Warum Berlin den Bayern voraus ist

Warum Berlin den Bayern voraus ist

ALBA Berlin kann in Spiel 4 der BBL-Finalserie gegen den FC Bayern den Titel einfahren. Die Berliner haben in der Serie einen großen Vorteil gegenüber München.
ALBA Berlin ist im Duell mit dem FC Bayern aktuell obenauf, Djedovic (unten) muss oft sehr lange spielen
ALBA Berlin ist im Duell mit dem FC Bayern aktuell obenauf, Djedovic (unten) muss oft sehr lange spielen
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. SPORT1
von SPORT1
am 13. Juni

Nie zuvor war der Spielplan einer BBL-Saison so gedrängt wie in diesem durch Corona durcheinandergewirbelten Jahr.

ALBA-Coach Aíto García Reneses bemerkte daher nach dem Sieg in Spiel drei treffend: "Deshalb ist es für morgen der Schlüssel, sich körperlich zu erholen, weil es sehr schwierig ist, diese Spiele mit weniger als 24 Stunden Zeit zur Erfrischung zu spielen." (Alles zur BBL)

Sollte die Finalserie zwischen ALBA Berlin und dem FC Bayern Basketball über die komplette Distanz gehen, würden die Teams fünf Spiele in gerade einmal sieben Tagen absolvieren. Zwischen Spiel eins und zwei sowie Spiel drei und vier liegen lediglich die von Reneses angesprochenen 24 Stunden.

Kaum freie Tage in den BBL-Finals

Dazu können auch die beiden freien Tage nicht komplett zur Regeneration genutzt werden, da sie als Reisetage eingeplant sind. Für Reneses und Bayern-Trainer Andrea Trinchieri ist es also wichtiger denn je, die optimale Balance zwischen Belastung und Pause zu finden.

Genau hier kann ALBA den Vorteil des tieferen Kaders ausspielen, während die Münchner auch aufgrund von Strapazen und Blessuren mit einer kurzen Rotation auskommen müssen. Neben den bereits fehlenden Nick-Weiler Babb und Paul Zipser, der nach einer Gehirnblutung eine Notoperation hatte, verletzte sich in Spiel 3 noch Topscorer D.J. Seeley.

In dieser Partie war es besonders auffällig, wie die sichtbar entkräfteten Bayern im vierten Viertel abreißen lassen mussten. Der Power der Albatrosse hatten sie in dieser Phase nichts mehr entgegenzusetzen. (Alle Spiele und Ergebnisse)

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München mit kleinerer Rotation als ALBA

Während die fünf Spieler mit den meisten Minuten in den jeweiligen Spielen bei den Bayern im Schnitt 27:36 Minuten auf dem Platz standen, kamen die fünf Berliner mit der meisten Spielzeit in den einzelnen Partien lediglich auf 24:40 Minuten.

Diese drei Minuten mehr im Schnitt mögen nach nicht viel Unterschied aussehen, können für Schlüsselspieler jedoch eine wichtige Verschnaufpause beinhalten, um in der Crunchtime fit zu sein. So mussten bei den Roten insgesamt viermal Spieler über 30 Minuten auf dem Parkett stehen, bei den Hauptstädtern nur einmal.

Wenig verwunderlich handelt es sich bei den beiden Bayern-Profis um Vladimir Lucic und Nihad Djedovic, die je zweimal über die Halbstunden-Marke gingen. Bei nur 40 Minuten Spielzeit bleibt da nicht viel Pause.

Lucic muss das Team tragen

Dass diese Taktik auch von Erfolg gekrönt sein kann, bewies Lucic in Spiel zwei, als der von den Bayern-Fans zum Spieler des Jahrzehnts gewählte Serbe sein Team mit 26 Punkten zum zwischenzeitlichen Ausgleich in der Serie führte.

Die Frage ist nur, ob diese Energieleistungen von Lucic und Co. beliebig oft abgerufen werden können oder am Ende doch der tiefere Kader entscheidet. Angesichts der steigenden Belastung über die Serie spricht vieles für die zweite Option.

Aber erst Spiel vier und womöglich sogar noch ein entscheidendes fünftes Spiel in Berlin werden die endgültige Antwort dazu liefern.

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