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Unvergessene eSports-Momente: EVO 2015 - zu früh gefreut und dann alles verloren!

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Unvergessene eSports-Momente: EVO 2015 - zu früh gefreut und dann alles verloren!

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Unvergessene eSports-Momente

Wenn man einen harten Sieg nach einem angespannten Match erzielt, gehört es dazu, dass man diesen gebührend feiert. Doch was, wenn das Match noch nicht zu Ende war?
Siegessicher im Match gegen Ogawa: Woshige
Siegessicher im Match gegen Ogawa: Woshige
© Robert Paul

Im eSport kochen die Emotionen oft hoch. Wenn sowohl Spieler als auch Zuschauer die Spannung im Raum fast physikalisch greifen können, und dann alles in eine große Explosion der Gefühle eskaliert – das sind die Momente, an die man sich lange erinnert. Zu solchen Situationen gehört ein guter „Pop-Off“ auch dazu. Und gerade bei Fighting Game-Turnieren, wenn man oft direkt neben seinem Gegner sitzt, kommt es oft vor, dass Spieler sich zu starken Gefühlsausbrüchen nach einem Match hinreißen lassen.

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Doch was ist, wenn man seinen vermeintlichen Sieg zu früh feiert? Solch eine Situation konnten Zuschauer während Evolution 2015 begutachten. In der Top 8 von Guilty Gear XRD trafen die beiden Japaner Kenichi „Ogawa“ Ogawa und Ryuichi „Woshige“ Shigeno aufeinander. Beide spielten in diesem Fall um den Einzug in das Winners Final und damit einen garantierten Platz auf dem Siegertreppchen.

Ogawa wählte den komplexen Puppet-Character Zato-1 als seinen Fighter, während Woshige sich auf die flinke Setplay-Dame Milia verlies. Ein spannendes Match-Up zwischen zwei sehr mobilen Charakteren. Doch gerade Woshige muss bei jedem Treffer seines Gegners bangen. Milia besitzt sehr wenig Lebenspunkte. Combos des Kontrahenten bringen sie also schnell in eine gefährliche Lage, in der riskante Entscheidungen gefällt werden müssen. Im Umkehrschluss ist Milia aber auch in der Lage, das Ruder des Matches an sich zu reißen und erst einmal nicht mehr abzugeben. Durch ihre Möglichkeit dem Gegner permanent neue Mixups aufzuzwingen, macht sie aus Guilty Gear XRD fast einen Einzelspieler-Titel.

Kein Wunder also, dass beide Kontrahenten sehr angespannt und konzentriert waren. Es stand viel auf dem Spiel und Milia war für Woshige ein Faktor, der sowohl das Spiel schnell für ihn entscheiden, als auch seinen Untergang bedeuten konnte. Und diese Dualität war auch während des Sets zu sehen. Beide Spieler kämpften hart um jede Runde und schließlich stand es eins zu eins. Ogawa führte in diesem finalen Match bereits mit einer Runde und stand somit mit einem Bein bereits im Winners Final. Sein Gegner, Woshige, sah aber seine Chance. Zwar war Milia lediglich einen soliden Treffer davon entfernt KO zu gehen, allerdings hatte er auch einen komplett gefüllten Tension-Balken, den er dafür nützen könnte, verheerende Super Moves auszuführen. Das Problem war, dass Ogawa noch über seinen Burst verfügte: Eine Mechanik, die es Charakteren erlaubt, aus einer Combo auszubrechen.

Damit würde er zumindest eine weitere Chance haben zu überleben, sollte er getroffen werden. Ogawas Zato beschwört für einen finalen Angriff den Schattendämonen Eddie und verfehlt Milia damit nur minimal. Woshige sieht seine Chance. Er trifft Zato und hält seine Combo kurz: Nach nur zwei Treffern aktiviert er Emerald Rain, einen von Milias Super Moves. Das besondere während dieser Art von Angriffen: Der Gegner kann sie nicht bursten. Allerdings sollte der Schaden von Emerald Rain nicht reichen, um Zato zu besiegen. Da dieser aber in der Ecke der Stage stand, prallt er an der Wand ab und erlaubt Milia einen weiteren Super Move zu nutzen: Winger. Dieser verursacht genug Schaden, um die Runde für Woshige zu entscheiden. Voller Emotion springt dieser auf, dreht sich zu der massiven EVO-Menge und reißt seine Arme in die Luft. Voller Erleichterung über diesen Sieg. Die Kommentatoren loben die Gameplay-Entscheidung des Japaners: „So smart! Ogawa konnte wegen des Supers nicht bursten!“. Doch dann wird allen klar, was hier gerade passiert. Das Commentary ist schockiert: „Oh! Woshige glaubt es sei vorbei!“

Denn genau das war es noch nicht. Zwar hatte Woshige die vergangene Runde gewonnen, aber es stand nun eins zu eins. Sein Gegner, Ogawa, zeigte keine Gnade. Kurz bevor die finale Runde des Sets beginnt, schafft es Woshige zwar einen Knopf zu drücken, doch es ist zu spät. Durch seinen verzweifelten Versuch, wieder die Kontrolle über seinen Charakter zu erhalten, landet Zato einen Counter Hit. Gerade bei einem Fighter mit so wenig Lebenspunkten wie Milia ein fataler Treffer. „Und Ogawa ist das alles egal!“, schreit einer der Kommentatoren. Die darauf folgende Combo zieht Milia 80 Prozent ihres Lebens ab. Und nach einem kurzen Mix-up in der Ecke ist es auch schon vorbei. „Woshige!!!! Nicht so!!!!!“ Nach etwa 10 Sekunden Spielzeit geht Ogawa als Sieger aus dem Set hervor. „Wofür bist du aufgestanden?!?“, die Kommentatoren sind komplett außer sich, das Publikum eskaliert und Ogawa steht nun mit in die Luft gerissenen Armen vor der Menge. Dort, wo kurz zuvor Woshige seinen vorzeitigen Sieg gefeiert hatte.

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Was macht den EVO2015 Moment so besonders?

Wie bereits erwähnt, ist es ohnehin ein Match-up zweier Charaktere gewesen, das hätte in beide Richtungen schwenken können. Ogawa galt in diesem Aufeinandertreffen als der klare Favorit. Letztendlich sollte er sich auch gegen den Rest der Konkurrenz durchsetzen und das EVO 2015-Finale gewinnen. Es ist also nicht ungewöhnlich, dass Woshige hier großen Druck verspürt hatte und nach einer intensiven Runde zu früh seinen Sieg feierte.

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Aber ein weiterer Grund, warum gerade dieser Moment für Flashbacks bei einigen Zuschauern gesorgt hatte war, dass sich etwas ähnliches im Jahr 2012 zugetragen hatte. In einem Street Fighter IV-Match zwischen Ricky Ortiz und Joshua „Wolfkrone“ Philpot ging Wolfkrone nach einem guten Treffer davon aus, dass der darauffolgende Super-Move den Charakter seiner Gegnerin besiegen würde. Aus diesem Grund stand er kurz auf, um zu feiern, setzte sich aber schnell wieder auf seinen Stuhl, nachdem Rickys Fighter mit einer minimalen Anzahl an Lebenspunkten überlebt hatte. Sie blieb konzentriert und gewann schließlich kurz darauf das Set. Während Ricky ihren Arcade Stick aus der Konsole zog, war klar zu erkennen, wie sauer sie war: „What are you standing up for?!“

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