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Podcast: "Flutlicht an!" Gegen Diskriminierung im Fußball

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Podcast: "Flutlicht an!" Gegen Diskriminierung im Fußball

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Raum für Austausch im Fußball

Sie steht für Frauen im Fußball ein wie kaum eine andere: Dana Rösiger. Die „Flutlicht an!“ Porträt-Kolumne #78.
Dana Rösiger glaubt an die Kraft von Fotos im Frauenfußball
Dana Rösiger glaubt an die Kraft von Fotos im Frauenfußball
©
Mara Pfeiffer
Mara Pfeiffer

Zum Fußball ist Dana Rösiger über die Fotografie gekommen, seit vielen Jahren verbindet sie nun beides. Ihren Schwerpunkt legt sie auf Frauen im Fußball. Und ist überzeugt, die Art und Weise, wie die Spielerinnen und der Sport bildlich dargestellt werden, kann Fußball und seine Protagonistinnen verändern, ihnen neben Ausdruck auch Kraft verleihen.

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Überhaupt, Veränderung. Der Wunsch, die Welt über eigene Themen jeden Tag ein bisschen zum Guten zu verändern, steckt definitiv in dem, was Rösiger tut. Weil sie in der Jugend selbst Ausgrenzungserfahrungen gemacht hat, habe sie eine hohe Empathie entwickelt in diesem Bereich. Beim Hereinwachsen in den Fußball habe sie gemerkt, wie viele Türen Mädchen und Frauen dort nach wie vor verschlossen bleiben.

„Fußball ist nicht nur der Sport. Fußball ist politisch.“

Damit kann sie sich ebenso wenig abfinden, wie sie zufrieden ist mit der Darstellung von Frauen in diesem Sport. Ihr habe in den Bildern immer die Power gefehlt, erinnert sie sich. Die Kraft, Ästhetik und Dynamik, die sie auf dem Spielfeld beobachtet, findet sie in Bildern nicht wieder. Ihr eigener Anspruch ist es, das sichtbar zu machen. Und den Spielerinnen über die Fotos eine Stimme zu geben und einen Raum.

Für verschiedene Projekte bereist Rösiger mit ihrer Kamera Länder, in denen Fußball für Frauen und Mädchen nicht immer üblich ist. Gleichzeitig stellt sie fest, es gelingt nirgendwo vollständig, sie dem Sport fernzuhalten, „Egal wo du auf der Welt bist, du hast immer Zugang zu Fußball“, resümiert sie. „Und Fußball ist nicht nur der Sport. Fußball ist politisch.“

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Wenn Rösiger die spielenden Frauen fotografiert, ist das immer auch ein behutsamer Prozess von Annäherung. Sie mischt sich unter die Sportlerinnen, verbringt viel Zeit mit ihnen, führt Gespräche, erarbeitet sich Vertrauen. So lange, bis sie gar nicht mehr auffällt, wenn sie sich unter ihnen bewegt. Das gibt ihren Bildern etwas ganz Besonderes, weil sie neben der Kraft, die ihr selbst so wichtig ist, auch dieses gewachsene Vertrauen zeigen, ungestellt sind.

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Für Gleichberechtigung von Frauen im Fußball

Im Projektteam von „Discover Football“ findet Rösiger, lange selbst Handballerin, einen Ort mit Gleichgesinnten. Neben einem zweijährlich stattfindenden Fußballturnier mit Spielerinnen aus unterschiedlichen Ländern sind die Verantwortlichen zuverlässige Ansprechpartner*innen geworden für Themen rund um Fußball und die Rechte speziell von Mädchen und Frauen.

„Was wir mit Discover Football versuchen, zu erreichen, ist auf die Diskriminierung, die Frauen im Fußball erleben, hinzuweisen“, sagt die gebürtige Gubenerin, die heute in Heidelberg lebt. „Aber nicht nur im Fußball, sondern auch im Kontext der Gesellschaft. Und wir versuchen, den Frauen einen Raum des Austauschs zu geben.“ Angefangen hat die Gruppe 2006 noch vor der offiziellen Gründung damit, das Spiel zweiter Frauenteams im Iran zu ermöglichen.

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Während Rösiger damals noch nicht dabei war, ist sie heute längst dauerumtriebig mit gesellschaftlich relevanten Ereignissen über den Motor Fußball. So hat die Fotografin schon mehrere Weltrekorde begleitet, unter anderem ein Spiel zwischen zwei Frauenteams auf dem Kilimandscharo. Das habe ihr körperlich einiges abverlangt, erzählt sie lachend. „Aber ich glaube an Endorphine.“ Die hätten während der 90 Minuten alle dort oben getragen.