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2018 Canadian GP CIRCUIT GILLES-VILLENEUVE, CANADA - JUNE 09: Sebastian Vettel, Ferrari, with Adrian Newey, Chief Technical Officer, Red Bull Racing during the Canadian GP at Circuit Gilles-Villeneuve on June 09, 2018 in Circuit Gilles-Villeneuve, Canada. (Photo by Andy Hone LAT Images) 1015305894 Images) PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY _ONY3414
Sebastian Vettel (l.) und Adrian Newey haben zusammen vier WM-Titel gewonnen. © Imago
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Im Ferrari fährt Vettel weiter hinterher. Bei Aston Martin, wo der Deutsche auf den Spuren von Michael Schumacher wandelt, könnte sich das 2021 ändern.

Die rosa-grüne Zukunft wurde am Mittwoch festgezurrt – doch die rote Realität bleibt enttäuschend.

Sebastian Vettel (33) startet in den GP der Toskana, Ferraris 1000. GP, nur von Startplatz 14, während sein Teamkollege Charles Leclerc Fünfter ist. Der Bericht zum Qualifying. 

"Das ist ein festzementierter Unterschied", sagt RTL-Experte Christian Danner. "Leclerc ist schneller als Sebastian. Das ist bitter und tut nicht gut." Vettel selbst gibt zu: "Ich habe an diesem Wochenende zu kämpfen." Der Trend spricht nicht für Vettel. (Formel 1: Großer Preis der Toskana am Sonntag ab 15.10  Uhr im LIVETICKER)

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Kann sich das 2021 ändern? Fakt ist: Für Experten ist der Wechsel zu Aston Martin jetzt schon eine Win-Win-Situation für beide Parteien.

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Es wird die dritte Etappe in Sebastian Vettels Karriere - und wieder bleibt der Deutsche auf den Spuren von Michael Schumacher. Der Grund: Aston Martin ist aus dem ehemaligen Jordan-Team hervorgegangen, wo Schumacher 1991 sein erstes Formel-1-Rennen fuhr. 

Vettel auf Schumachers Spuren

Firmengründer Eddie Jordan erinnert sich bei SPORT1 an die Anfangstage mit Michael Schumacher: "Michael war unglaublich schnell. Und nicht nur das: Er beanstandete schon im Training, dass was mit der Kupplung nicht stimmte. Ich war aber ein bisschen knapp bei Kasse und dachte, die alte hält schon noch. Tat sie aber nicht. Michael war stinksauer. Ich kann mir vorstellen, dass Vettel ähnlich reagiert hätte." 

Zu Aston Martin sagt der irre Kult-Ire: "Vom alten Jordan-Team sind nur ganz wenige dabei, nur die Fabrik steht immer noch am selben Fleck in Silverstone." Aber nicht mehr lange in derselben Form. Teambesitzer Lawrence Stroll investiert derzeit rund 100 Millionen Euro in ein neues Werk. Und angeblich 15 Millionen pro Jahr in Vettel. "Für das Team ist das Wissen, das Sebastian mitbringt, entscheidend", sagt Mercedes-Teamchef Toto Wolff. "Er wird alle voranbringen."

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Racing Point-Teamchef Otmar Szafnauer ergänzt: "Mit Aston Martin und ein wenig finanzieller Unterstützung, einer neuen Fabrik und 20 Prozent mehr Personal haben wir eine Infrastruktur, mit der wir attackieren können. Deshalb kann ein Fahrer wie Sebastian, der die Erfahrung aus vier Weltmeisterschaften und 53 Rennen mitbringt, für uns nur von Vorteil sein."

Auch, weil er das ein oder andere Technik-Schwergewicht locken kann. Das heißeste Gerücht aus Italien: Lawrence Stroll will Vettel und Red Bull-Designgenie Adrian Newey wiedervereinen.

Newey: Red Bull bleibt entspannt

Gemeinsam holten beide vier WM-Titel bei Red Bull. Für Aston Martin hat Newey bereits das Hypercar "Valkyrie" designt. Doch bei Red Bull macht man sich keine Sorgen. "Adrian ist sicher bei uns unter Vertrag", sagt Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko zu SPORT1. "Adrian durfte kürzlich einen seltenen Aston Martin testen und hat sich dafür bei Stroll bedankt. Mehr nicht."

Egal ob Newey kommt oder nicht: Aston Martin kann auch Sebastian Vettel ganz viel geben. In erster Linie den Wohlfühlfaktor, den er bei Ferrari so schmerzlich vermisst. 

"Ich glaube nicht, dass er vergessen hat, wie man fährt", so Szafnauer. "Wir alle brauchen manchmal ein bisschen Liebe - besonders wenn man die ganze Zeit mental am Limit fährt. Es wird unsere Aufgabe sein, unsere Arme um ihn zu legen und ihm zu zeigen, worum es in dieser Mannschaft geht. Und ich denke, er wird mit uns aufblühen."

Erster Mercedes-Motor für Vettel

Auch, weil der Racing Point - die rosa Kopie des Vorjahres-Mercedes - besser zu seinem Fahrstil passen dürfte. Der Mercedes hat von Haus aus mehr Abtrieb auf der Hinterachse, wird gutmütiger auf Vettels späte Bremsmanöver reagieren und dem Heppenheimer mehr Vertrauen vermitteln. Genau das, was der Deutsche braucht, um wie früher in Neweys Autos am Lenkrad zaubern zu können. 

Dazu kommt: Vettel fährt 2020 das erste Mal in seiner Formel-1-Karriere einen Mercedes-Motor, das stärkste Aggregat im Feld. Von dessen Überlegenheit konnte Michael Schumacher bei Mercedes bis 2012 noch nicht profitieren. Vielleicht kann Vettel sein Idol ja zumindest in dieser Hinsicht überholen.

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