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FIFA 22 – Fallt nicht auf EA SPORTS herein

FIFA 22 – Fallt nicht auf EA SPORTS herein

TimKalation klärt in der neuen Ausgabe seiner Kolumne über das Reward-System in FIFA Ultimate Team auf. Er warnt vor den Tricks, mit denen EA Sports versucht, die Spieler gezielt am eigenen Fortschritt zu hindern.
Der neueste Fehler seitens EA Sports sorgt in der FIFA-Szene erneut für Wirbel
Der neueste Fehler seitens EA Sports sorgt in der FIFA-Szene erneut für Wirbel
© TimKalation / EA Sports / SPORT1
von TimKalation

Belohnungen. Was gibt es Schöneres jede Woche. Der Lohn für Squad Battles, Division Rivals und die Weekend League. Packs, Münzen, herrlich. Wieder ein Schritt näher am Budget für die dringend benötigte Verstärkung für das Team. Das Team abrunden mit Mbappe, Eusebio oder Ginola. Mit ein wenig, Entschuldigung, mit einer großen Portion Glück zieht man den gewünschten Spieler ja auch direkt. Die Chance ist sehr gering, aber hey! Man spielt ja auch Lotto. Die Chance auf den Jackpot liegt da schließlich sogar nur bei ca. 1 zu 140.000.000. Und ist der erhoffte Spieler eben nicht im Pack, verkauft man den Inhalt und hat ein paar Coins mehr auf dem Konto. Mal einen Spieler der durch eine SBC wertvoll ist, ein 84er hier, ein 87er da und ab und zu ein Abstoß-Inform. Der gibt immerhin auch knapp 10.000 Coins.

So funktioniert das in FIFA schon seit Anbeginn. Man bekommt Packs, verkauft den Inhalt und finanziert sich so Stück für sein Team. Wer Echtgeld ausgibt, der kürzt den Weg ab, indem viele Packs mit diesem Geld gekauft werden und der Inhalt entsprechend verkauft wird. Und so hat dann am Ende ein Trymacs das beste Team der Welt. Um mal ein extremes Beispiel zu nennen. Aber, im kleinen Rahmen, ist dies das System, das für alle gilt.

Ein fantastisches Geschäftsmodell für EA SPORTS. Ich frage mich noch immer, ob die Statue des Mitarbeiters, der die Idee mit den Packs hatte aus Platin oder Diamanten besteht. Jetzt wissen wir alle, dass EA SPORTS ein gewinnorientiertes Unternehmen ist. Liegt in der Natur der Sache und ist völlig in Ordnung. Wofür sie aber immer wieder in der Kritik stehen, sind die Methoden. Ich zähle sie nun nicht erneut wieder auf. Ihr wisst es selbst. Kommen wir zurück zu den Belohnungen.

Die perfide Strategie hinter den untauschbaren Packs

Auch EA SPORTS merkte, dass Packs, die wir bekommen, egal woher, der Hauptweg ist ein besseres Team zu bekommen. Primär durch den Verkauf des Inhaltes. Ich meine; Ihr wisst selbst wie oft man einen Spieler zieht, der außergewöhnlich gut und wertvoll ist, ins Team passt und auf den man Bock hat. Also verkauft man den Kleinkram. Und mit der Zeit ist dann der Wunschspieler im Team.

Das ist aus wirtschaftlicher Sicht überhaupt nicht ideal für EA SPORTS. Der Kauf von FIFA Points muss gefördert werden. Denn daraus entsteht der überwiegende Anteil des Umsatzes. Der jedes Jahr ansteigt. Was also tun? Die Lösung ist so einfach wie perfide. Man gibt Belohnungen heraus, die man nicht verkaufen kann. Stellt Euch nur mal vor, ausnahmslos alle Packs, die Ihr bekämet, wären Untradable. Woher bekommt Ihr die Coins für Euer Team? Richtig. Nur aus FIFA Points. Wenn Ihr aber kein Geld ausgeben möchtet, müsstet Ihr aus den untauschbaren Spielern, die Ihr immer bekämet, ein Team bauen. Und darauf hoffen Mbappe zu ziehen. Wie oft habt Ihr in den letzten Jahren Mbappe gezogen? Richtig. Warum führt EA SPORTS also nicht einfach ein, dass alle Belohnungen untauschbar sind? Weil der Aufschrei gigantisch wäre und es ein strategisch sehr schlechter Zug wäre, wenn man an die Verbotsdebatte bzgl. FIFA Points denkt.

