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Hyundai-Pilot Thierry Neuville bestimmt am ersten Tag der Rallye Schweden mit fünf Bestzeiten das Geschehen - Jari-Matti Latvala bestätigt gute Toyota-Form

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Thierry Neuville (Hyundai) war am ersten Tag der Rallye Schweden, dem zweiten Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2017, der schnellste Fahrer und hat sich eine deutliche Führung erarbeitet. Der Belgier gewann am Freitag bei der einzigen Schnee-Rallye im WRC-Kalender fünf von sieben Wertungsprüfungen und geht mit einem Vorsprung von 28,1 Sekunden auf Jari-Matti Latvala (Toyota) in den Samstag.

"Das war ein guter Tag, das Auto lief gut, wir konnten einiges verbessern, vor allem an der Hinterachse", sagt Neuville. Vor allem auf der siebten Wertungsprüfung "Svulllrya 2" zeigte Neuville eine beeindruckende Leistung und war mehr als zehn Sekunden schneller als der Rest des Feldes. Auch ein kleines Problem bei der letzten Wertungsprüfung des Tages bracht den Hyundai-Piloten nicht aus dem Konzept. "Die Fahrertür ist ständig aufgegangen. Ich musste sie immer wieder schließen und habe dadurch etwas Zeit verloren", berichtet er.

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Neben Neuville durfte auch Latvala mit seinem Tagwerk zufrieden sein. Nachdem er am Donnerstagabend zum Auftakt der Rallye bereits die Zuschauerprüfung gewonnen hatte, sorgte er heute mit der Bestzeit bei der vierten Wertungsprüfung für den ersten Sieg von Toyota bei einer regulären WP nach der Rückkehr der Japaner in der WRC. Damit bestätigte der Finne auch die gute Vorstellung der Rallye Monte Carlo, wo er auf Rang zwei gefahren war.

Juho Hänninen muss nach Unfall aufgeben

Dritter ist nach acht von 18 Wertungsprüfungen Ott Tänak (Ford, +49,7 Sekunden), der dank der Bestzeit bei der letzten WP des Tages an Kris Meeke (Citroen, +51,8) vorbeiging. Damit sind aktuell alle vier Hersteller unter den Top 5 vertreten. Fünfter ist Weltmeister Sebastien Ogier (Ford, +55,7), der heute als Erster auf die Strecken gehen musste, was bei leichtem Schneefall ein Nachteil war. "Das war ein schwieriger Tag. Wir haben alles versucht, aber mehr war nicht möglich", sagt er. "Hoffentlich sind die Bedingungen morgen besser."

Als besonders tückisch erwies am Freitag die fünfte Wertungsprüfung, der zweite Durchgang von "Röjden". Zunächst rutschte Meeke dort kurz vor dem Ziel von der Piste. "Ich bin von der Straße abgekommen und habe 15 Sekunden verloren. Ich hing in einem Schneewall fest, nachdem ich von einer Bodenwelle überrascht wurde, die das Auto ausgehebelt hat", berichtet der Brite.

An der selben Stelle erwischte es kurz darauf Toyota-Pilot Juho Hänninen. Der Finne schlug bei dem Abflug mit der Fahrzeugfront ein, die dabei stark demoliert wurde. Außerdem wurde der Kühler beschädigt, weshalb Hänninen seinen Yaris WRC abstellen musste. "Die Wassertemperatur ist zu hoch, wir können nicht weiterfahren", erklärt der Toyota-Pilot.

Östberg verliert Heckflügel - und bekommt ihn zurück

Pech hatte bei der fünften WP auch Mads Östberg. An seinem Ford Fiesta WRC löste sich der Heckflügel. "Er ist weggeflogen, als ich im sechsten Gang mit Vollgas unterwegs war", berichtet der Norweger. In der Folge war das Auto ohne den Abtrieb am Heck nahezu unfahrbar. "Das Auto ohne Heckflügel zu fahren, ist überhaupt nicht lustig. Ich habe Mühe auf der Strecke zu bleiben", klagt Östberg.

Kurios: Per Twitter bat sein Teammanager Quirin Müller darum, dass sich der Finder des Flügels melden und ihn nicht als Andenken mit nach Hause nehmen soll. Das hatte Erfolg. Ein schwedischer Fan gab das Bauteil ans Team zurück. "Das sind gute Neuigkeiten, denn wir haben kaum Ersatzteile und ich wollte nicht den Rest der Rallye ohne fahren", sagt Östberg, der dem ehrlichen Finder eine Belohnung versprach.

In der WRC2-Wertung bestimmen skandinavische Piloten auf dem für sie gewohnten Terrain das Geschehen. Die Klasse führt nach dem ersten Tag der Schwede Pontus Tidemand (Skoda) an. Sein Vorsprung auf den Finnen Teemu Suninen (Ford) beträgt 45,1 Sekunden, der Norweger Ole Christian Veiby (Ford) liegt 58,8 Sekunden hinter Tidemand zurück.

Am Samstag stehen bei der Rallye Schweden erneut sieben Wertungsprüfungen mit einer Gesamtlänge von 125,38 Kilometer auf dem Programm. Zweimal muss dabei die Wertungsprüfung "Vargasen" mit der legendären Sprungkuppe "Colin's Crest" gefahren werden.

© Motorsport-Total.com

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