) und Mattia Binotto trugen in der Saison 2018 einen internen Machtkampf bei Ferrari aus
Maurizio Arrivabene (r.) und Mattia Binotto trugen einen internen Machtkampf bei Ferrari aus © Getty Images
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Vor dem Australien-GP bestätigt Mattia Binotto Wechselgerüchte wegen interner Machtkämpfe in der Vorsaison. Sein Verbleib ist gut für Sebastian Vettel.

Als im Januar Maurizio Arrivabene seinen Hut als Ferrari-Teamchef nehmen musste, kamen schon damals Gerüchte um einen Machtkampf hinter den Kulissen zwischen dem Ex-Teamchef und Mattia Binotto auf.

Arrivabenes Nachfolger soll den FIAT-Boss John Elkann und Ferrari-Präsident Louis Camilleri die Pistole auf die Brust gesetzt haben: Er oder ich, so soll seine Forderung gewesen sein.

Nun hat der neue Ferrari-Teamchef diese Gerüchte indirekt bestätigt. In einem Interview mit dem Corriere della Sera im Vorfeld des WM-Auftakts in Melbourne (Großer Preis von Australien, Freies Training: Freitag, 15. März, ab 02.00 Uhr im SPORT1-Liveticker) enthüllte er, dass er 2018 mit dem Gedanken gespielt hatte, Ferrari zu verlassen und sich einem anderen Rennstall anzuschließen.

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Vettel soll Fahrer Nummer Eins sein

Ausschlaggebend für diese Überlegungen waren aber nicht persönliche Unstimmigkeiten, sondern unterschiedliche Auffassungen, wie die Rennwochenenden zu gestalten sind.

"Ich habe auch von Maurizio gelernt und bin ihm dafür dankbar. Persönlich hatte ich immer ein gutes Verhältnis zu ihm, wir haben nie gestritten. Unsere Schwierigkeiten ruhten daher, dass wir unterschiedliche Vorstellungen davon hatten, wie das Team am Rennwochende geführt werden sollte. Da hatten wir Meinungsverschiedenheiten."

Besonders die Rollenverteilung der Fahrer scheint einer der größten Reibungspunkte gewesen zu sein. Bei Arrivabene genoss Sebastian Vettel anscheinend nicht die volle Rückendeckung - ein Unding aus der Sicht Binottos. Daher geht unter der Regie des neuen Teamchefs Vettel als Nummer Eins in die neue Saison.

Wechsel wäre alternativlos

Hätte sich Binotto nicht durchgesetzt mit seiner Meinung, hätte es für ihn keine Alternative zu einem Wechsel gegeben. Wie real die Gefahr eines Verlusts Binottos für Ferrari war, zeigten die Anfragen von anderen Teams.

"Ich hatte das Gefühl, dass ich meinen Job nicht mehr gut machen kann, und das habe ich zum Ausdruck gebracht. Das war nicht nur für mich schwierig, sondern für das ganze Team. Denn wenn ein Technischer Direktor seine Arbeit nicht mehr bestmöglich macht, wirkt sich das sehr konkret auf die Leistung aus. Es ist wahr, dass andere Teams angefragt haben. Meine Erfahrung hat in der Formel 1 inzwischen einen bestimmten Wert."

Binotto will eine Ära prägen

Nun steht der Schweizer in vorderster Reihe bei der Scuderia und ist maßgeblich für Erfolg und Mißerfolg verantwortlich. Dabei sieht er sich selbst in der Tradition von Jean Todt und Ross Brawn.

Obwohl sie ebenfalls nie selbst ein Formel 1-Auto designt hatten, führten sie Ferrari zu großen Erfolgen. "Es kommt darauf an, wie ein Team organisiert ist. In erster Linie sehe ich mich als jemanden, der anderen dabei hilft, ihren Job bestmöglich auszuführen."

Und diese Leistungsoptimierung ist notwendig. Denn schließlich soll dieses Jahr der so langersehnte Weltmeistertitel endlich wieder nach Maranello kommen. Aber wenn es nach Binotto geht, soll es nicht nur bei einem Titel bleiben. "Wir wollen nicht einmal Weltmeister werden, sondern eine neue Ära beginnen."

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