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Das Verbot des Party-Modus in der Formel 1 wird bis auf Weiteres verschoben. Mercedes sollte damit eigentlich eingebremst werden, Red Bull ärgert sich.

Da haben sich die Mercedes-Gegner zu früh gefreut. Das Verbot des Party-Modus wird nach Informationen von SPORT1 bis auf Weiteres verschoben.

Eigentlich war die Regeländerung bereits für das nächste Rennen in Spa geplant. Doch vor dem darauf folgenden Lauf in Monza soll sie jetzt nicht greifen – und ob die FIA das Verbot dort umsetzt, ist ebenfalls nicht sicher.

Die unterschiedlichen Motor-Modi zwischen Qualifying und Rennen sollten schon in Belgien auf dem Index stehen, um so auch den legalen Betrieb der Antriebseinheiten besser kontrollieren zu können.

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Jetzt die Rolle rückwärts. Heißt: Auf der Ardennenachterbahn darf Mercedes am 29. August im Qualifying zum Belgien-GP weiter mit der Motoreinstellung fahren, die nach Messungen der Konkurrenz insgesamt 1022 PS freigibt und den Schwarzpfeilen einen Zeitvorteil von bis zu einer halben Sekunde beschert.

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Red Bull hatte sich schon auf Mercedes-Bremse gefreut

Einige Rivalen verfügen zwar ebenfalls über mehr PS im Zeittraining, kommen aber bei weitem nicht auf die Werte von Mercedes. Honda schafft es auf 995 PS, Renault auf 985 und Schlusslicht Ferrari auf 980 PS.

Bei Red Bull-Honda hatte man sich deshalb schon auf das Verbot gefreut. Motorsportchef Helmut Marko sagte SPORT1: "Für uns wäre das gut, denn dann ist sogar die Pole möglich."

Der Grazer rechnete vor: "In Barcelona haben wir im Qualifying wegen des Party-Modus bestimmt eine halbe Sekunde auf Mercedes verloren, in Spa wären es acht Zehntel gewesen. Wir verbessern uns jedes Wochenende im Chassis-Bereich, kommen so Mercedes immer näher."

Marko glaubte zu diesem Zeitpunkt noch daran, in Belgien "auch im Qualifying mit Mercedes auf Augenhöhe" sein zu können. Das sei sehr wichtig, "denn wir haben unser großes Ziel noch nicht aufgegeben: Wir wollen Max Verstappen immer noch zum jüngsten Weltmeister aller Zeiten machen. Wir wissen, was noch im Auto steckt. 2012 haben wir sogar 60 Punkte Rückstand auf Alonso noch aufgeholt." Damals übrigens mit Sebastian Vettel am Steuer.

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Mercedes sieht sogar Vorteil im Party-Verbot

Doch aus dem erhofften, ausgeglicheneren Qualifying wird erstmal nichts. Warum das Party-Verbot jetzt verschoben wurde, ist unklar.

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hatte sich in der Öffentlichkeit nicht gegen die neue Regel gewehrt. "Wenn uns durch diesen 'Party-Modus' ein paar Runden weggenommen werden im Qualifying, dann können wir das Vier- oder Fünffache drauflegen im Rennen mit mehr Power", warnte der Österreicher die Rivalen.

Er verstehe sogar die Simplifizierung, "damit das besser kontrollierbar ist", meinte Wolff und erklärte: "Es ist eine sehr komplexe Methode zwischen dem Verbrennungsmotor und dem gesamten Energierückgewinnungssystem, und mit einem einzigen Modus wird es für die FIA einfacher, wirklich zu sehen, ob alles konform ist."

Allerdings räumt der Wiener auch ein, dass Mercedes damit eingebremst werden soll: "Wir haben uns jahrelang darauf konzentriert, dass genau dieser spezifische Aspekt funktioniert, und jetzt kommt man da von links außen und sagt, wir wollen das nicht mehr. Aber die Regel muss erst genau definiert werden. Im Endeffekt glaube ich, dass es einfach eine neue Herausforderung für uns ist."

Allerdings noch nicht in Spa.

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