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München - In Spielberg wird Mercedes überraschend klar besiegt. Motorsportchef Toto Wolff erklärt, woran das liegt. Lewis Hamilton befürchtet weitere Problem-Rennen.

Nach acht Siegen in den ersten acht Rennen der Saison 2019 - davon sechs Doppelsiege - ging Mercedes beim Großen Preis von Österreich überraschend leer aus. 

Nur eine Runde fehlte und Sebastian Vettel hätte sich wahrscheinlich auch noch den drittplatzierten Valtteri Bottas geschnappt.

Dies hätte zur Folge gehabt, dass die Siegerehrung sogar ohne einen Silberpfeil abgelaufen wäre. (Die Stimmen zum Österreich-GP)

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Hamilton beschäftigt Frontflügel

Denn bei Weltmeister Lewis Hamilton lief an diesem Wochenende nicht viel rund. Nach der Strafversetzung wegen einer Behinderung im Qualifying, musste im Rennen sein Frontflügel gewechselt werden. Am Ende reichte es für den Briten nur zum enttäuschenden Rang fünf.

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"Ich habe das Auto beschädigt, was ein bisschen frustrierend war, da wir den Flügel wechseln mussten. Dabei haben wir viel Zeit verloren, ich fiel auf den fünften Platz zurück", haderte Hamilton.

Doch stellte danach auch klar, dass es selbst ohne den Frontflügel-Tausch maximal für Rang 3 gereicht hätte - gegen Sieger Max Verstappen und Charles Leclerc wäre man sowieso chancenlos gewesen.

Spielberg-Strecke hilft Ferrari

Doch woran lag es, dass das Weltmeister-Team in Spielberg so schwächelte und könnte es auch für die nächsten Rennen mehr Spannung zur Folge haben?

Das Streckenlayout in Spielberg mit den langen Geraden kam Ferrari sicher entgegen, da die Scuderia bekanntlich den stärksten Motor im Feld hat. Das wird besonders deutlich, wenn es bei den Geraden bergauf geht, wie es in den ersten beiden Kurven in Spielberg der Fall ist.

Mercedes hatte dort dagegen bereits im vergangenen Jahr große Probleme. Damals fielen sowohl der Silberpfeil von Hamilton als auch der von Bottas wegen technischer Defekte aus. Viel hätte nicht gefehlt, dass dies auch diesmal der Fall gewesen wäre.

Hitze macht Mercedes Probleme

Verantwortlich dafür ist die Hitze. "Wir konnten uns nicht verteidigen, wir konnten nicht attackieren. Wir mussten 400 Meter cruisen ohne Gas, um das Auto zu kühlen, und damit kannst du nur noch durch die Gegend rollen, aber nicht Rennen fahren", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

Beide Piloten mussten deshalb "Lift and Coast" auf den Geraden anwenden. Das heißt, der Fahrer geht vor Kurven früher vom Gaspedal. Wolff zufolge wurde zudem "das Bodywerk des Autos so weit wie möglich geöffnet und der Motor heruntergedreht."

Wolff wird sogar noch drastischer in seiner Beschreibung, wie schlimm es um die Boliden stand: "Unter diesen Umständen konnten wir heute kein richtiges Rennen fahren, weder offensiv noch defensiv. Wir haben nur versucht, zu überleben und alles richtig zu kühlen."

Wolff hofft auf kalte Rennen

Für das nächste Rennen in Silverstone hofft der Österreicher daher, dass es "so kalt und regnerisch wie nur möglich" wird. Doch bei Mercedes weiß man, dass dies keine Dauerlösung ist, denn mit Hockenheim und Budapest stehen kurz darauf zwei weitere potenzielle Hitzerennen auf dem Programm. 

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"Es ist klar, dass wir unsere Kühlungsprobleme für die anstehenden heißen Europarennen beheben müssen", sagte Wolff. Gerade der Große Preis von Deutschland mit den langen Geraden könnte sonst zum Debakel für Mercedes werden. (Rennkalender)

Kriegt Mercedes diese Probleme bis dahin nicht im Griff, "könnten uns ein paar schwierige Rennen ins Haus stehen", befürchtet auch Hamilton, der die Gesamtwertung aktuell noch klar anführt.

Sein größter Gegner auf dem Weg zum sechsten WM-Titel scheint nicht Vettel, sondern die Hitze zu sein.

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