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Nimmt Rose Spieler mit zum BVB?

Nimmt Rose Spieler mit zum BVB?

Die Gladbach-Spieler sind von der Entscheidung ihres Trainers enttäuscht. Drei Leistungsträger besitzen Ausstiegsklauseln. Nimmt Rose Spieler mit nach Dortmund?
Von der Borussia zur Borussia – von Gladbach nach Dortmund. Marco Rose macht im kommenden Sommer den nächsten Karriereschritt und ähnelt schon jetzt seinem einstigen Trainer Jürgen Klopp.
Patrick Berger
Patrick Berger
von Patrick Berger

Am Montagvormittag schaffte Marco Rose dann endlich Klarheit!

Der 44 Jahre alte Trainer machte Nägel mit Köpfen und teilte seiner Mannschaft die lang gereifte Entscheidung mit, Gladbach zum Saisonende zu verlassen und sich Borussia Dortmund anzuschließen.

Das habe "nichts mit Euch" zu tun, hatte Rose dem Team zu Beginn seiner Ansprache gesagt. Er wolle nicht noch im hohen Alter als Trainer arbeiten und die einmalige Chance mit dem nächsthöheren Karrieresprung zum BVB in diesem Sommer nutzen.

Gladbach-Spieler von der Entscheidung Roses enttäuscht

Zuvor sprach Max Eberl zum Team. Der Sportchef soll, wie SPORT1 aus Spielerkreisen erfuhr, den Abgang zwar zutiefst bedauert haben, aber sich im gleichen Atemzug auch kämpferisch gegeben haben. "Wir werden - wie immer - eine Top-Lösung für Borussia Mönchengladbach präsentieren", soll Eberl gesagt haben.

Die beiden Ansprachen der beiden Führungskräfte dauerten zusammen etwa zehn Minuten. Danach herrschte in der Gladbacher Kabine zunächst Stille.

Die Köpfe hingen nach unten, fast alle Spieler waren von der Entscheidung ihres Trainers enttäuscht. Vor allem der Zeitpunkt der Entscheidung überraschte viele Spieler - mitten in der Saison, in einer wichtigen Phase, in der man noch große Ziele hat und sich zudem im direkten Duell mit (ausgerechnet) dem BVB befindet.

Ein "herber Verlust" sei der bevorstehende Rose-Abgang für Jonas Hofmann. Die Entscheidung habe das Team hart getroffen, "weil er (Rose) mit seiner Persönlichkeit, seinen Spielideen und seiner Philosophie viele neue Impulse gesetzt hat", sagte der Nationalspieler im GQ Magazin.

Es habe, so Hofmann, "einen großen Einfluss auf die Stimmung", wie Rose "mit den einzelnen Spielern spricht und sie motiviert". Das übertrage sich auch auf den Platz.

Vorzeitige Entlassung kein Thema

Nun kehrt Rose seiner Mannschaft den Rücken zu und bekommt dafür auch im Fanlager heftige Kritik. Kaum auszumalen, was im ohnehin schon brisanten DFB-Pokal-Viertelfinale am 2. März gegen den BVB in einem ausverkauften Borussia Park los wäre.

"Wir werden jetzt mit Marco gemeinsam alle Kräfte mobilisieren, um unsere Ziele in der Liga, im DFB-Pokal und in der Champions League zu erreichen", gibt sich Eberl kämpferisch.

Am Mittwochmorgen wird der Manager ab 9.30 Uhr zusammen mit Rose auf einer Pressekonferenz Rede und Antwort stehen. Gerüchte, wonach Rose gar vor einer vorzeitigen Entlassung stehen soll, wies der Klub auf SPORT1-Nachfrage entschieden zurück. Das Ding will man mit Rose bis zum Saisonende durchziehen.

Nimmt Rose Spieler mit nach Dortmund?

Klar ist: Gladbach steht nach dem Rose-Entschluss vor einer ungewissen Zukunft. Gleich mehrere Fragen stellen sich:

Wie verkraftet die Mannschaft die Entscheidung? Was bedeutet das mit Blick auf die Personalplanungen? Nimmt Rose Spieler mit nach Dortmund? Was passiert perspektivisch mit Top-Spielern wie Matthias Ginter, Florian Neuhaus und Co.?

