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München und Melbourne - Die Formel 1 sagt den Saisonstart nach großem Hin und Her erst kurz vor dem Australien-Training ab. Der Sportchef gibt zu, von der Entwicklung überrascht gewesen zu sein.

Die kurzfristige Absage des Großen Preises von Australien wurde für die Formel 1 zum PR-Desaster.

Warum die Verantwortlichen erst wenige Stunden vor Beginn des Freien Trainings den Saisonstart abgesagt hatten, erklärt nun Formel-1-Sportchef Ross Brawn.

Brawn: Formel 1 von Entwicklung überrascht

"Als wir entschieden haben, dass wir das Rennen fahren, sah es noch ein wenig anders aus als jetzt", sagte der Brite bei formula1.com und gab damit zu, dass die Entscheidungsträger die Entwicklung komplett unterschätzt haben.

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Im Gegensatz zu Lewis Hamilton, der sich schon am Donnerstag fragte, warum der Formel-1-Tross überhaupt nach Melbourne gereist sei, wollten die Bosse das Rennen unbedingt durchziehen.

"Wir waren optimistisch, dass wir das durchstehen, dass die Formel 1 beginnt und wir hier ein tolles Rennen haben können", offenbarte Brawn eine gewisse Naivität. Denn spätestens als sich McLaren offiziell wegen eines Corona-Falls im Team von dem Rennen zurückzog, hätte die Absage des kompletten Grand Prix' erfolgen müssen.

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Brawn selbst hatte diese Vorgabe bereits Anfang März verkündet, als schon abzusehen war, dass einige Rennställe - vor allen die italienischen - womöglich gar nicht nach Australien einreisen dürften. Man könne in dem Fall kein Rennen abhalten, "das wäre unfair", sagte der 65-Jährige damals.

Horner spricht von kuriosem Plan

Wie chaotisch die Situation rund um die Austragung des Australien-GP wurde, zeigt auch ein Statement von Christian Horner. Der Teamchef von Red Bull sprach von Überlegungen, das Fahrerlager komplett abzuriegeln, um den Grand Prix doch noch irgendwie über die Bühne zu bringen.

Dies hätte bedeutet, dass nur noch das Personal der jeweiligen Teams Zugang zum Paddock bekommen hätte, und VIP-Gäste sowie Journalisten hätten draußen bleiben müssen.

Am Ende aber wurde die Formel 1 so schnell von der Realität eingeholt, dass nicht auch diese Idee nicht mehr umgesetzt werden konnte.

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