Der Einzug in die dritte Runde der Darts-WM ist nicht nur für den deutschen Turnier-Debütanten Florian Hempel ein Riesenerfolg. (Darts-WM 2022 LIVE im TV auf SPORT1, im LIVESTREAM und im LIVETICKER)
Darts-WM: Der nächste Gegner für Florian-Hempel - Gegner Raymond Smith mit Schicksalsschlag
Als Hempels WM-Gegner seine Zähne verlor
Auch sein Gegner Raymond Smith, auf den er am kommenden Montag ab etwa 16.30 Uhr trifft, hatte noch nie zuvor die Runde der letzten 32 bei der PDC-Weltmeisterschaft erreicht. (NEWS: Alles Wichtige zum Darts)
Erst einmal, bei der WM 2019, war der Australier zuvor im Ally Pally dabei. Damals aber hatte der 42-Jährige schon zum Auftakt gegen den Engländer Alan Tabern mit 2:3 verloren. (Darts: PDC Order of Merit - die aktuelle Weltrangliste)
Darts-WM: Hempel-Gegner mit bewegtem Leben
In diesem Jahr sorgte Smith in London dann wiederum für ein Novum. Denn nicht nur er, sondern auch sein 23 Jahre jüngerer Sohn Ky qualifizierte sich für den Höhepunkt des Darts-Jahres.
Damit ist das australische Duo das erste Vater-Sohn-Gespann, das es zu einer Darts-WM geschafft hat.
Raymond Smith schon weiter als Sohn Ky
Während Ky allerdings schon in der ersten Runde am Niederländer Maik Kuivenhoven scheiterte, ist Raymond nach Siegen über Jamie Hughes und Devon Peterson immer noch dabei.
Und dass, obwohl „The Guru“, wie er sich auf den Bühnen der Darts-Welt nennt, in den vergangenen Jahren eine sehr schwere Zeit durchgemacht hat. (DATEN: Spielplan und Ergebnisse der Darts-WM)
Nur wenige Monate nach seinem WM-Debüt hatte sich sein Bruder das Leben genommen. Dieser Schicksalsschlag traf Smith so sehr, dass er sich zunächst aus dem Darts zurückzog und sogar über ein Karriereende nachdachte.
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Die Depressionen, an denen er schon seit vielen Jahren litt, wurden wieder schlimmer. Bis heute begleitet ihn diese Krankheit.
„Manchmal rollt das Leben einfach weiter, an anderen Tagen komme ich einfach nicht aus dem Bett“, erklärte Smith in einem Interview mit der Zeitung Die Welt kurz vor Beginn der Darts-WM.
Ehefrau stärkt Smith in schweren Zeiten
Unterstützung erhält er in den schweren Zeiten vor allem von seiner Frau, mit der er schon seit zwei Jahrzehnten verheiratet ist. „Sie gibt mir die Kraft weiterzumachen“, sagte er.
Robustheit auch vor allem mentaler Natur brauchte Raymond Smith schon als Kind.
Er stammt aus einfachen Verhältnissen, wohnte als Jugendlicher sogar allein auf einem Campingplatz. Es war auch der Ort, an dem er mit dem Darts zum ersten Ball in Berührung kam, als zwischen Vans und Zelten eines Tages eine Dartsscheibe aufgestellt wude.
Seitdem kommt Smith vom Pfeilewerfen nicht mehr los, auch wenn er hauptberuflich als Projektkoordinator für eine australische Eisenbahngesellschaft arbeitet.
Geldsegen - aber auch enorme Kosten
Einen Sponsor haben er und sein Sohn aber auch als Dartsspieler auftreiben können. Das hilft. Denn allein die Kosten für die Trips aus Australien zu den großen Turnieren, die zumeist in Europa steigen, kosten eine Menge Geld.
Schon jetzt habe es sich daher gelohnt, dass beide zusammen nach London gereist sind. So könne man sich die Kosten teilen, sagte Smith.
Bislang hat das Familien-Duo zusammen schon 32.500 Pfund in London kassiert – 25.000 Pfund allein Raymond.
Der Betrag könnte sich schon am Montag um weitere 10.000 Pfund vergrößern – wenn er gegen Hempel gewinnt.
Kurioser Fauxpas mit Zahnprothese
Doch egal ob Smith am Ende nun lächeln oder das Gesicht eher frustriert verziehen wird: Rein dental sollte dabei nun nichts mehr in die Hose gehen.
Zur Erinnerung: Vor gut drei Jahren am 14. Dezember 2018 hatte der Australier im Ally Pally unfreiwillig für einen der denkwürdigen Moment der Turniergeschichte gesorgt, als ihm im Duell mit dem Engländer Alan Tabern bei einem Jubelschrei zum zwischenzeitlichen Satzausgleich die Zahnprothese beinahe aus dem Mund fiel.