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Dicke Luft herrscht gerade zwischen den Bossen Toto Wolff und Mattia Binotto
Dicke Luft herrscht gerade zwischen den Bossen Toto Wolff und Mattia Binotto © Imago
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München - Die Affäre um kopierte Bauteile in der Formel 1 erhitzt weiter die Gemüter. Toto Wolff attackiert Ferrari scharf und kann sich einen Seitenhieb nicht verkneifen.

Schon vor mehr als drei Wochen hatte der Automobil-Weltverband seine Entscheidung getroffen.

In der sogenannten "Copygate-Affäre" wurde das Team Racing Point von der FIA der illegalen Kopie von Mercedes-Bauteilen für schuldig erachtet.

Demnach stellten die von Renault beanstandeten Bremsbelüftungen der pinken Renner einen Verstoß gegen das sportliche Reglement dar. Das Urteil: Racing Point wurde zu einer Geldstrafe von 400.000 Euro und einem Punktabzug in der Konstrukteurs-WM von 15 Zählern verdonnert.

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Ferrari bleibt bei Einspruch

Doch die Affäre ist damit nicht ausgestanden. Denn Renault und Ferrari legten Einspruch gegen das Urteil ein. Die Franzosen haben zwar mittlerweile angekündigt, ihren Einspruch zurückzuziehen. Ferrari aber bleibt dabei. Ein Vorgehen, das Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff auf die Palme bringt.

"Da würde ich sagen: 'Konzentriere dich auf die Performance und nicht auf den Grünen Tisch. Es wäre besser, über das Rennenfahren zu sprechen", legte Wolff am Rande des Belgien-GP bei Sky im Streit mit den Italienern nach, inklusive spitzem Kommentar zur derzeitigen Schwäche des einstigen Hauptrivalen. Während Mercedes die nächste Doppel-Pole feierte, musste sich Ferrari mit den Startplätzen 13 und 14 zufrieden geben.

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Wolff: "Absurde Argumente"

Überhaupt verwahrte sich Wolff gegen die seiner Meinung nach "absurden Argumente" der Gegner.  

"Warum sollten wir denen nicht ein Auto, jede Menge Daten und den Windkanal zur Verfügung stellen?", verteidigte er die Zusammenarbeit mit dem Kundenteam Racing Point. "Wir haben überhaupt kein Interesse, unsere Position, die wir in den letzten Jahren aufgebaut haben, durch so einen Nonsense zu gefährden." 

Trifft Mercedes eine Mitschuld?

Da die Kopie-Vorwürfe offiziell nur gegen Racing Point erhoben werden, sieht sich der Österreicher eigentlich nur in der Zuschauerrolle. Aber auch er hat mittlerweile erkannt, dass Mercedes zumindest eine Mitschuld in dieser Affäre gegeben wird. 

Die versteckte Kritik: Wenn Racing Point den Mercedes kopiert hat, müssen die Silberpfeile das fast zwangsläufig zugelassen haben.

Derzeit muss davon ausgegangen werden, dass der Fall in letzter Instanz vom Internationalen Berufungsgericht der FIA geklärt werden wird. Wolff jedenfalls hatte schon vor zwei Wochen in Silverstone angekündigt, dass er sich "auf ein sehr langwieriges und schmutziges Verfahren einstellen" werde.

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