Warum Schröder zu teuer ist

Warum Schröder zu teuer ist

Der DBB muss bei seiner Olympia-Qualifikation auf Dennis Schröder verzichten. Die Versicherung für den NBA-Star der Los Angeles Lakers ist schlichtweg zu teuer.
Dennis Schröder ist zu teuer für die Nationalmannschaft bei Olympia
Dennis Schröder ist zu teuer für die Nationalmannschaft bei Olympia
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. SPORT1
von SPORT1
am 27. Juni

Geld wirft vielleicht nicht immer Körbe, aber zumindest entscheidet es, wer zu Olympia darf! (BERICHT: Deutschland ohne Schröder zu Olympia-Quali)

Diese Erfahrung musste nun der Deutsche Basketball Bund (DBB) vor dem Olympia-Qualifikationsturnier in Split machen. Laut dem Verband verhindern "enorme Versicherungsanforderungen" die Teilnahme von NBA-Star Dennis Schröder am Kampf um die Olympischen Spiele.

Damit muss die deutsche Basketball-Nationalmannschaft aus finanziellen Gründen enorme sportliche Einbußen hinnehmen, die im Kampf um das Ticket für Tokio entscheidend sein können. (Alles zu Olympia)

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Selbst wenn sich die DBB-Auswahl für Olympia qualifiziert, wird man weiter auf den Point Guard verzichten müssen, da sich an den Umständen nichts ändert. "Ich bedauere sehr, dass das Team in Split ohne mich auskommen muss und dass ich es nicht unterstützen kann. Ich bin überzeugt, dass die Jungs es trotzdem zu Olympia schaffen und blicke jetzt schon auf die EuroBasket 2022 in Deutschland", erklärte Schröder, der bereits beim DBB-Team weilte.

Nationalmannschaften müssen Spieler versichern

Aber wie kann es sein, dass finanzielle Aspekte so massiv in den Sport eingreifen?

Grundsätzlich liegt das daran, dass die Spieler während ihrer Abstellung zu den Nationalmannschaften versichert sein müssen. Allerdings gibt es dafür keinen fixen Versicherungssatz. Vielmehr setzt sich dieser aus verschiedenen Faktoren zusammen, weswegen er von Spieler zu Spieler enorm schwanken kann.

Faktoren, die die Kosten beeinflussen, sind hauptsächlich die Vertragslaufzeit und der Marktwert des betreffenden Spielers. Bei Dennis Schröder kommen da zwei unglückliche Situationen zusammen. Zum einen hat der Point Guard der Los Angeles Lakers einen hohen Marktwert, zum anderen ist er Free Agent und kann einen neuen, hochdotierten Vertrag aushandeln.

Corona treibt Beträge nach oben

Und dann ist da noch  der X-Faktor Corona!

"Die für Schröder nötige Summe zu versichern, war in Coronazeiten nicht möglich, da sich die Bewertung von Risiken auf Seiten der Versicherungsanbieter während der Pandemie erheblich verändert hat" ,erklärte der DBB den Verzicht auf seinen Superstar.

Dabei dürfte es auch eine Rolle spielen, dass Schröder nicht gegen Corona geimpft ist und dies auch nicht vorhat, wie er schon im Mai auf SPORT1-Nachfrage erklärte: "Ich bin einer, der grundsätzlich nicht gern Schmerzmittel und solche Sachen einnimmt, ich versuche immer gern, ohne das alles auszukommen."

Nach seiner Rückkehr aus dem COVID-Protokoll der NBA Mitte Mai betonte der Lakers-Star nochmals: "Ich bin der Einzige, der nicht geimpft wurde, dabei will ich es belassen. " (BERICHT: Bizarres Corona-Interview von Schröder)

Um aufzuzeigen, wie hoch die Kosten für einen Einsatz Schröders wohl gewesen wären: Für Dirk Nowitzki hatte der Verband jeweils um die 200.000 Dollar an Versicherung aufbringen müssen. Für Schröder kann man aufgrund von Corona und seiner Free Agency von einem deutlich höheren Betrag ausgehen.

Keine Änderung für Olympia

"Das Problem wird sich nicht ändern", machte DBB-Generalsekretär Wolfgang Brenscheidt beim SID auch keine Hoffnung auf einen möglichen Einsatz Schröders bei Olympia.

Denn vor Olympia kann Schröder keinen neuen NBA-Vertrag mehr unterschreiben. Sollte sich der Superstar dann im Einsatz für den DBB verletzen, würde das seine zukünftigen Vertragsverhandlungen beeinflussen.

Ein Risiko, das sich ebenfalls in einer möglichen Versicherungssumme niederschlagen würde.