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Basketball-EM: Kult-Kommentator Frank Buschmann - "Keinen Buschi-Hype"

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Basketball-EM: Kult-Kommentator Frank Buschmann - "Keinen Buschi-Hype"

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Kult-Kommentator gegen Buschi-Hype

Frank Buschmann feiert bei der Basketball-EM sein Comeback als Kommentator der deutschen Nationalmannschaft. Bei SPORT1 spricht er über seine Rückkehr und den Umgang mit Kritik.
Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft steht im Halbfinale der Europameisterschaft. Nach dem Sieg gegen Griechenland wartet nun Spanien auf die DBB-Auswahl.
Christian Paschwitz
Christian Paschwitz

Bei der EuroBasket 2022 ist die deutsche Nationalmannschaft weiter auf Kurs Sommermärchen.

Nach einem überragenden 107:96-Erfolg gegen die favorisierten Griechen um NBA-Superstar Giannis Antetokounmpo trennen Dennis Schröder und Co. nur noch ein Sieg vom Finale in Berlin. (SERVICE: Alle Spiele und Ergebnisse der Basketball-EM)

Die Fans belohnen die Leistungen der deutschen Korbjäger und sorgten mit 2,5 Millionen Zuschauern in der Spitze für eine Top-Quote. Was RTL überzeugte, nach dem Viertelfinale auch das Halbfinale im Free-TV zu übertragen. (SERVICE: Alle Spiele der Basketball-EM im SPORT1-Liveticker)

Mit dabei ist dann auch wieder Frank Buschmann. Der Kult-Kommentator hatte sich eigentlich schon vor Jahren von Spiele der DBB-Auswahl verabschiedet, weil er laut eigener Aussage ein zu großer Fan des Teams sei. Rechtzeitig zum Knüller gegen Griechenland hat der 57-Jährige sein Comeback gefeiert und den deutschen Coup mit einem gewohnten Spruchfeuerwerk veredelt.

Im SPORT1-Interview spricht Buschmann über die Gründe für sein Comeback bei der deutschen Nationalmannschaft und wie er mit Kritikern umgeht. Dazu bricht er eine Lanze für seine Kollegen und spricht über seinen Kommentatoren-Stil, der ihn unter Basketball-Fans zur Kultfigur gemacht hat. (NEWS: Alles zur Basketball-EM)

SPORT1: Herr Buschmann, wie haben Sie Ihre Kommentatoren-Rückkehr auf die große Basketball-Bühne verdaut?

Frank Buschmann: „Für mich ist das noch immer total surreal, ich bin geflasht nach dieser Leistung der deutschen Mannschaft. Wenn man so etwas kommentieren darf, da scheint einem ja die Sonne aus dem Hintern.“

„Kein Buschi-Hype, sondern geiler Sport“

SPORT1: Sie waren recht impulsiv unterwegs.

Buschmann: „Bei so einem Spiel würde übrigens jeder Kommentator, der ein bisschen Herz, Emotion und Know-how zum Basketball hat, von den Leuten gemocht. Und warum? Weil das, was sie da sehen und wie es begleitet wird, so geil ist. Man muss jetzt nur aufpassen, dass man nicht einen Buschi-Hype aus einem Event macht, bei dem die deutsche Nationalmannshaft einen so geilen Sport abliefert.“

SPORT1: Haben Sie diesen Hype um Ihre Person nicht so erwartet?

Buschmann: „Nee, gar nicht. Ich weiß zwar, dass ich wegen meiner Tätigkeiten etwas bekannter bin als andere Sportreporter, das liegt in der Natur der Sache. Aber dass ich in meiner Sportart, dem Basketball, noch so in den Köpfen der Leute drin bin, das hat mich schon überrascht und gefreut. Und auch, dass in den sozialen Netzwerken wohl so 80 Prozent positives Feedback kam. Ich kann das aber auch nur so begleiten, weil das so ein geiler Sport ist – sonst würde ich ja allein zum Lachen und Weinen in den Keller gehen.“

