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War das ein Fingerzeig Richtung WM?

War das ein Fingerzeig Richtung WM?

Ex-Weltmeister Rob Cross steckte zuletzt in einer tiefen, durch einen Corona-Schicksalsschlag verschlimmerten Krise. Ebnet der EM-Sieg ihm den Weg zu alter Stärke?
Rob Cross bezwingt Michael van Gerwen im Finale der European Darts Championship 2021. Die Aufholjagd von MvG kommt zu spät.
Martin Hoffmann
Martin Hoffmann
von Martin Hoffmann

Er hat eine Krise hinter sich, die er selbst als die „wohl schwerste Zeit meines Lebens“ bezeichnet hat.

Nun ist das lange Warten für Rob Cross vorbei: Der Brite hat die Darts-EM in Salzburg gewonnen - mit dem einem Finalsieg über den vorher auf Höchstniveau agierenden Michael van Gerwen. (NEWS: Alles Wichtige zum Darts)

Kann der Weltmeister von 2018 nun auch bei der Darts-WM 2022 in zwei Monaten ein Wort um den Titel mitreden?

Rob Cross peilt seinen zweiten Titel bei Darts-WM an

„Ich denke, das ist ein Wendepunkt für mich“, lautete Cross‘ eigene Einschätzung nach dem 11:8 im Endspiel der European Championship: „Das Selbstbewusstsein, das ich hieraus ziehe, wird mir helfen, in den kommenden Monaten noch besser zu werden. Ich würde es lieben, noch einen WM-Titel zu gewinnen.“ (Alle Ergebnisse der Darts-EM)

Der gelernte Elektriker Cross, Sensationssieger bei seinem WM-Debüt 2018 mit einem Finalsieg über den dann abgetretenen Rekordchampion Phil Taylor, war in den vergangenen beiden Jahren weit entfernt von den damals gezeigten Qualitäten.

Corona-Schicksalsschlag: Cross verlor Großvater

Bei der WM 2020 verlor er in Runde 2 ohne Satzgewinn gegen Kim Huybrechts, auch 2021 war gegen Dirk van Duijvenbode früh Schluss. Auch sonst scheiterte er seit seinem EM-Sieg 2019 bei jedem Versuch, einen Major-Titel zu gewinnen.

Cross‘ Leistungstief wurde begleitet und wohl auch verschlimmert von privaten Schicksalsschlägen: Im Frühjahr 2020 starb sein mit 68 Jahren vergleichsweise junger Großvater am sich damals ausbreitenden Coronavirus.

Durch die Schwangerschaft seiner Frau in diesem Zeitraum erlebte Cross‘ Familie weitere bange Momente.

Schwäche von van Gerwen cool ausgenutzt

Nun hat Cross seine sportliche Durststrecke beendet – wobei ihm selber klar war, dass er dabei von einem schwächelnden van Gerwen profitierte, der nach dem epischen Viertelfinale gegen Weltmeister Gerwyn Price und dem ebenfalls engen Semifinal-Duell mit Nathan Aspinall nicht mehr in den höchsten Gang kam.

Van Gerwen, gegen Price noch bei einem Average von 107,74 (103,41 gegen Aspinall), schaffte im Finale nur noch 93,66. Cross war mit 92,91 noch schwächer, den wesentlichen Unterschied machte seine deutlich größere Sicherheit bei Checkout-Gelegenheiten an diesem Abend (36,67 zu 22,86).

Weltklasse-Darts im Duell der beiden Megastars: Michael van Gerwen und Gerwyn Price liefern sich im EM-Viertelfinale ein unglaubliches Duell.
02:18
Royal Rumble! Van Gerwen und Price liefern sich Match des Turniers

„Ich habe nicht in Bestform gespielt und bin dankbar, dass Michael im Finale nicht er selbst war“, gab Cross zu, betonte aber auch, dass es trotzdem für ihn spricht, zugegriffen zu haben: „Man muss die Chancen nutzen, die man serviert bekommt.“

Mit einem Rob Cross, der seine Chancen nutzt, wird auch bei der WM zu rechnen sein.

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