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DEL-Klubs mischen Eishockey-Europa auf

DEL-Klubs mischen Eishockey-Europa auf

In der Champions Hockey League zeigen die DEL-Klubs, dass man mit der europäischen Spitze mithalten kann. Früher belächelt, lassen deutsche Teams nun immer öfter Teams aus Top-Ligen hinter sich.
Der EHC Red Bull München löst am letzten Spieltag der CHL-Gruppenphase mit einem Gala-Auftritt beim EV Zug das Achtelfinal-Ticket.
Manuel Habermeier
Manuel Habermeier
von Manuel Habermeier

Zwei aus vier. Auf den ersten Blick hört sich die Bilanz der DEL-Teams in der diesjährigen CHL-Saison durchschnittlich an.

Lediglich die beiden deutschen Top-Teams Adler Mannheim und der EHC Red Bull München konnten sich in ihren Gruppen für die Playoffs qualifizieren.

Schaut man aber etwas genauer hin, sieht man einen Aufwärtstrend des deutschen Eishockeys, der auch der europäischen Konkurrenz nicht verborgen bleibt. (CHL-Auslosung ab 12 Uhr im LIVESTREAM).

Ja, die Adler verloren im letzten Gruppenspiel mit 1:3. Aber zu diesem Zeitpunkt war der achtmalige deutsche Meister bereits für die K.o.-Runde qualifiziert, man hatte sogar den Gruppensieg in der eigenen Hand. (Alles zur CHL)

DEL-Klubs überzeugen in der Gruppenphase

Die Münchner hingegen setzten sich im Gruppenfinale in einem Alles-oder-nichts-Spiel gegen den Schweizer Vorzeigeklub EV Zug durch. Der Sieger bekam als Preis das letzte Playoff-Ticket der Gruppe D.

Am Ende überrollte der EHC die Schweizer, die vor der Saison den CHL-Titel als Ziel ausgerufen hatten, mit 6:1 und setzten ein dickes Ausrufezeichen hinter die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Teams. (BERICHT: München meistert Härtetest)

Selbst die Fischtown Pinguins Bremerhaven und Eisbären Berlin, für die die CHL-Saison nach der Gruppenphase beendet ist, haben sich achtbar geschlagen.

Im finalen Spiel der Gruppe A unterliegen die Fischtown Pinguins in der Champions Hockey League Sparta Prag mit 1:3. Dadurch verpasst Bremerhaven das Achtelfinalticket.
02:55
Nach 1:3-Pleite: Bremerhaven verpasst Achtelfinale

Vor allem CHL-Neuling Bremerhaven sorgte mit seinen beiden Siegen gegen TPS Turku für Furore. Selbst gegen die Växjö Lakers holten die Norddeutschen am 4. Spieltag drei Punkte. (CHL: Alle Spiele und Ergebnisse)

Siege gegen finnische und schwedische Teams - früher absolute Ausnahmen und als mittelgroße Sensationen gefeiert! Heute gehen die DEL-Klubs meist mehr oder weniger auf Augenhöhe in diese Partien.

Deutsches Eishockey hat sich Respekt erarbeitet

Das merkt auch die Schweiz. Der Blick titelte nach dem Aus des EV Zug gegen München: „Die Deutschen zeigen uns, wo der Hammer hängt!“ (CHL-Tabelle)

Natürlich ist es zu früh, um die deutschen Eishockey-Teams bereits zu den Titelfavoriten zu machen. Aber es zeigt, dass sich die DEL mit den Erfolgen der vergangen Jahre Respekt im Ausland erarbeitet hat.

Nun gilt es diese Leistungen zu bestätigen. Die kommende K.o.-Phase der CHL ist dafür die perfekte Gelegenheit, denn beide deutsche Teams haben starke Gegner erwischt.

Vor allem die Adler erwartet im Achtelfinale mit Frölunda Gothenburg aus Schweden ein echter Hammergegner - es handelt sich um den Rekordsieger der CHL. Die Münchner wollen mit Fribourg-Gottéron dagegen erneut die Schweizer ärgern.

Eines ist jedenfalls inzwischen gewiss: Auf die leichte Schulter nimmt die deutschen Mannschaften keiner mehr.

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