Was für ein FIFA-Fest aus deutscher Sicht!
FIFA 22: Vier Deutsche im Champions League Finale
In der Knockout Stage der eChampions League, für die sich die besten 32 Spieler der Gruppenphase qualifiziert hatten, konnten die heimischen eSportler ihre numerische Überlegenheit vor Turnierstart nutzen, um auch im Grand Final des prestigeträchtigen Cups eine große Rolle zu spielen. Gleich vier Akteure haben es unter die Top 8 geschafft und kämpfen somit weiterhin um den virtuellen Henkelpott.
In einem Double-Elimination-System gingen die Anwärter auf die Krone Europas im FUT-Modus an den Start. Die Teams bestanden dabei aus einem Mix aus Ikonen- sowie UCL-Promo-Karten. Bereits drei Siege garantierten ein Weiterkommen. Wer vorher verliert, muss sich im unteren Teil des Brackets behaupten, bis schließlich in beiden Hälften lediglich vier Profis verbleiben. Ende Mai kommt es zum finalen Showdown. 75.000 US-Dollar gehen an den Gewinner.
Auf Top-Performance folgt FIFA-Märchen
Zum Offline-Event in der schwedischen Hauptstadt Stockholm waren insgesamt acht nationale Pros sowie mit dem Türken Koray „KKoray“ Kücükgünar (VfL Bochum) ein weiterer in der BRD beheimateter Spieler angereist. Die Erwartungen der Fans wurden nicht enttäuscht. Schon am Premieren-Tag konnten mit dem Bremer Ali „PredatorFIFA“ Oskoui Rad sowie Leipzigs Ausnahmekönner Umut „RBLZ_Umut“ Gültekin zwei Profis ihre Tickets lösen.
Vor allem Umut, seines Zeichens amtierender deutscher Meister, zeigte mal wieder, warum er nicht nur als bester FIFA-Zocker des Landes gilt, sondern zur absoluten Weltspitze zählt. Mit 17 Toren stellte der 18-Jährige die beste Offensive. Nach einem Sweep mit drei Erfolgen in Serie stand der gebürtige Hamburger trotz eines taffen Brackets frühzeitig als Teilnehmer der Endrunde fest. Ali, der auf seinem Weg u.a. den FGS 3-Champion Cosmin „PCosmin6“ Petrescu ausschalten konnte, folgte ihm.
Am zweiten Tag sollte dann eines der kleinen Märchen des Wettbewerbs geschrieben werden. Bochum-Youngster Laurin-Noah „VfLSnakez“ Bartsch, der ursprünglich mit einer Bilanz von 2-3 in der Gruppenphase gescheitert und erst durch den Ausschluss des russischen Spielers Daniil „Abeldos“ Abeldiaev nachgerückt war, schaffte die Sensation.
Nach der Auftakt-Niederlage gegen den Argentinier Nicolas „nicolas99fc“ Villalba stellte der 18-Jährige sein ganzes Können unter Beweis und pflügte auch dank der Unterstützung durch Vereinskollege Benedikt „BeneCR7x“ Bauer durch das Lower-Bracket. Der Triumph gegen den Spanier David „davidss 07″ Sanchez besiegelte das Comeback. eSports-Veteran Deniel „Denii_10″ Mutic (29) aus dem Roster des 1. FC Heidenheim gelang ebenfalls der Sprung ins Grand Final.
Top-Spieler komplettieren Starterfeld
Neben den vier deutschen Akteuren konnten sich vier weitere begnadete Zocker im Konzert der Großen behaupten. Der israelische Pro Roee „Nom_Feldman“ Feldmann, der in der Region „Europe East“ der Global Series auf Platz fünf rangiert, setzte ein weiteres Ausrufezeichen in einer bislang schon sehr starken Saison. Lediglich gegen den englischen Fan-Liebling Donovan „Fnatic Tekkz“ Hunt hatte er das Nachsehen, qualifizierte sich im Anschluss aber dennoch.
Die zweitstärkste Kraft im Grand Final bildet Argentinien. Obwohl die südamerikanische Nation logischerweise nicht zu Europa zählt, konnten sowohl Nicolas „nicolas99fc“ Villalba, als auch Matías „matiasbonanno99“ Bonanno an der eChampions League partizipieren, da beide in den FGS-Qualifiern ebenfalls hier antreten. Genauso wie Umut, Tekkz und Ali hielt sich Nicolas schadlos und besiegte seinen Landsmann sogar in Runde drei, ehe Matias gegen seinen schwedischen Namensvetter Matthias „Mkers OpTolle“ Tolinsson nachziehen konnte.