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Lewis Hamilton kämpft auch in seiner Funktion als Formel-1-Fahrer stets gegen Rassismus und Diskriminierung
Lewis Hamilton kämpft auch in seiner Funktion als Formel-1-Fahrer stets gegen Rassismus und Diskriminierung © Getty Images
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München - Lewis Hamilton kritisiert die Formel 1 wegen ihres Umgangs mit Rassismus. Nun stößt der Mercedes-Pilot eine weitere Diskussion an, fordert das Comeback eines Afrika-GP.

Es wäre für ihn eine echte Herzensangelegenheit: Lewis Hamilton macht sich für eine Rückkehr der Formel 1 nach Afrika stark.

Darüber hat der Mercedes-Pilot nun in einem Fan Q&A auf dem YouTube-Kanal von PETRONAS Motorsports gesprochen. 

Auf die Frage, wo er am liebsten ein neues Formel 1-Rennen etablieren würde, antwortete der sechsmalige Weltmeister in Diensten von Mercedes: "Ganz klar: Afrika. Es ist ein so wichtiger Ort, zurückzukehren." 

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Rassismus-Diskussion in Formel 1

Erst vor kurzem hatte Hamilton mit Äußerungen gegen Rassismus auf sich aufmerksam gemacht. Der 35-Jährige warf dabei der von hellhäutigen Fahrern dominierten Formel 1 vor, sich zu wenig gegen Hass und Diskriminierung von Minderheiten positionieren.

Zudem will der Formel-1-Superstar eine Kommission gründen, die Dunkelhäutigen den Einstieg in die Formel 1 erleichtern soll. 

Der langjährige Formel 1-Boss Bernie Ecclestone wehrte sich gegen die Kritik und sorgte seinerseits mit Aussagen für Wirbel: "Ich bin nicht gegen Schwarze. Das Gegenteil ist der Fall. Ich war immer für sie. Lewis' Vater wollte sogar mal mit mir eine Firma gründen. Wenn ich anti-schwarz wäre, hätte ich das nie in Betracht gezogen. Ich habe schon viele Weiße getroffen, die ich nicht mochte, aber noch nie einen Schwarzen", sagte Ecclestone der Mail on Sunday.

Hamilton hofft, mit seinen Statements eine Diskussion anzustoßen, die bereits mehrfach im Raum stand. "Die Formel 1 muss ein Sport sein, der an Orte gehen muss, um dortigen Communities zu helfen. Sie würde die Aufmerksamkeit nach Afrika lenken und die Schönheit dieses Kontinents beleuchten", sagte er.

Afrika-Grand Prix fiel Apartheit-Politik zum Opfer

Zur Erinnerung: Auf dem Kylami Grand Prix Circuit in Südafrika hatten bislang die einzigen Rennen der Königsklasse auf afrikanischem Boden stattgefunden.

Der Grand Prix fiel ab 1986 der Apartheid-Politik zum Opfer und wurde bis 1992 ausgesetzt. Nach zwei Rennen zog die Formel 1 deshalb dann 1994 weiter.

Zudem machen den Betreibern strenge Lärm-Auflagen zu schaffen - um den Kurs entstand im Lauf der Jahre ein Wohngebiet. Dadurch wanderten auch andere internationale Motorsportserien ab, etwa die bis 2015 gastierende Superbike-WM. 

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Bis heute kämpft der Circuit um ein Comeback auf dem afrikanischen Kontinent, das vor allem aus finanziellen Gründen bislang nicht gestemmt werden konnte.

Zahlen sollten aber nicht alleiniger Grund für die Rennserie sein, gewisse Orte zu meiden, so Hamilton. Er appellierte an die gesellschaftliche Verantwortung der Formel 1: "Da sollte es nicht um Geld, sondern die Leute gehen. Das ist leider nicht immer der Fall."

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