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München und Budapest - Mit seiner ersten Pole-Position erhöht Max Verstappen den Druck auf Mercedes. Sein Boss verrät, wie der Niederländer von "Mad Max "zum Titelkandidaten gereift ist.

Jetzt ist also auch dieser weiße Fleck beseitigt in der Vita des Max Verstappen.

Der junge Niederländer mischt die Formel 1 im Moment derart auf, dass man die Nachricht aus Ungarn  (Formel 1, Rennen in Budapest ab 15.10 Uhr im SPORT1-Liveticker) zunächst kaum glauben konnte.

Nach 92 Rennen und sieben Siegen hat es tatsächlich bis zum Qualifying auf dem Hungaroring gedauert, bis der Red-Bull-Pilot auch seine erste Pole-Position bejubeln durfte.

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Dabei ist der erste Startplatz beim Ungarn-GP nur die logische Konsequenz seiner Entwicklung in den vergangenen Wochen und Monaten. "Endlich werde ich nicht mehr nach der ersten Pole gefragt", grinste Verstappen nach seinem Husarenritt erleichtert

Verstappen holt zwei Siege aus drei Rennen

Viermal stand der 21-Jährige in diesem Jahr schon auf dem Podium, zwei der letzten drei Rennen hat er gewonnen. Und selbst als ihn Sebastian Vettel in Silverstone von der Strecke rammte, blieb er cool und kam noch als Fünfer ins Ziel - übrigens seine schlechteste Platzierung in diesem Jahr. (Die Stimmen zum Qualifying)

In Budapest - da sind sich alle einig - kann der nächste Coup des Niederländers folgen, der sein Image als "Mad Max" mittlerweile endgültig abgelegt hat und auch in kritischen Situationen kühlen Kopf behält.

Marko: "Das hat er kapiert"

Einen großen Anteil daran hat sein Team. "Wir haben intensive Gespräche geführt", verriet Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko bei RTL vor dem Qualifying in Budapest. "Wir mussten Max die Ungeduld nehmen. Das hat er kapiert. Er ist jetzt gelassener."

Genau diese Gelassenheit ist es, mit der Verstappen nun von Erfolg zu Erfolg fährt und die ihn zum gefährlichsten Rivalen für Lewis Hamilton macht.

Vor der letzten Station, ehe es in die vierwöchige Sommerpause geht, ist der Vorsprung des Briten auf Verstappen mit 63 Punkten zwar noch recht komfortabel. Seit dem Großen Preis von Österreich aber ist er schon um 24 Zähler geschmolzen.

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Von Vettel als Hauptrivalen um den Titel spricht auch bei Mercedes keiner mehr. Zu sehr sind die Silberpfeile von den aktuellen Vorstellungen des jüngsten Formel-1-Piloten aller Zeiten beeindruckt. "Der Red Bull ist hier mit Verstappen am Steuer schneller als wir", musste Motorsportchef Toto Wolff einräumen. Doch nicht nur in Budapest sieht er eine harte Konkurrenz auf Hamilton zukommen.

Wolff warnt vor Verstappen

"Man sieht schon an der reinen Mathematik, dass Max jemand ist, den wir als Titelrivalen betrachten müssen", warnt Wolff - und rechnet vor, dass bei "zehn Rennen noch 260 Punkte" in dieser Saison zu vergeben seien.

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Auch bei Red Bull will man sich nicht mehr als der krasse Außenseiter im Titelrennen sehen. Teamchef Christian Horner beteuerte zwar bei Sky, "wir schauen nicht auf den WM-Stand".

Doch erstens tat er dies mit einem Lächeln und zweitens gab auch Marko seine Zurückhaltung auf. Zusammen mit dem neuen Motorenpartner Honda, der in Kürze noch ein Update stellen werde, "wird das ganze Paket immer erfolgreicher und wächst immer mehr zusammen", so der Österreicher: "Generell gibt es eine Aufbruchstimmung."

Und wie sieht er die Sache mit dem WM-Kampf? "Also rein rechnerisch kann er noch Weltmeister werden", sagt er zu Verstappens Chancen und prophezeit: "Ich glaube, die zweite Saisonhälfte kann noch ganz schön spannend werden."

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