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Anfang tritt bei Werder zurück

Anfang tritt bei Werder zurück

Markus Anfang gibt sein Amt als Trainer von Werder Bremen auf. Vorausgegangen ist eine wirre Geschichte rund um den Verdacht eines gefälschten Impfzertifikates.
Markus Anfang gibt sein Amt als Trainer von Werder Bremen auf. Vorausgegangen ist eine wirre Geschichte rund um den Verdacht eines gefälschten Impfzertifikates.
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von SPORT1

Der Wirbel um einen möglichen Impf-Betrug bei Werder Bremen hat seinen Tribut gezollt: Markus Anfang ist nicht länger Trainer des Zweitligisten. Das gab der Klub am Samstagvormittag bekannt.

Demnach trat der 47-Jährige am Samstagmorgen zurück. Auch Co-Trainer Florian Junge lässt sein Amt ruhen. Gegen beide wird laut Klubmitteilung staatsanwaltschaftlich ermittelt. Beim Topspiel am Samstagabend gegen den FC Schalke 04 (20.30 Uhr LIVE im Free-TV auf SPORT1) wird die Mannschaft von Co-Trainer Danjiel Zenkovic betreut. Als Co-Trainer springt der derzeitige U19-Coach Christian Brand ein.

„Ich habe aufgrund der inzwischen extrem belastenden Lage für den Verein, die Mannschaft, meine Familie und auch mich selbst entschieden, dass ich meine Aufgabe als Cheftrainer von Werder Bremen mit sofortiger Wirkung beende. Ich habe daher die verantwortlichen Personen um die umgehende Auflösung meines Vertrages gebeten, diesem Wunsch haben sie entsprochen. Ich wünsche Werder heute im Spiel gegen Schalke und für die Zukunft maximalen Erfolg“, wird Anfang in der Pressemitteilung der Bremer zitiert. Der gebürtige Kölner hatte Werder im Sommer übernommen und zuvor für Holstein Kiel, den 1. FC Köln und Darmstadt 98 als Cheftrainer gearbeitet.

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Polizei wurde am Weserstadion vorstellig

„Grund für die Entscheidung sind staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen beide Trainer und die dadurch aufkommende Unruhe in und um den Verein herum“, ist in der Pressemitteilung zu lesen.

Was auch zur Entscheidung beigetragen haben dürfte: Am Freitag war die Polizei am Weserstadion vorstellig geworden und hatte einen Durchsuchungsbefehl im Gepäck - und zwar für die private Wohnung von Trainer Anfang und Co-Trainer Junge. In der Folge kam dieser aber nicht zur Anwendung, da beide kooperierten und den Beamten ihre Impfausweise und weitere Dokumente aushändigten.

Die Rücktritte kommen einem Paukenschlag an der Weser gleich und stellen den vorläufigen Höhepunkt einer wirren Geschichte dar. In den Hauptrollen: Anfang, ein angeblich gefälschtes Impfzertifikat, das Bremer Gesundheitsressort und die Bremer Staatsanwaltschaft.

Baumann: „Vorwurf ist massiv“

Am Mittag äußerte sich dann auch Bremens Geschäftsführer Frank Baumann über die sich überschlagenden Ereignisse an der Weser.

„Es ist schon viel passiert in den letzten 24 Stunden. Wir haben Donnerstagabend die Info bekommen, dass gegen Markus Anfang ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde. Er hat uns versichert, dass nichts falsches getan wurde und dass er geimpft ist“, erklärte Baumann im Werder.tv: „Da muss man dem Cheftrainer, dem wichtigsten Mitarbeiter, einen Vertrauensvorschuss geben. Da haben wir uns schützend vor ihn gestellt.“

Allerdings gab es in dem Fall laut Baumann „im Laufe des Freitags weitere Entwicklungen und eine andere Sachlage“. Er verriet nichts genaues über mögliche Beweise oder Fakten, wurde aber dennoch deutlich: „Die Fakten haben sich verändert und der Vorwurf, der im Raum steht, ist wirklich massiv. Das hat Dimensionen angenommen, wo wir als Verein überlegt haben, was die richtige Entscheidung ist. Man muss sehen, welche Fakten auf dem Tisch liegen und da ist am Freitag viel passiert. So hat Markus die Entscheidung so für sich getroffen.“

Hat Anfang sein Impfzertifikat gefälscht?

Begonnen hat die Geschichte, als sich Werder-Profi Marco Friedl mit einem positiven Corona-Test aus Österreich meldete. Das Gesundheitsressort in Bremen ermittelte daraufhin Kontaktpersonen - reine Routine.

Doch bei dem Impfnachweis von Anfang traten dann wohl Unregelmäßigkeiten auf. Die DeichStube berichtete, dass es dabei vor allem um ein Impfdatum geht, dass sich mit einem Einsatz als Werder-Coach von Anfang überschnitten hatte.

Das Gesundheitsressort ging der Sache nach und alarmierte auch die zuständige Staatsanwaltschaft. In der Folge kam es zu einer Strafanzeige wegen des Verdachts der Dokumentenfälschung.

Der Klub hatte den Coach noch am Freitag verteidigt und sah keinen Grund darin, die Version der Geschichte von Anfang nicht zu glauben, der seine Unschuld beteuerte. Ein dementsprechendes Statement wurde allerdings mittlerweile auf der Website von Werder entfernt.

„Markus und Florian übernehmen mit ihrem Schritt Verantwortung und tragen somit dazu bei, die Unruhe, die in den letzten Tagen rund um den Verein und die Mannschaft aufgekommen ist, zu beenden. Wir respektieren ihre Entscheidung und werden uns nun auf die Suche nach einem neuen Cheftrainer machen“, kommentierte Baumann nun den drastischen Schritt von Anfang.

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