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Strafanzeige gegen DEB-Präsident

Strafanzeige gegen DEB-Präsident

Der Eishockeyverband Hessen stellt im Streit um mögliche Verstöße gegen verbandsrechtliche Vorschriften Anzeige gegen Franz Reindl.
Franz Reindl hat eine Strafanzeige am hals
Franz Reindl hat eine Strafanzeige am hals
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SID
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von SID

Der Eishockeyverband Hessen hat seine Drohung umgesetzt und im Streit um mögliche Verstöße gegen verbandsrechtliche Vorschriften Anzeige gegen DEB-Präsident Franz Reindl gestellt.

Wie der Spiegel am Freitag berichtet, habe Hendrik Ansink, 1. Vorsitzender im Eishockeyverband Hessen e.V., Strafanzeige gegen Reindl bei der Staatsanwaltschaft München I beantragt - unter anderem wegen des Verdachts der Vorteilsgewährung und der Untreue zum Nachteil des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB).

Eine Anfrage des SID ließ der DEB zunächst unbeantwortet. Gegenüber dem Spiegel teilte der DEB mit, "weder Inhalt noch Existenz einer Anzeige" zu kennen. Die gegen Reindl erhobenen Vorwürfe seien "unzutreffend". Zudem hätten Ansink und Mitstreiter "Auskunftsangebote" unbeantwortet gelassen oder abgelehnt.

Reindl im Fokus von brisanten Untersuchungen

Der hessische Eishockeyverband hatte bereits kurz vor Weihnachten zwei Schriftsätze an die DEB-Geschäftsstelle geschickt. Ein Schriftsatz betrifft eine Anzeige zu einem Ordnungsverfahren gegen DEB-Verantwortliche wegen grober Verstöße gegen den sportlichen Anstand und wegen Verstößen gegen die Verbandssatzung. Der andere beinhaltet ein Schlichtungsverfahren zur Herausgabe von Daten und Dokumenten, um mögliche Ansprüche geltend machen zu können.

"Sollte der Kontrollausschuss bis zum 11. Januar 2022 nicht zu erkennen geben, dass er die zuständigen staatlichen Stellen eingeschaltet hat und mit diesen zusammenarbeitet, werden wir konsequent ergänzende Verfahren über die staatlichen Instanzen einleiten", hatte es in einem Schreiben von Ansink an die Landesverbände und den DEB geheißen.

Reindl steht im Fokus der Untersuchungen. Unter anderem geht es um die Frage, wie seine Rolle als ehrenamtlicher Präsident mit seiner Tätigkeit als gut bezahlter Geschäftsführer einer DEB-Tochtergesellschaft zu vereinbaren ist. Die Ethikkommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hatte dem DEB empfohlen, die Vorwürfe "umfassend und unabhängig prüfen zu lassen".

Der DEB sprach von einem "konstruierten Vorwurf" und verweist auf ein Gutachten, das bei der Anwaltskanzlei Verte in Köln in Auftrag gegeben wurde. "Das Ergebnis soll in den nächsten Wochen vorliegen", hatte DEB-Präsident Reindl in seinem Neujahrsgruß an die Verbandsmitglieder geschrieben.

Reindl, seit 2014 Präsident des DEB, war im September bei der Wahl zum Präsidenten des Weltverbandes IIHF gescheitert und machte dafür auch Berichte über die Vorwürfe verantwortlich.