Als das Ergebnis endlich feststand, brach es aus ihm heraus: Mervyn King hat sich bei der Q-School 2026 eine Tourcard gesichert und wird auf die PDC Pro Tour zurückkehren.
Emotionaler Ausbruch nach erlösender Tourcard
Die Tourcard bedeutet ihm die Welt
Der WM-Halbfinalist von 2009 wurde nach dem Finaltag im englischen Milton Keynes am Sonntag von seinen Emotionen übermannt und weinte Freudentränen. Es war ein Moment, der sich wie ein letzter großer Anlauf anfühlte - und genau das merkte man ihm auch an.
Q-School: King verliert gegen Manby - jubelt aber dennoch
In der Final Stage der Q-School traf King auf zahlreiche junge, hungrige Spieler, die sich selbst einen Platz im Profi-Zirkus erkämpfen wollen. Doch der 59-Jährige bewies in den entscheidenden Partien Nervenstärke – und holte sich mit seiner Routine die Tourcard zurück.
Letztlich qualifizierte sich King über die Punkte-Wertung. Nach fünf Siegen am Sonntag verlor der ehemalige Major-Finalist im Halbfinale zwar gegen Supertalent Charlie Manby (2:6), belegte im Gesamt-Ranking aller nicht direkt qualifizierten Spieler mit zehn Punkten nach vier intensiven Tagen einen starken zweiten Platz. Damit ist ihm die Spielberechtigung auf der Pro Tour für die nächsten zwei Jahre sicher.
Es war die „letzte Chance“
Was es für ihn bedeutet, wieder Tourcard-Inhaber zu sein – war dem Engländer deutlich anzumerken. „Wenn du es jetzt nicht weißt, wirst du es nie erfahren“, sagte King. Für ihn stecke in diesem Erfolg alles: die harte Arbeit, die Rückschläge und ein Prozess, in dem nicht immer alles in seine Richtung gelaufen sei.
Nach mehreren zähen Tagen sei ihm klar gewesen, dass es am Ende keine zweite Möglichkeit mehr geben würde. „Heute war die letzte Chance, heute musste alles passen“, erklärte King. Perfekt sei es zwar nicht gewesen, doch in den entscheidenden Situationen habe er die nötigen Darts zur richtigen Zeit getroffen.
Tränen und große Erleichterung
Wie sehr ihn dieser Erfolg emotional mitnimmt, zeigte King wenig später ohne jede Maske: „Auch wenn ich ein paar Tränen vergieße, bin ich im Moment einer der glücklichsten Menschen, die ihr je sehen werdet.“
Die pure Erleichterung stand „The King” ins Gesicht geschrieben – nach Wochen voller Druck und nach einem Quali-Marathon, der an die Substanz geht. Trotz seiner langen Karriere (Profi seit 2007) betonte King, dass der Weg zurück nicht leichter wird – eher im Gegenteil. „Es ist auf jeden Fall harte Arbeit.“ Der Schritt zurück in den Tour-Alltag sei für ihn „etwas sehr Ernstes“, gleichzeitig aber auch „fantastisch“.
„Ich glaube immer noch, dass ich dem Spiel etwas zu geben habe“, erklärte King. Gerade deshalb sei er in der Q-School noch einmal angetreten. Dabei stand er schon kurz vor dem Ruin. Über eine halbe Million Euro Steuerschulden hatte der Engländer angehäuft, stand vor einem finanziellen Scherbenhaufen.
Doch nun ist es Zeit für das Comeback. Schon bei der PDC-WM 2026 war King angetreten, verlor allerdings in der ersten Runde knapp gegen seinen Landsmann Ian White (2:3). „Ich glaube, ich habe noch ein paar großartige Spiele im TV in mir“, gab sich der 59-Jährige angriffslustig.