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Austin - Lewis Hamilton feiert seinen sechsten WM-Titel und hat noch lange nicht genug. Toto Wolff fordert mehr Respekt für den Champion. Die Stimmen zum GP von Austin.

Lewis Hamilton hat sich souverän seinen sechsten Weltmeister-Titel in der Formel 1 gesichert. Beim Großen Preis von Austin reichte dem Mercedes-Pilot ein zweiter Platz hinter Teamkollege Valtteri Bottas, um zwei Rennen vor Saisonende in der WM-Wertung uneinholbar vorne zu liegen.

Ein Titel fehlt nur noch zum Rekord von Michael Schumacher, der sieben WM-Titel gewinnen konnte. Hamilton fühlt sich trotz seiner 34 Jahre "fit wie nie", der Schumacher-Rekord treibt den Engländer an.

Während die Freude bei Lewis Hamilton groß war, zeigte sich Ferrari enttäuscht. Sebastian Vettel schied vorzeitig aus, Charles Leclerc fuhr meilenweit hinterher. Dementsprechend bedient äußerten sich die Scuderia-Piloten.

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SPORT1 fasst die Stimmen von Sky und RTL sowie von der Pressekonferenz und aus der Boxengasse zusammen.

Valtteri Bottas (Mercedes, Rang 1): "Ich freue mich über diesen Sieg. Es hat nicht ganz gereicht (zum WM-Titel, Anm. d. Red.). Ich war mir nicht sicher, welche Strategie besser sein würde. Aber zum Glück hat es gereicht. Ich habe mein Ziel dieses Jahr nicht erreicht. Aber Lewis verdient das. Er ist eine starke Saison gefahren. Ich habe mich seit gestern sehr wohl gefühlt hier im Auto. Ein toller Sieg für mich. Riesen Gratulation an Lewis. Ich habe mein Ziel in diesem Jahr verfehlt, aber es gibt ein nächstes Jahr. Ich werde es wieder versuchen." (Fahrerwertung der Formel 1)

Lewis Hamilton (Mercedes, Rang 2): "Ich wollte heute einfach das schlechte Qualifying wiedergutmachen und den Doppelsieg für uns holen. Ich dachte nicht, dass ein Stopp möglich sein würde. Aber ich habe alles unternommen, damit es funktioniert. Ich habe so hart gepusht wie möglich, aber die Reifen waren am Ende durch und ich konnte mich nicht mehr wehren."

über den WM-Titel: "Ich bin jetzt sehr emotional, ich denke an so viele Menschen, an das Team, die Jungs in der Fabrik, meine Familie, meine Eltern, meinen Bruder, meinen Onkel. Mein Vater hat mir als ich sechs, sieben Jahre alt war gesagt: 'Gib niemals auf.' Das ist unser Familienmotto. Ich weiß nicht, wie viele Titel möglich sind, aber als Sportler fühle ich mich so fit wie nie. Ich werde wieder angreifen."

über die Saison 2019: "Das ist noch nicht so richtig bei mir angekommen. Ich bin noch völlig in Gedanken, ich schwebe auf Wolke sieben. Das war ein so hartes Jahr, mental noch schwerer als alle anderen Jahre. Ich danke Mercedes für die Unterstützung, dass sie immer an mich geglaubt haben. So viele Leute haben einen großen Anteil an diesem Erfolg. Ich bin allen so dankbar. Es gibt nur 20 Menschen auf der Welt, die diese Chance überhaupt bekommen. Ich bin sehr dankbar, dass ich einer von ihnen bin."

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über die Rekorde von Michael Schumacher: "Michael einzuholen war für mich nie ein Ziel. Ich denke gar nicht an Rekorde und dergleichen. Ich hatte gedacht, auch nur in die Nähe von Michael zu kommen, wäre kaum möglich. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich meinen ersten Titel gewann, dann den zweiten. [Michaels Rekord] war so weit weg. Und auch wenn dieser Rekord jetzt so nah zu sein scheint, er ist doch noch weit weg."

Max Verstappen (Red Bull, Rang 3): "Wir haben unser Bestes gegeben. Sie waren heute einfach ein bisschen schneller. Dennoch war es ein gutes Rennen für mich, ich habe die Mercedes im Blick gehabt. Ich bin zufrieden. Platz zwei wäre vielleicht sogar noch drin gewesen, aber es ist schön, auf dem Podium zu stehen. Lewis macht das phänomenal, sechs Titel sind unglaublich."

Charles Leclerc (Ferrari, Rang 4): "Ich weiß nicht, was heute los war. Irgendwas ist nicht in Ordnung gewesen. Die Reifen vorne waren ganz komisch, die habe ich nicht zum Arbeiten bekommen. Ich habe unheimlich zu kämpfen gehabt." (Teamwertung der Formel 1)

Sebastian Vettel (Ferrari, Ausfall): "Es war ganz komisch, weil direkt nach dem Start hatte ich überhaupt keinen Grip und musste viele Autos durchlassen, bis ich meinen Rhythmus gefunden habe. Dann hat es an einer Bodenwelle einen Knacks gemacht, irgendetwas ist wohl gebrochen. Das ist natürlich bitter, Ich habe nichts anders gemacht in dieser Runde. Das ist ärgerlich. Es geht immer noch um den 3. Platz, und dann ist es ärgerlich, dass man so früh aus dem Rennen genommen wird."

über Hamilton: "Er ist schon lange dabei, und er ist einer der erfolgreichsten Piloten. Ich denke, dass man ihn direkt nach Michael (Schumacher) nennen muss."

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Toto Wolff (Mercedes-Motorsportchef): "Er ist vielleicht der beste Fahrer, der jemals existierte. Ich wünsche mir in seiner Heimat England mehr Wertschätzung für ihn. Der sechste Team- und der sechste Fahrertitel in Folge, wir haben die Nadel ein bisschen verschoben, aber alle Rekorde sind dafür da, gebrochen zu werden."

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über Hamiltons Karriere: "Wenn Nico nicht einmal dagegengehalten hätte, wäre Lewis bei sieben. Wir werden weiter hart arbeiten. Ich glaube, Ferrari hatte einen Seuchentag, das schlechteste Rennergebnis des ganzen Jahres. Ich weiß nicht, ob es ein Setup-Problem war oder mit der neuen FIA-Regelung zusammenhängt. Niki (Lauda) kommt mir die ganze Zeit in die Gedanken, aber dann kommt mir auch sein Pragmatismus in den Kopf: Gewonnen - und? Schauen wir aufs nächste Jahr."

Mattia Binotto (Ferrari-Teamchef): "Wir kamen nicht auf Tempo. Die Gründe dafür kennen wir noch nicht. Irgendwas hat beim ersten Stint nicht gepasst. Danach war unser Rennen gelaufen, wenngleich die Pace im zweiten und dritten Stint gepasst hat. Wir hatten mehr erwartet. Ein enttäuschender Tag für uns."

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