Die deutschen Basketballer werfen bei der Europameisterschaft den Top-Favoriten Griechenland mit 107:96 aus dem Turnier.
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SPORT1: Stattdessen gibt‘s bei Ihnen Emotionen für alle am TV…

Buschmann: „So großer Sport ist für mich eben Emotion. Wenn das Spiel vom Ergebnis und der Stimmung anders ausgegangen wäre, dann hätte ich das auch nicht so emotional kommentiert. Dann würde heute auch keiner über Buschi beim Basketball sprechen, sondern darüber: ‚Die Tröte da am Mikro, die geht mir auch auf die Nerven.‘ Das Ereignis macht den Kommentar! Nur begreifen das die meisten Kommentatoren nicht. Du darfst auch mal überziehen. Aber bei einem 0:0 zwischen Hoffenheim und Werder Bremen, da solltest du tunlichst nicht eskalieren, da muss man differenzieren können.“ (NEWS: Schröder versöhnt sich mit Kommentator)

Buschmanns Basketball-Comeback mit RTL

SPORT1: Was waren denn so Ihre ersten Gedanken, als sie gefragt wurden von RTL?

Buschmann: „Dass ich meinen Podcast Lauschangriff erst mal auf die Reihe kriegen muss und dann: Will ich das wirklich noch einmal?! Und ich habe an die Kollegen von Magenta-TV gedacht, die die gesamte EM schon einen großartigen Job machen. Die reißen sich den Hintern auf und pushen diesen Sport – und wenn es an die Kronjuwelen geht, dann kommt der Größere (RTL, Anm. d. Red.) und die Allgemeinheit sagt plötzlich: Jetzt ist der Heilsbringer da. Ich weiß, dass das weh tut. Aber auch wenn wir Magenta nun vielleicht ein paar Zuschauer genommen haben, am Ende war es gut für den Basketball. Und natürlich: Ich mag diese Sportart, und ich gehöre zu RTL. Am Ende musste man mich deshalb auch nicht peitschen, damit ich es kommentiere.“

SPORT1: Und dann wurde auch noch Ihr Wunsch erhört, dass sich nun das Halbfinale anschließt…

Buschmann: „Darauf freue ich mich wie Sau. Aber: Ich bestimme nicht die Programmplanung bei RTL. Und letztlich sind ja seit Längerem eher die Unterhaltungsformate meine berufliche Heimat – aber jetzt gerade habe ich viel Spaß und denke nur an Freitagabend.“

SPORT1: Dass man sich an Ihrer Art des Kommentierens reibt, ist nichts Neues, bisweilen erleben Sie Kritik, die unter die Gürtellinie zielt. Was macht das mit Ihnen?

Buschmann: „Vielleicht mag sich das für Manche jetzt arrogant anhören: Aber mir persönlich – sorry – kann das total egal sein. Mein beruflicher Weg war bisher jetzt recht passabel, ich kann da drüberstehen. Man wird mit den Jahren reifer, geht da ein Stück weit entspannter mit um. Und am Ende sollte man ja auch immer genau hinschauen, was da an Kommentaren kommt und woher: Es gibt eine Person, die immer schwanger ist - und das ist die Mutter von Dummheit.“

Kritik? „Klar ärgert es mich“

SPORT1: Manchmal hat man aber schon den Eindruck, dass Sie Kritik anficht…

Buschmann: „Klar ärgert es mich, wenn Kritik in bestimmten Kategorien abläuft. Ich gehöre jedoch zu den glücklichen Menschen, die unter den Sportreportern eine recht hohe Followerschaft hat. Und es kommt dabei viel Positives. Doch auch ich bin so bescheuert wie die meisten Anderen: Von zehn Kommentaren sind acht positiv, einer so lala, der letzte ganz schlimm – und genau der bleibt bei mir haften. So sind wir Menschen, und auch ich Idiot. Da bin ich auch mit 57 noch immer nicht ganz abgeklärt.“

