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Mbappé-Verlängerung: Ist das noch der Fußball, den wir wollen? - Kommentar von Pit Gottschalk

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Mbappé-Verlängerung: Ist das noch der Fußball, den wir wollen? - Kommentar von Pit Gottschalk

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Mbappé: Das übersteigt die Grenzen

Mbappé: Das übersteigt die Grenzen

Kylian Mbappé verlängert seinen Vertrag bei PSG und kassiert dafür zusätzlich 300 Mio. Euro. Ein Deal dieser Größenordnung übersteigt die Grenze des Aushaltbaren, findet SPORT1-Chefredakteur Pit Gottschalk.
Es ist offiziell: Kylian Mbappé verlängert um drei weitere Jahre. Enorme Summen sollen den Ausschlag gegeben haben.
Pit Gottschalk
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Am Tag, nachdem RB Leipzig Pokalgeschichte geschrieben hatte, kehrte mit den üblichen Personalgerüchten Alltag ins Bundesliga-Geschäft zurück.

Die ersten Vereine finden angeblich doch auf die Schnelle einen Trainer. Lucien Favre zu Gladbach, Andre Breitenreiter zu Hoffenheim, Edin Terzic zu Borussia Dortmund, Niko Kovac zum VfL Wolfsburg - das ist ein erster und sicherlich kein letzter Zwischenstand. Business as usual. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Trotzdem geschah übers Wochenende Außergewöhnliches. Der französische Stürmerstar und Weltmeister Kylian Mbappé hat sich entschieden, Paris nicht Richtung Madrid zu verlassen und verlängerte seinen Vertrag bei PSG doch.

Er gab sein Einverständnis nicht kostenlos: 300 Mio. Euro soll er zusätzlich zum Gehalt kassieren, damit er bleibt. Eine Drei mit acht Nullen - ist die Welt denn verrückt geworden? (NEWS: Alles zum Transfermarkt im SPORT1-Transferticker)

Mbappé-Verlängerung: UEFA muss Prüfverfahren einleiten

Wie soll der Profifußball jemals zum Normalmaß finden, anständig und in fairem Wettbewerb, wenn Klubs fremdes Geld wie Konfetti verwenden? Die UEFA muss hier dringend und konsequent ein Prüfverfahren einleiten, um zu ermitteln, ob erstens die Summe wahr ist und zweitens Fair Play im internationalen Fußballgeschäft keine Gültigkeit mehr findet. Ein weiteres Mal stehen hier die Werte des Sports auf dem Spiel.

Wir müssen uns nicht darüber aufregen, dass RB Leipzig mit dem Kleingeld aus dem Brausegeschäft alimentiert wird, wenn anderswo einem Torjäger eine Dreiviertelmilliarde in den Schlund geworfen wird. Profis haben schon immer Geld wie Heu verdient, aber nicht erst jetzt in Zeiten von Corona und mitten in einem europäischen Krieg übersteigt ein Deal dieser Größenordnung die Grenzen dessen, was man aushalten kann.

Wohin ist das Geschäftsgebaren in letzter Konsequenz sonst führt, werden wir in diesem Sommer bei Robert Lewandowski erleben. Obwohl sein Arbeitgeber Bayern München keinen Zweifel lässt, dass der Rekordstürmer seinen Vertrag bis 2023 erfüllen soll, will sein Berater den vorzeitigen Wechsel nach Barcelona erzwingen. Er verpestet das Klima, bis Geld die Luft reinigt.

Ist das noch der Fußball, den wir wollen?

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