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Shanghai - Max Verstappen ist nach dem Qualifying in Shanghai sauer auf Sebastian Vettel. Der Ferrari-Pilot wehrt sich gegen die Vorwürfe. Verstappen will Revanche nehmen.

Die Qualifikation zum Rennen in Shanghai hielt einiges an Zündstoff bereit: In der Schlussphase von Q3 kam es zu einem Aufeinandertreffen zwischen Red-Bull-Fahrer Max Verstappen und Ferrari-Pilot Sebastian Vettel.

Vettel überholte den Niederländer im letzten Sektor, als der sich in der Aufwärmphase für seinen letzten Run befand. Das passte Verstappen gar nicht, die Wut schäumte anschließend förmlich aus ihm heraus.

"Sie sind solche ...! Ganz ehrlich! Jeder reiht sich ein und sie machen alles kaputt. Du selbst versuchst, einfach nett zu sein, aber alle anderen zerstören es", polterte der Niederländer.

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Verstappen soll Lücke lassen

Vor dem Zwischenfall erhielt Verstappen über Funk die Anweisung, eine fünf Sekunden große Lücke zum vor ihm fahrenden Charles Leclerc aufzumachen. In der Haarnadelkurve verlangsamte er also, doch die Situation verlief nicht so, wie Red Bull es sich vorgestellt hatte: Vettel stach hindurch.

Auch nach dem Überholmanöver fuhr Verstappen langsam, um nun auf Vettel eine ausreichende Lücke zu haben. Doch das klappte ebenfalls nicht, die beiden Renault-Fahrer Nico Hülkenberg und Daniel Ricciardo überholten ihn. Er musste ein weiteres Mal dafür sorgen, dass sich eine Lücke auftat.

Vettel wehrt sich gegen Vorwürfe

Das Problem: Verstappen rannte die Zeit davon. Das Team meldete sich erneut: "Du musst jetzt los!" Doch es war zu spät. Verstappen kam über die Ziellinie, als die Zeit bereits abgelaufen war. Seinen letzten Run musste er aufgeben.

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Und was sagte Sebastian Vettel zu dem Vorwurf, sich unsportlich verhalten zu haben? "Wir hatten nur zehn Sekunden Luft. Also habe ich mich beeilt, damit ich rechtzeitig über die Linie komme", erklärte der Deutsche. Dass er es noch einmal rechtzeitig über die Linie schaffte, während Verstappen daran scheiterte, zeigt, wie knapp die Zeit bemessen war.

Neben Verstappen hatten auch sein Teamkollege Pierre Gasly (Frankreich) und die beiden Haas-Piloten Romain Grosjean (Frankreich) und Kevin Magnussen (Dänemark) keine Gelegenheit mehr, ihre Ausgangsposition für das 1000. Formel-1-Rennen am Sonntag zu verbessern.

Hamilton auf der Seite von Vettel

Dass es zu dieser Situation überhaupt kam, lag vor allem daran, dass Lewis Hamilton als erster Fahrer auf der Strecke eine extrem langsame Aufwärmrunde fuhr - insofern galt Verstappens Kritik wohl auch dem Weltmeister.

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Die Formel 1 postete etwas später ein Video von der Situation auf Instagram - unterlegt mit Verstappens Funksprüchen. Darunter war das Verstappen-Zitat zu lesen, wonach es ein ungeschriebenes Gesetz sei, im letzten Sektor nicht mehr zu überholen. 

Ein gewisser Hamilton las diesen Post und kommentierte darunter kurz und knapp: "Nope". Im Deutschen würde man den umgangssprachlichen Ausdruck wohl am ehesten mit "Nö" oder "Nee" übersetzen."

Kommt es am Sonntag zur Revanche?

Verstappen kündigte dennoch bereits Revanche an: "Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass man hintereinander her fährt. Doch Vettel hat mich überholt, auch die beiden Renaults sind vorbeigegangen. Aber egal. Ab jetzt werde ich eben auch ihre Qualifyings versauen!"

Da es sich bei dem besagten Gentlemen's Agreement nicht um eine offizielle Regel handelt, dürfte Vettel und Co. jedoch keine Untersuchung durch die Rennkommissare drohen.

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