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Mit seinem Sieg in Schweden übernahm Jari-Matti Latvala die WM-Führung
Mit seinem Sieg in Schweden übernahm Jari-Matti Latvala die WM-Führung © xpbimages.com
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Wiederholt sich die spannende Saison 2001? - Der Wettbewerb in der WRC ist so offen wie lange nicht, mehrere Fahrer können Rallyes gewinnen

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Die Rallye-Weltmeisterschaft ist so offen wie seit langem nicht mehr. Seit 2004 wurde die WRC von zwei Fahrern dominiert. Neunmal in Folge holte sich Sebastien Loeb mit Citroen die Krone, anschließend folgten vier erfolgreiche Jahre von Sebastien Ogier und Volkswagen. Vor jeder Saison war praktisch nur die Frage, wann die WM entschieden ist, auch wenn Loeb zweimal nur knapp gegen Mikko Hirvonen gewann. Ogier zählt in diesem Jahr logischerweise zu den Favoriten, aber er war in Monte Carlo und Schweden nicht der dominierende Mann.

Der schnellste Fahrer war bisher Thierry Neuville. Der Belgier gewann mit dem neuen Hyundai zwölf Wertungsprüfungen und war in beiden Rallyes auf dem Weg zum Sieg, bis kleine Fehler zu Ausfällen führten. Deshalb hat Neuville schon 40 Punkte Rückstand und wird eine Aufholjagd starten müssen. Auf der anderen Seite lief es für Jari-Matti Latvala und das neue Toyota-Team besser als erwartet. Nach dem überraschenden zweiten Platz in Monte Carlo folgte in Schweden der Sieg.

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"Seit ich das Team leite, war der Wettbewerb noch nie so eng", wird M-Sport-Boss Malcolm Wilson von 'Autosport' zitiert. Auch Ford mischt kräftig mit. Bei beiden Rallyes standen seine Fahrer auf dem Podest. Ogier gewann den Saisonauftakt und liegt nur vier Punkte hinter Latvala zurück. "Wenn man das neue technische Reglement bedenkt, dann ist es unglaublich, dass die Autos so eng beisammen sind. Alle vier Hersteller sind gleichauf", schätzt Wilson und glaubt: "Wir können definitiv sagen, dass wir vor einer aufregenden Saison stehen."

Dominanzphase von Loeb und Ogier zu Ende

Schon lange war das Titelrennen nicht so offen wie aktuell. Man muss bis ins Jahr 2003 zurückblicken, als Petter Solberg beim Finale in Großbritannien Loeb besiegte und sich mit einem Punkt Vorsprung zum Weltmeister machte. Auch die Saison 2001 ging als eine der spannendsten in die Geschichte ein. Vier Fahrer hatten bei der letzten Rallye noch Chancen auf den Titel. Tommi Mäkinen (Mitsubishi), das Ford-Duo Carlos Sainz und Colin McRae sowie Richard Burns (Subaru) griffen nach der Krone, bis es schließlich Burns schaffte.

2017 könnte ein Abziehbild von 2001 werden. Heute ist Mäkinen Teamchef von Toyota und durfte jüngst über den sensationellen Comeback-Sieg in Schweden jubeln. "Das ist sehr, sehr gut für die Meisterschaft. Wir brauchen diesen engen Wettbewerb", betont der viermalige Weltmeister bei 'Autosport'. "Es ist sehr interessant, dass so viele Fahrer in unterschiedlichen Autos kämpfen. Was könnte besser sein?"

Latvala und Ogier sind bereits den Druck los, in diesem Jahr den ersten Sieg für ihre neuen Teams holen zu müssen. Dagegen steht vor allem Neuville unter Zugzwang. Er braucht bei der Rallye Mexiko mindestens einen Podestplatz, wenn nicht gar den Sieg, um nicht vollends den Anschluss zu verlieren. Und auch Citroen blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück. Im Gegensatz zum Hyundai ist der C4 auch nicht schnell und zudem schwierig zu fahren. Kris Meeke war in Schweden der Frust ins Gesicht geschrieben.

Trotzdem darf man Citroen nie abschreiben. Die Franzosen sind hinter Lancia die zweiterfolgreichste Marke in der Rallye-WM. "Jeder hat erwartet, dass Citroen vorne dabei ist, wenn sie nicht sogar das stärkste Team sind", meint Wilson. "Sie waren ein Jahr nicht dabei, um sich auf die Entwicklung zu konzentrieren. Aber sie werden zurückschlagen." Meeke hat lediglich zwei WM-Punkte auf dem Konto.

© Motorsport-Total.com

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