Nach der Gala gegen Griechenland träumt Deutschland bei der Heim-EM vom großen Coup. Das Halbfinale gegen Spanien wird extra nach hinten verlegt.
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SPORT1: Sie wollten unlängst Social Media doch mal ganz den Rücken kehren…

Buschmann: „Meine Facebook-Account ruht seit eineinhalb Jahren, auch bei Twitter war ich mal ein halbes Jahr weg. Aber aus Business-Gründen hilft Twitter, damit kann ich gewisse Formate anschieben. Und ich habe mir angewöhnt, zu manchen Kommentaren auch mal zu lächeln. Instagram wiederum ist für mich eine Wohlfühl-Oase, da kommt ganz viel Liebe. Jedem kannst du sowieso nicht gefallen im Leben, und im Job des Sportreporters schon mal gar nicht.“

SPORT1: Stichwort Alter: Mancher sorgt sich, dass Sie mit 57 ob Ihrer impulsiven Art des Kommentierens am Rande eines Herzinfarkts wandeln.

Buschmann: „Gesundheitlich macht euch um mich mal keine Sorgen um mich. Ich mache noch immer viel Sport, meine Blut- und Fettwerte sind gut und auch mein Blutdruck stabil, wenn auch während des Spiels wahrscheinlich ein bisschen höher. Ich bin sehr fit, und bei einem Spiel wie nun Deutschland gegen Griechenland, da darf ich ruhig auch mal quieken.“

Buschmann und sein legendäres Sprüche-Feuerwerk

SPORT1: Also stimmte das gar nicht, als Sie vor einiger Zeit sagten, Sie wollten es ein bisschen ruhiger angehen?

Buschmann: „Es wirkt immer so, als würde ich so extrem viel arbeiten. Aber die großen Shows, in denen ich vertreten bin, werden im Sommer aufgezeichnet, da bin ich dann drei Wochen unterwegs. Und wenn man mich dann im Fernsehen sieht, dann habe ich es schon längst hinter mir. Mein Leben ist Gott sei Dank schon seit Längerem sehr selbstbestimmt.“

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SPORT1: Hand aufs Herz: Wie spontan gehen Ihnen so Ausrufe und Sprüche wie „Ratatatata“ und „Wir müssen jetzt mal aus dem Arsch kommen“ wirklich über die Lippen?

Buschmann: „Ich weiß, dass das viele sagen, aber es stimmt nicht. Ich habe mir noch nie im Leben einen Spruch aufgeschrieben, da mache ich mir keine Pläne. Ich weiß ja nicht, wie das Spiel wird und ich es dann kommentiere. Ich muss aber auch zugeben: Tatsächlich weiß ich nicht, aus welchen Gehirnwindungen manches kommt, so wie ich gestern geglaubt habe, Friedrich Schiller zitieren zu müssen: „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.“. Aber so kommentiere ich, andere machen es anders.“

SPORT1: So wie es da nun auch diese eine Situation gab, als Ihnen beim Eins-zu-Eins-Duell von Franz Wagner mit dessen griechischem Gegenspieler entfuhr: „Jetzt denkt er sich, dir halbem Hähnchen zeige ich‘s“? (SERVICE: Das sind die größten Stars der Basketball-EM)

Buschmann: „Ich habe schon gelernt, dass man mit der Sprache manchmal etwas vorsichtig sein sollte. Man hätte das ja auch ganz anders verstehen können – oder so, als hätte ich das Franz Wagner in den Mund legen und unterstellen wollen. Deswegen habe ich das korrigiert, auch wenn ich nicht dazu neige jedes Wort auf die Goldwaage zu legen. Das soll auch kein Einknicken sein vor irgendwelchen Leuten, die meinen, sie seien die Sprachpolizei. Aber noch einmal: Ich glaube, meine Bildung und Erziehung sorgen dafür, dass ich keine Menschen oder Gruppierungen mit meiner Sprache beleidige oder herabwürdige. Ich beurteile alle Menschen immer gleich und nach Ihrem Verhalten und weder nach sexueller Neigung, Hautfarbe oder sonst etwas.“