NBA2K-Interview mit Daniel Theis

NBA2K-Interview mit Daniel Theis

Daniel Theis ist einer der besten deutschen Basketballer. Auch der digitale Ball wird gerne mal kräftig durch die Reuse gestopft. Wir trafen die #27 der Bulls zum NBA2K-Talk.
Auf jedes Detail geachtet: Die Tattoos des virtuellen Daniel Theis
Auf jedes Detail geachtet: Die Tattoos des virtuellen Daniel Theis
© 2K
. SPORT1
von Robin Ahlert
am 7. Juni

SPORT1: Die wichtigste Frage direkt vorab: Zockst du überhaupt 2K und wenn ja, wie viel?

Daniel Theis: Weniger als früher, bin inzwischen eher in die Call-of-Duty-Richtung abgedriftet. Aber früher, als ich noch jünger war, habe ich schon auch viel Zeit mit NBA2K verbracht. Gerade als man dann die ersten Male selber Teil des Spiels wurde. Das war wie ein kleiner, immer unrealistisch wirkender Traum, der da tatsächlich in Erfüllung gegangen ist.

SPORT1: Ich nehme an, dass das Erste was man dann macht, das digitale Selbst auszuchecken und zu sehen, was dieses draufhat?

Theis: Definitiv! Vor allem beim ersten Mal schaut man auf jedes Detail. Optisch bei mir beispielsweise auch darauf, ob und wie die Tattoos (an den Armen Anm. d. Red.) umgesetzt worden sind. Ich glaube beim ersten Mal, als ich dabei war, war das noch ein bisschen mangelhaft. Aber spätestens, als dann die Scans mit gefühlt 500 Kameras aus allen Winkeln kamen, wurde es von Jahr zu Jahr beeindruckender, wie detailliert und realistisch man tatsächlich dann doch inzwischen in einem Videospiel abgebildet werden kann.

SPORT1: Abgesehen von der Optik – fühlst du dich denn auch vom Spielgefühl an dein physisches Selbst erinnert? Gibt es beispielsweise Stats, an denen du gerne noch gedreht hättest?

Theis: Generell ist es glaube ich schwierig in einer Simulation zu 100% an das echte Vorbild heranzukommen. Was die Stats angeht – natürlich will man da immer so hoch wie möglich geratet sein. Ich glaube, ich war am die letzten Jahre immer knapp an einer 80er-Gesamtwertung dran, dieses Jahr bin ich ein bisschen runtergegangen. Für die nächste Saison versuche ich endlich mal die 80 zu knacken!

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SPORT1: Auch wenn du heute nicht mehr ganz so viel NBA2K zockst wie früher – gibt es einen Spielmodus, der es dir besonders angetan hat? Oder wird meist einfach fröhlich durch die ganze Palette an Spielmodi gezockt?

Theis: Früher, also noch bevor die ganzen Online-Modi kamen, war das hauptsächlich mit Freunden oder vor allem auch mit meinem Bruder zusammensitzen, ein Team auswählen und einfach klassisch Fünf gegen Fünf spielen. Ich habe aber auch gerne mal den virtuellen GM (General Manager) gespielt, mir eine Mannschaft nach meinem Gusto zusammengestellt und dann eine Saison nach der anderen durchsimuliert. Online-Modi, wie vor allem MyPark, habe ich tatsächlich erst so richtig hier, in den USA, kennengelernt.

SPORT1: Wenn du den Manager-Modus gespielt hast, hast du dich dann auch selbst verpflichtet?

Theis: Meistens habe ich es so gemacht, dass ich sowieso von Anfang an die Celtics ausgewählt habe. So musste ich mich dann auch nicht mehr verpflichten.

SPORT1: Aber dann gab es doch zumindest relativ schnell einen dicken neuen Vertrag oder wenigstens mehr Spielzeit, oder?

Theis: Ja, klar! Gerade in meinem ersten Jahr in der NBA habe ich hinter Al Horford und Aaron Baynes nicht ganz so viel gespielt. Wenn ich die Partien dann also durchsimuliert habe, gab es für den virtuellen Daniel Theis schon einige Minuten mehr als für den Echten. Vor allem anfangs meistens so viele, wie nur irgendwie ging. Aber auch da wird man dann recht schnell wieder realistischer und gleicht das Virtuelle dem Tatsächlichen an. Die eigene Rolle allerdings ein bisschen größer gestalten als sie vielleicht in Wirklichkeit ist, würde wahrscheinlich jeder so machen.

