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München - Sebastian Vettel und Ferrari könnten bald wieder getrennte Wege gehen. Spekuliert wird über eine Rückkehr des Deutschen zu Red Bull. Doch was steckt dahinter?

Als Sebastian Vettel 2015 zu Ferrari wechselte, war die Marschroute klar: Der viermalige Formel-1-Weltmeister sollte der Scuderia den 16. Fahrer-Titel bescheren. Doch alle bisherigen Versuche scheiterten.

In vier Saisons gelang es Vettel nicht, an Mercedes vorbeizukommen. Im ersten Jahr wurde der 32-Jährige hinter Nico Rosberg und Weltmeister Lewis Hamilton WM-Dritter. Im zweiten gar nur Vierter hinter den beiden Silberpfeilen sowie Daniel Ricciardo, seinem ehemaligen Teamkollegen bei Red Bull.

2017 schaffte Vettel es zumindest auf Rang zwei hinter Hamilton, ebenso 2018 - die Erwartungen und Sehnsüchte der Ferraristi konnte er aber nie erfüllen. Wohl auch nicht in diesem Jahr, in dem Vettel abgeschlagen auf Rang vier liegt, mit inzwischen 74 Punkten Rückstand auf Hamilton.

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Erfolge von Vettel lange her

Die Zeit, in der Vettel seine großen Erfolge feierte, liegt bereits länger zurück. Seinen letzten WM-Titel bejubelte er im Jahr 2013, seiner vorletzten Saison bei Red Bull. Jenem Team, das am vergangenen Wochenende mit Max Verstappen seinen ersten Saisonsieg holte - im Gegensatz zu Vettel und Ferrari, die bislang in Sachen Rennsiege komplett leer ausgingen. (Fahrerwertung)

Vettel wird sich an die Zeit erinnern, in der er sich viermal in Folge die Formel-1-Krone aufsetzte. Nicht überraschend erscheint es also, dass nun über eine mögliche Rückkehr zu Red Bull spekuliert wird.

Dafür müsste der jüngste Weltmeister der Formel-1-Geschichte zwar Ferrari verlassen, ohne den ersehnten Titel eingefahren zu haben - doch vielleicht ist ihm das gerade recht.

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Leclerc will Vettel angreifen

Denn bei der Scuderia droht ihm zu allem Überfluss nun auch noch Ungemach aus dem eigenen Stall: Sein neuer Teamkollege Charles Leclerc macht immer mehr von sich reden und raste beim Großen Preis von Österreich zuletzt auf den zweiten Platz. In der Fahrerwertung liegt der Franzose nur noch 18 Punkte hinter Vettel - trotz anfänglicher Stallorder. Die ist inzwischen aufgehoben, Vettel wird nicht länger bevorzugt.

Geschieht also Ähnliches wie 2014, als Ricciardo immer stärker wurde und sich aufmachte, Vettel bei Red Bull den Rang abzulaufen?

Als wäre diese Aussicht nicht schlimm genug, setzte sich für Vettel in Spielberg jüngst eine inzwischen besorgniserregende Pannenserie seines Teams fort. Als der Deutsche in die Boxengasse kam, standen die Reifen nicht bereit, Vettel verlor wertvolle Sekunden. Das Teamradio habe nicht funktioniert, lautete die Begründung.

Es war jedoch beileibe nicht die einzige Ferrari-Panne in den vergangenen Monaten. Im Titelkampf mit Mercedes ein entscheidender Nachteil. (Rennkalender)

Gutes Verhältnis zu Red Bull

Fast zwangsläufig führt das weiterhin hervorragende Verhältnis zwischen Vettel und seinen ehemaligen Kollegen daher nun zu den Gerüchten um eine Rückkehr zu Red Bull. Noch immer pflegt der Heppenheimer ein intensives Verhältnis zu den Mechanikern und Ingenieuren sowie zu den Führungskräften um Adrian Newey und Christian Horner.

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Teamchef Horner ist nach wie vor ein großer Fan und versteht sich auch privat bestens mit Vettel. Der 45-Jährige hält seinen ehemaligen Piloten für ein großes Aushängeschild, gemeinsam feierten die beiden die bis heute größten Erfolge in der Geschichte des Rennstalls. Die Comeback-Gerüchte dementierte Horner bisher nicht.

"Wir haben sehr schöne Erinnerungen an die Zeit mit Sebastian", sagte Horner bei Servus TV. "Er ist Teil der Geschichte unseres Teams. Er ist immer noch ein Freund des Teams, und er hat sich sehr mit uns über das Ergebnis am Red-Bull-Ring gefreut. Da existiert gegenseitiger Respekt und Freundschaft."

Wohin geht Verstappen?

Die so weit geht, dass eine berufliche Wiedervereinigung ernsthaft im Raum steht?

Dafür müsste sich wohl zunächst Verstappen von Red Bull verabschieden. Der Niederländer wurde zuletzt des Öfteren mit den beiden Top-Teams Mercedes und Ferrari in Verbindung gebracht. Sogar ein Cockpit-Tausch mit Vettel könnte also eine Möglichkeit sein.

Der Deutsche käme zurück zu seinen Wurzeln. Dorthin, wo er seine größten Erfolge feierte. Wo er wohl auf Anhieb wieder zum unumstrittenen Star werden würde.

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Und doch gibt es eben auch Argumente, die gegen eine Rückkehr zu Red Bull sprechen. Allen voran die geringe Weltmeister-Chance. Trotz aller Pleiten und Pannen bei Ferrari: Mit dem springenden Pferd scheinen Vettels Titelchancen dann doch um einiges größer als mit dem Stier auf dem Auto.

Lässt man alle nostalgischen Aspekte beiseite, scheint zudem Red Bull selbst ein größeres Ass im Ärmel zu haben als den alternden Ex-Weltmeister: Max Verstappen. Der Niederländer ist schon jetzt ein Siegfahrer - und obendrein mit 21 Jahren der perfekte Mann für die Zukunft.

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