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Le Castellet - Sebastian Vettel liefert sich im Qualifying zum Frankreich-GP mit seinem Teamkollegen ein Wortgefecht per Funk. Im Rennen muss er sich wohl mit neuen Gegnern duellieren.

Nach dem Qualifying zum Großen Preis von Frankreich musste Charles Leclerc beschwichtigen. (Das Ergebnis des Qualifyings)

Nein, Sebastian Vettel habe seine Zeitenjagd in Le Castellet nicht beeinträchtigt, sagte der Ferrari-Newcomer auf der Pressekonferenz der drei schnellsten Fahrer.

"Es war so, dass wir zweimal recht knapp dran waren auf der Uhr, um es über die Start-Ziel-Linie zu schaffen. Daher habe ich das Team gefragt, ob sie Seb nicht sagen könnten, dass er pusht, damit ich es auch noch schaffe", erklärte Leclerc weiter.

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Dass er aber überhaupt so dezidiert über die Vorkommnisse am Ende des Q2 berichten musste, sagt einiges über das Binnenklima bei der Scuderia aus.

Vettel reagiert per Funk gereizt

Denn schon per Funk hatte Sebastian Vettel recht ungehalten reagiert und genervt gefragt: "Wie viel Abstand will er denn noch haben? Ich versuche hier nicht, ihn ausscheiden zu lassen."

Diesen Vorwurf hatte dem viermaligen Weltmeister auch niemand gemacht. Und doch war das Qualifying bei heißen Temperaturen der nächste untrügliche Beweis dafür, dass Vettel seinen Status als Nummer 1 im Team zu verlieren droht.

Schon vor dem Grand Prix von Monaco Ende Mai hatte Teamchef Mattia Binotto angekündigt, die lange Zeit gültige Stallorder zugunsten des Hessen aufzuheben.

Bei der Frankreich-Quali nun hat Vettel wiederum keine Argumente für sich vorbringen können. Im Gegenteil: Durch eigene Fahrfehler hat er zumindest mit dazu beigetragen, dass es für ihn nur zur siebten Startposition gereicht hat.

Vettel eine Ewigkeit hinter Hamilton

Auf Platz drei, den sein Teamkollege belegt, fehlten ihm über acht Zehntel. Der Rückstand auf Polesetter Lewis Hamilton im Mercedes betrug fast anderthalb Sekunden: in der Formel 1 eine Ewigkeit.

Auch Leclerc lag über sechs Zehntel hinter dem britischen Weltmeister und musste einräumen: "Mehr war heute nicht drin." Dabei war Ferrari mit vielen Updates an den Fahrzeugen und großen Hoffnungen nach Frankreich gereist.

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Die Qualifikation am Samstag aber bedeutet gar einen Rückschritt. Jetzt muss sich der ruhmreiche Rennstall aus Italien nicht nur den Angriffen von Red Bull erwehren, sondern spürt sogar den Atem von McLaren - das tief gefallene Traditionsteam aus England und bis vor kurzem noch die große Lachnummer in der Formel 1.

McLaren mit bestem Quali-Ergebnis seit 2014

Mit Rookie Lando Norris auf Rang fünf und Carlos Sainz Jr. auf Rang sechs feierte McLaren das beste Qualifying-Ergebnis seit 2014. Ein Resultat, das auch die Piloten selbst überrascht. "Wir haben auf keinen Fall erwartet, dass wir einen Red Bull und einen Ferrari schlagen", sagte Sainz.

Doch die Roten sind in Le Castellet zumindest in Reichweite, weil sie eben seit Monaten keine Fortschritte erzielen. Auch der neue Frontflügel hat den SF90 nicht schneller gemacht. "Wir haben teilweise wieder zurückgerüstet", musste Vettel einräumen. "Es war nicht der erwartete Fortschritt."

Dennoch sieht Vettel er sich und sein Team zumindest im Kampf gegen McLaren gut gerüstet. "Es wird nicht einfach. McLaren hat an diesem Wochenende eine gute Pace. Aber ich glaube, wir sind schneller", sagte der 31-Jährige in einer Medienrunde nach dem Qualifying.

Statt Mercedes Paroli bieten zu können, geht es für Vettel am Sonntag also zunächst erst einmal darum, die McLaren in Schach zu halten. So haben sich die Ansprüche bei Ferrari verändert.

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