Was ist die Alternative? Man bietet sukzessive an immer mehr Stellen im Spiel untauschbare Packs an. In SBCs und eben in den Belohnungen der Spielmodi. Da selbstverständlich normalerweise niemand ein untauschbares Pack nehmen würde, wenn man auch ein tauschbares nehmen könnte, muss ein anderer Anreiz geschaffen werden. Und dies wird auch getan: Doppelte Anzahl Packs oder ein paar Münzen zusätzlich. Die es nicht oder deutlich weniger bei tauschbaren Belohnungen gibt. Dies soll die Spieler motivieren die untauschbaren Packs zu nehmen.

EA Sports verlangsamt gezielt den Fortschritt der Spieler

EA SPORTS wird von der Community nahezu durchgängig dafür kritisiert, dass sie „nicht gönnen“. Dem ist auch so. Selten kann man etwas als „Gönnung“ bezeichnen. Ist eben ein gewinnorientiertes Unternehmen. Dieses Vorgehen lädt ausgezeichnet dazu ein zu diskutieren, ob dies ideal ist. Aber EA SPORTS analysiert ununterbrochen die Auswirkung jeder Änderung. Und wer schon länger FIFA spielt, erinnert sich: Die ersten Versuche mit untauschbaren Packs waren noch recht zaghaft. Mit der Zeit wurde dies immer weiter ausgebaut. Weil gemerkt wurde, dass es von den Spielern angenommen wurde. Perfekt. Perfekt für EA SPORTS. Ja, EA SPORTS „gönnt“ selten. Und sie gönnen Euch mit untauschbaren Belohnungen nicht im Geringsten. Doppelte Anzahl der Packs oder Coins spielen keine Rolle. Man möchte Euch unter allen Umständen in diese Richtung lenken.

Denn untauschbare Belohnungen hindern Euren Fortschritt am effektivsten.

„Aber ich habe die doppelte Chance einen Topspieler zu ziehen!“ Das doppelte von 0,01% ist noch immer sehr wenig, oder? Bis Ihr den Topspieler zieht, habt Ihr mit den tauschbaren Packs die Coins einfach so zusammen und könnt den Spieler auch noch verkaufen.

Wie oft kommen Zuschauer in meinen Stream und berichten von wertvollen Spielern, die sie bekommen haben, die sie aber nicht mögen, oder die nicht ins Team passen. Teilweise werden diese dann aus „Zwang“ gespielt, da man einen solchen Spieler ja nicht auf der Bank lassen kann. Man spielt also das was man „muss“ und nicht mehr das was man möchte. Hätten sie den Spieler verkaufen können, wäre Mbappe deutlich nähergekommen.

„Aber mit denen kann ich günstig SBCs abschließen!“ Ach ja, SBCs. Auch so ein Tool von EA SPORTS, um die Spieler in ihrem Fortschritt zu behindern. Man steckt Coins in einen Spieler und kann diesen nie wieder zu Coins machen. Kaufe ich einen Spieler für 100.000 Coins und er gefällt mir nicht mehr, bekomme ich bei gleichem Verkaufspreis immerhin 95.000 zurück. 100.000 Coins in eine SBC und es gibt nichts zurück. „Aber ich kann ja den Spieler spielen!“ Ja, richtig. Ändert aber nichts an der Problematik, dass die Coins irreversibel und ohne ROI (Anm. d. Red.: Return of Investment) investiert wurden. Ja, ich weiß, es gibt ab und zu Spieler durch eine SBC die sich wirklich lohnen. Wo Preis/Leistung absolut großartig ist. Höre ich hier den Namen Jamie Vardy? Und auch ja; Richtung Ende eines jeden FIFA-Jahres kann man Top-Icons machen. Einverstanden. Worum es mir geht, ist das Prinzip. 90% des FIFA Jahres sind SBCs neben untauschbaren Packs das Vehikel von EA SPORTS, um Euren Fortschritt zu behindern.

Ich wiederhole mich; die Kritik, dass EA SPORTS vor allem auf sich selbst schaut und an den eigenen Profit denkt, ist berechtigt. Also durchschaut bitte auch ihre Methoden, die genau dies unterstützen und zu Eurem Nachteil sind.

Am Ende entscheidet Ihr für Euch selbst, welche Belohnungen Ihr nehmt. Aber vielleicht bietet diese Kolumne eine weitere Sichtweise auf die Thematik.

Ich wünsche Euch viel Packluck! Euer Tim

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