Der Begriff „Leichtigkeit“ macht immer mehr die Runde.
2. Bundesliga: Markus Höhner über das Topspiel Jahn Regensburg - FC St. Pauli
Findet St. Pauli zurück zur Leichtigkeit?
Den einen geht sie immer mehr verloren, bei den anderen hat sie sich immer mehr entwickelt. Und so rücken sie sich da oben in der Tabelle zunehmend dramatisch spannend auf die Pelle.
Ganze zwei Punkte trennen die Plätze eins und sechs nach absolvierten 21 Spieltagen. So eng war es in Zeiten der 3-Punkte-Regel nie zuvor in der 2. Bundesliga. (DATEN: Die Tabelle der 2. Bundesliga)
Tabellenführer Darmstadt und Herbstmeister St. Pauli sind die zwei Wankenden, die in der Hinrunde mitreißend vorneweg marschierten, jetzt aber plötzlich nicht mehr wie gewohnt performen.
Lieberknecht bei Darmstadt gefordert
Anders gesagt: Die „Leichtigkeit“ als Eigendynamik des erfolgsbedingten Selbstvertrauens ist plötzlich raus und kehrt sich sogar um ins Gegenteil. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur 2. Bundesliga)
Die 5:0-Ohrfeige, die der HSV den Lilien verpasst hat, schallte quer durch die Fußball-Republik und dürfte Spuren hinterlassen haben. Den Darmstädtern blieb zwar Platz 1 als Trostpreis, aber wohl kaum der aktuelle Glaube daran, sich dort noch sehr lange halten zu können.
Jetzt ist Torsten Lieberknecht vor allem als Mentaltrainer gefordert.
Gleichermaßen steht der Auftritt des HSV als symbolisches Statement für das „Dino-Trio“, das sich immer stabiler und beeindruckender positioniert.
Die Rothosen setzten im ohnehin positiven Trend vehemente Ausrufezeichen am „Bölle“ und im Pokal.
2. Liga: St. Pauli im Rückrunden-Blues
Schalke überrollte Aue und zeigte beim gedrehten Sieg gegen Regensburg Mentalität und eine immer besser harmonierende Kaderbreite.
Und bei Werder hat man aktuell das Gefühl, dass der gemogelte Impfausweis sich immer mehr als Glücksfall entpuppt und die Bremer mit „6-Siege-Ole“ unaufhaltsam Richtung Wiederaufstieg stürmen.
Heidenheim gesellt sich klammheimlich zu diesem Trio und bleibt wieder mal erstaunlich beharrlich dran mit allen perspektivischen Optionen.
Bleibt der FC St. Pauli. Der Herbstmeister steckt im „Rückrunden-Blues“. Von den schönen 8 Punkten Vorsprung auf Platz 4 ist nur noch ein Zähler übrig. Nach dem 2:2 gegen Paderborn in unserem Top-Spiel am letzten Samstag, habe ich sehr spannende Emotionen registriert.
St. Pauli in Regensburg gefordert
Die Hamburger holten zwar wieder nur einen Punkt und stehen damit bei fünf sieglosen Spielen in Folge, aber die Fans am Millerntor honorierten die gute Leistung und verabschiedeten die Mannschaft mit viel Euphorie.
Schön, dass aus der erfolgreichen Hinserie kein ausschließlich aufstiegsorientiertes Anspruchsdenken entstanden ist, sondern immer noch die sehr erfolgreiche Saison und gute Entwicklung im Vordergrund steht.
Am Samstag ist wieder Top-Spiel mit St. Pauli und die „Boys in Brown“ spielen in Regensburg. Auch dort hat man die positive Eigendynamik in den letzten Wochen verloren und es gab sieben Niederlagen in den letzten neun Spielen. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der 2. Bundesliga)
Bewährungsprobe für St. Pauli
Trotzdem wird das Gastspiel beim Jahn für den FC St. Pauli eine spannende Bewährungsprobe. Obwohl die Oberpfälzer ihre letzten drei Heimspiele verloren, sind sie zuhause schwer zu knacken.
Und auswärts tat St. Pauli sich bislang mitunter schwer und holte nur drei Siege. Trainer Timo Schultz spricht von der „herausfordernden Aufgabe für die Entwicklung, auch mal der Gejagte zu sein“.
Er stellt den gemeinsamen Weg in den Vordergrund und nicht die kleine aktuelle Krise. Dazu die positive Rückmeldung der eigenen Fans auf das nicht gewonnene Heimspiel.
Genau diese mentale Ausrichtung könnte für die Hamburger das richtige Vitamin für den Weg zurück in die „Leichtigkeit“ sein.