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Sebastian Vettel mag sich nicht so recht über den Sieg seines Teamkollegen Charles Leclerc in Spa freuen. Der Monegasse kann seine Premiere nicht genießen. Die Stimmen.

Emotionale Premiere für Ferrari-Pilot Charles Leclerc. 

Am Tag nach dem Tod seines Freundes, dem Formel-2-Piloten Anthoine Hubertfeierte er in Spa seinen ersten Formel-1-Sieg. Nach der Zieldurchfahrt widmete Leclerc den Sieg seinem verstorbenen Freund.

Hinter Leclerc landete das Mercedes-Duo Lewis Hamilton und Valtteri Bottas. Sebastian Vettel landete nur auf Rang vier und war sichtlich bedient. 

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SPORT1 fasst die Stimmen aus Spa von Sky, RTL und aus der Boxengasse zusammen.

Charles Leclerc (Ferrari): "Ich tue mich schwer, diesen Moment so zu genießen. Anthoine, Pierre (Gasly, d. Red.), Esteban (Ocon, d. Red.), wir vier waren im Kart, sind 2005 da unsere ersten Rennen gefahren. Das ist nicht einfach. Wie gesagt, diesem Sieg widme ich Anthoine."

... über den Tod von Hubert: "Das gestern war ein großer Schock. Nicht nur für mich, sondern für alle. Vielleicht realisiere ich das alles in ein paar Wochen, wenn sich alles beruhigt hat. Im Moment ist alles noch so frisch, dass es schwierig ist." 

Mattia Binotto (Teamchef Ferrari): "Es sind gemischte Gefühle. Ohne Zweifel sollten wir uns für Charles freuen. Das ist sein allererster Sieg, er ist sehr gut gefahren heute. Er hat von der ersten bis zur letzten Runde gepusht. Er ist das gesamte Wochenende gut gefahren. Ich denke, es war sehr wichtig für ihn, heute für Anthoine zu gewinnen. Er hatte sich das vorgenommen."

... über Leclerc: "Ich bin sicher, es ist nicht sein letzter Sieg. Wir haben die Hymne von Monaco gehört, die müssen wir lernen. Das ist ein guter Startschuss für seine Karriere."

... über die Bedeutung des ersten Sieges für Ferrari: "Ich freue mich, weil wir in dieser Saison schon mehrere Möglichkeiten erhalten haben, die wir allerdings nicht genutzt haben. Hier in Spa zu gewinnen, das ist jetzt vielleicht nicht der beste Zeitpunkt für seinen ersten Sieg, aber das war ein sehr wichtiger Triumph."

Vettel: "Nicht das Gefühl fürs Auto gehabt"

Sebastian Vettel (Ferrari): "Ich habe mich heute einfach schwer getan. Ich habe nicht das Gefühl fürs Auto gehabt, keinen Grip gefunden. Das habe ich bereits im ersten Stint gemerkt, dann mussten wir reagieren, um den Lewis abzufangen. Hintenraus hatte ich keinen Puffer mehr mit den Reifen und wurde dann überholt. Von da an war klar, dass das Rennen schwer wird. Deswegen war ich heute mehr in der Helferrolle und konnte nicht mein eigenes Rennen fahren." 

... über den frühen Stopp: "Die Lücke war da und um den Platz gegen Lewis nicht zu verlieren sind wir als Erste reingekommen. Der Hintermann hat dann immer die Option später reinzukommen, was er gemacht hat. Von da an war es schwer, weil ich mit den Reifen nicht bis zum Ende gekommen bin."

... über Leclerc: "Das ist mit Sicherheit gut fürs Team, schön für ihn, ein besonderer Tag. Aber der eigene Eindruck ist der, der durchklingt. Und da bin ich heute mit meiner Leistung nicht zufrieden." 

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Lewis Hamilton (Mercedes): "Ich bin glücklich. Es war ein wackliges Wochenende, aber dann hatte ich ein solides Qualifying und Rennen, also bin ich sehr glücklich. Natürlich willst du immer gewinnen, aber wir können sie nicht alle gewinnen. Ich freue mich für Charles, habe alles gegeben und nichts unversucht gelassen."

Valtteri Bottas (Mercedes): "Die Rennpace fühlte sich okay an, wie erwartet, aber Ferrari waren vom Start weg vorne und einfach stark auf den Geraden. Es gab keine Chance für mich, aber ich habe alles gegeben. Wir haben am Ende daraus den Vorteil gezogen, und Motor und Getriebe für die nächsten Rennen geschont."

Wolff über Hubert: "Vielleicht schaut er ja von oben zu"

Toto Wolff (Teamchef Mercedes): "Es hätte mit zwei Runden mehr vielleicht gereicht. Aber selbst dann ist es auf der Geraden sehr schwierig, die Ferraris zu überholen."

... über das Ergebnis: "Das war keine gute Strecke für uns, wir waren auf den Geraden zu langsam.Aber wenn das Schadensbegrenzung ist, müssen wir damit sehr zufrieden sein."

... über den Sieg von Leclerc: "Man muss auf das Rennen schauen, aber es hat auch ein junger Mann sein Leben verloren. Das überschattet alles. Wir dürfen ihn nicht vergessen. Es ist daher gut, dass sein Freund Charles das Rennen gewonnen hat, sie standen sich nahe. Alles passiert aus irgendeinem Grund. Vielleicht schaut er ja von oben zu."

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Alexander Albon (Red Bull): "Es war eigentlich ein schwieriges Rennen. Am Anfang hatte ich echt Probleme mit dem Grip. Aber auf den Soft-Reifen wachte das Auto auf. Aber in den nächsten Tagen habe ich noch immer Arbeit vor mir."

Pierre Gasly (Toro Rosso): "Du verlierst einen deiner besten Freunde. Ich bin seit meinem siebten Lebensjahr mit ihm aufgewachsen. Erst im Kartsport. Wir teilten uns ein Zimmer, lebten sechs Jahre lang in der gleichen Wohnung. Wir waren Klassenkameraden mit dem gleichen Lehrer in einer Privatschule des französischen Verbands. Ich bin noch immer geschockt. Ich verstehe einfach nicht, dass es so schnell gehen kann. Einfach schrecklich."

Max Verstappen (Red Bull): "Am Ende ist es egal, wer schuld ist. Ich glaube, er hat mich nicht gesehen. Das ist natürlich schade. Das können wir natürlich jetzt nicht mehr ändern."

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