Vor wenigen Tagen berichtete SPORT1 bereits über den ohnehin schon heißen Transfer-Sommer. Durch den Rose-Abgang wird dieser sicher noch brisanter. Die Gladbacher, die vor der Saison erstmals seit längerem komplett zusammenblieben, könnten auseinanderbrechen.

In Florian Neuhaus, Marcus Thuram und Alassane Plea haben gleich drei prägende Akteure Ausstiegsklauseln in ihren Verträgen. Hinzu kommen mehrere auslaufende Verträge in diesem und im darauffolgenden Jahr.

Zakaria schlägt Vertragsverlängerung aus 

In diesem Sommer sind es allein sieben - darunter die Papiere von Oscar Wendt und Leihspieler Valentino Lazaro -, 2022 sind es sechs - darunter die von Matthias Ginter, Nico Elvedi und Denis Zakaria.

Mit dem letztgenannten Trio will Gladbach "gerne verlängern", wie Eberl vor kurzem schon bestätigte. "Daran arbeiten wir. Es gibt viele Gespräche, aber keine großen Tendenzen", sagt der Manager vorige Woche. "Bei dem einen oder anderen gibt es die Tendenz, dass es zum Bleiben reicht, beim anderen zum Abschied."

Nach Abschied sieht es momentan vor allem bei Zakaria aus. Der 24-jährige Mittelfeldspieler, der mehreren englischen Top-Klubs umworben wird, ist bereit für den nächsten Schritt und hat eine Verlängerung - ob mit oder ohne Rose - schon vor einigen Wochen ausgeschlagen.

Weiterhin bei den Bayern hoch im Kurs ist Florian Neuhaus, der im Sommer für eine festgeschriebene Klausel von rund 40 Millionen Euro gehen könnte. Auch der BVB hat den Nationalspieler auf dem Zettel. Aus Dortmund ist allerdings zu hören, dass die Klausel eine zu große Hürde sei.

Zukunft von Ginter fraglich 

Fraglich ist auch die Zukunft von Matthias Ginter. Der Nationalspieler hatte in der Vergangenheit immer wieder Anfragen aus dem Ausland, unter anderem von Atlético Madrid. Grundsätzlich fühlt er sich in Gladbach aber wohl.

Die Entscheidung von Rose könnte aber auch Einfluss auf ihn haben. Der Kapitän hat große Ambitionen, will dauerhaft in der Champions League spielen und macht seine Planungen natürlich auch von der neuen Trainer-Personalie abhängig.

Bevor der 27-Jährige in konkrete Vertragsgespräche gehen wird, will er zunächst wissen, wie die strategische Ausrichtung des Klubs aussieht, wer bleibt, wer geht und wer kommt.

Übrigens: Einen Groll auf den BVB hegen die Gladbach-Bosse nicht. Eberl nimmt es sportlich. Mit der Rose-Verpflichtung vor anderthalb Jahren und der eingebauten Ausstiegsklausel wusste der Fohlen-Manager, dass er automatisch ein gewisses Risiko mit eingekauft hat.

Damals waren es ja bekanntlich die Gladbacher, die von einer Ausstiegsklausel Gebrauch machten und Rose für rund 3 Millionen Euro aus Salzburg loseisten.

Gespräch zwischen Eberl und Watzke

Das Verhältnis zwischen Gladbach und dem BVB ist weiterhin okay. Nach SPORT1-Informationen haben Eberl und Watzke am Montag länger miteinander gesprochen.

Eberl hatte vorige Woche, als die Rose-Entscheidung noch nicht feststand, gesagt: "Weder Borussia Dortmund noch irgendein anderer Verein kann uns kaputt kaufen. Es gibt Spieler und Menschen, die einen anderen Schritt gehen wollen. Wenn einer eine Chance hat, dann soll er sie nutzen. Wenn alles an einer Person hängen würde, wären wir auf sehr dünnem Eis unterwegs."