SPORT1: Hättest du dich denn weggetradet, wenn ein entsprechendes Angebot gekommen wäre?

Theis: Schwierig. Kommt drauf an, wie erfolgreich das Team in dem Moment war, aber wahrscheinlich eher nicht.

SPORT1: Du hast auch den MyPark-Modus angesprochen, bei dem man (s)einen Spieler mit individuell gestaltbaren Skillset steuert. Inwiefern sieht dein MyPark-Player dem realen Daniel Theis ähnlich?

Theis: Ich habe meist versucht meinen Spieler so zu gestalten, dass er meinem realen Spielstil schon sehr nahekommt. Maximal meinen Wurf habe ich noch ein bisschen besser gemacht, als er vielleicht tatsächlich ist (lacht). Aber klar, es kam dann schon auch mal vor, dass wenn man den Saison-Modus spielt, man sich einen Point Guard kreiert hat, einfach nur deswegen, weil man den Ball als Big Man nicht so häufig in den Händen hat. So konnte man etwas mehr das Spiel dirigieren und war weniger abhängig von seinen computergesteuerten Teammates.

SPORT1: Wie ist das eigentlich generell als Profi: Wird da genauso viel 2K gezockt, wie im Amateurbereich? Oder ist es dann doch irgendwann einfach mal Basketball-Overload?

Theis: Ich denke sowohl als auch. Ich hatte die Jahre auf jeden Fall einige Teammates, die extrem viel 2K gespielt haben. Vor allem bei den Celtics gab es Spieler, die damit den ganzen Tag verbracht haben.

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SPORT1: Wer denn genau?

Theis: Das waren wirklich einige! In meinem ersten Jahr bei den Celtics war es Kyrie (Irving), der viel gespielt hat, jetzt war das Romeo (Langford). Kemba (Walker) spielt viel. Es sind wirklich einige, die da ziemlich auf dem Spiel hängengeblieben sind. Vor allem auch die Jüngeren, die noch einmal ein bisschen mehr Zeit haben als ältere Spieler, die beispielsweise schon Familie und Kinder haben.

SPORT1: Hat man als Profibasketballer beispielsweise im Online-5-gegen-5-Modus eigentlich den Anspruch besonders schönen virtuellen Basketball zu spielen? Oder ist das dann auch einfach drauflos zocken, maximal "Five-out" zu spielen und durchweg 1 gegen 1 zu gehen?

Theis: Ich persönlich habe schon versucht Basketball immer "the right way" zu spielen. Das spricht sonst einfach gegen die eigene Basketball-Natur, wenn man eigentlich weiß, wie alles funktioniert und man dann einfach nur wild zockt. Viele Spieler wählen in der Defense ja oftmals auch einfach nur einen ihrer Big Man aus, mit dem sie dann in der Zone rumstehen und die On-Ball-Defense vom Computer erledigen lassen. Das ist etwas, was ich auch wirklich gehasst habe, gerade auch wenn man dann Zuhause gegen Freunde gespielt hat. Ich meine, wenn ich eh nur vom Computer verteidigt werde, dann kann ich auch einfach gegen diesen und nicht gegen einen Freund spielen, oder?

SPORT1: Zu guter Letzt: Für wie gut würdest du dich eigentlich selbst bezeichnen? Um im 2K-Jargon zu bleiben: Auf einer Skala von Rookie bis Hall of Fame?

Theis: Puh, ich glaube inzwischen relativ weit unten auf der Skala (lacht). Seit ich Kinder habe, bleibt nicht mehr so viel Zeit zum Zocken. Was ich schade finde, weil ich schon gerne besser oder wenigstens gut wäre. Ich bin auch bei Videospielen sehr ehrgeizig und kann es gar nicht leiden dabei ständig zu verlieren. Aber diesen Sommer habe ich wahrscheinlich ein wenig mehr Zeit, um mich wieder ein bisschen länger hinter die Konsole zu klemmen und auch mal ein paar Stunden am Stück zu spielen, um wieder besser zu werden.

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