Innerhalb der FIFA-Community wird die eSport-Szene häufig kritisch beäugt. Publisher EA Sports steht dabei als Hauptverantwortlicher im Fadenkreuz der Vorwürfe. Zu Recht findet die breite Masse, weswegen Profispieler, Team-Coaches sowie die Fans regelmäßig ihren Unmut bekunden und auf große Probleme wie beispielsweise zu niedrige Preisgelder oder organisatorische Mängel bei Wettbewerben bzw. deren Übertragungen hinweisen.
Zu viel Lob? Gegenwind für Elias Nerlich
Dass es besser geht, hat Twitch-Streamer Elias Nerlich Ende letzten Jahres eindrucksvoll bewiesen. Der 23-Jährige stellte mit dem Eligella Xmas-Cup ein eigenes LAN-Event auf die Beine. Die Zuschauerzahlen brachen Rekorde und ließen die Veranstaltung zu einem Erfolg auf ganzer Linie avancieren. Der kompetitive Wettstreit wurde in Pandemie-Zeiten wieder zum Leben erweckt. Nicht nur, aber auch deshalb, nimmt die Meinung des Berliners einen hohen Stellenwert ein.
Positives Feedback für den DFB
Während des Grand Finals des DFB-ePokals powered by ERGO meldete sich der ehemalige Pro von Hertha BSC Berlin jetzt via Twitter zu Wort und lobte die Organisatoren des Events. Obwohl er selbst keinerlei Interesse mehr am aktuellen Ableger der Spielereihe hegt, verfolgt Elias die Szene dennoch weiter. Der Content Creator ist für seine ehrlichen Statements bekannt. Zumeist übt er allerdings Kritik, sodass positives Feedback besonders ins Auge sticht.
Die zweite Ausgabe des Pokalwettbewerbs sei ein gelungenes Beispiel für den FIFA-eSport. Laut Nerlich würden „geile Interviews, ein adäquates Preisgeld sowie der FUT-Modus die hohen Zuschauerzahlen bedingen“. Dazu sorgte die professionelle Aufmachung im Studio und das Miteinbeziehen der Community für jede Menge Interaktion im Twitch-Chat sowie auf den weiteren sozialen Kanälen. Die Fans zeigten sich zufrieden und pflichteten Elias bei.
Kritik von Seiten der Spieler
Doch nicht jeder teilte diese Ansicht. Vor der Kamera gab der DFB als Veranstalter zwar eine gute Figur ab, ein Blick hinter die Kulissen warf dagegen einen Schatten auf den Cup. Bereits im Vorfeld des Turniers, in dem sich St. Pauli am Ende zum Sieger kürte, wurden viele negative Stimmen laut. Genau wie seinen eSport-Kollegen stieß Gladbach-Profi Yannick Reiners sowohl die Wahl der Plattform für den Start in die Hauptrunde, als auch die mangelnde Vorbereitungszeit übel auf.
Während die gesamte kompetitive Saison auf den Next Gen-Konsolen ausgetragen wird, mussten die Profis hier auf die alte Version zurückgreifen. Aufgrund der Unterschiede im Gameplay war das gesamte Training damit obsolet. Zudem fehlten auf den gestellten Accounts, auf die erst einen Tag vor Beginn zugegriffen werden konnte, teilweise essenzielle Meta-Karten. Ein Unding im Rahmen eines seriösen Wettstreits.
Deutliche Worte aus dem Ruhrpott
Für den Teamleiter der eSport-Abteilung des VfL Bochum Michael Fischer stellt die Rückmeldung der Fans sowie allen voran die des FIFA-Influencers sogar eine Gefahr dar: „Die sehr gelungene Übertragung täuscht über die großen Probleme des Wettbewerbs für Spieler und Klubs hinweg. Das so ausschweifend zu loben, ist Gift für die zukünftige Entwicklung des DFB-ePokals“.
Es bleibt zu hoffen, dass der DFB sich die Beschwerden der Teilnehmer für die nächste Ausgabe zu Herzen nimmt. Vergleichbar schlechte Umstände sind schon EA Sports mehrfach auf die Füße gefallen. Ein zweites Mal wird das Geschehen vor der Kamera nicht über die schlechte Organisation im Hintergrund hinweg täuschen können. So sehr das Event die Zuschauer begeistert haben mag, so oberflächlich ist dann manchmal auch die Sicht der Dinge.