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Wo ist er da hineingeraten?

Wo ist er da hineingeraten?

Vor der WM wurde Omar Artan die Einreise in die USA verweigert, die FIFA zeigte sich machtlos. Jetzt pfeift der somalische Schiedsrichter für die UEFA den Supercup.
Bei der WM wurde Schiedsrichter Omar Artan aus Somalia die Einreise verweigert, die FIFA ließ es geschehen. Jetzt leitet er das UEFA-Supercup-Finale.
Vor der WM wurde Omar Artan die Einreise in die USA verweigert, die FIFA zeigte sich machtlos. Jetzt pfeift der somalische Schiedsrichter für die UEFA den Supercup.

Plötzlich war Gianni Infantino machtlos. „Wir müssen respektieren“, sagte der FIFA-Präsident in einem seltenen Anflug von Bescheidenheit, „dass wir nicht die Könige der Welt sind“. Ja, was Omar Artan bei seiner versuchten Einreise in die USA widerfahren ist, sei „unglücklich“. Aber die FIFA habe nun einmal „nicht alles im Griff“. Sie sei, so Infantino, nur „eine Sportorganisation“.

Genau zwei Monate sind seitdem vergangen. Zwei Monate, in denen rund um Infantino und die FIFA, nun ja, einiges passiert ist. Die Worte von damals wirken jedenfalls längst wie aus der Zeit gefallen.

Vor allem jetzt, da Artan, der somalische Schiedsrichter, dem kurz vor der WM die Einreise in die USA verweigert wurde, wieder in aller Munde ist. Als Figur im immer schmutzigeren Machtkampf zwischen FIFA und UEFA.

Schiedsrichteransetzung als Spitze gegen Infantino

Am Mittwoch (ab 21 Uhr im LIVETICKER) leitet der 34-Jährige das Finale im europäischen Supercup zwischen Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain und Europa-League-Champion Aston Villa. Die Ansetzung hatte die UEFA bereits Mitte Juni, nur wenige Tage nach Artans gescheiterter Einreise, bekannt gegeben. Es war eine erste Spitze aus Europa gegen Infantino – und wahrlich nicht die letzte.

Im wochenlangen Streit um Infantinos geplatzten Investorendeal legten die Europäer am Montag in einem gemeinsamen Statement mit den Kontinentalverbänden aus Asien (AFC) sowie Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik (CONCACAF) noch einmal nach.

Darin unterstellten sie Infantino, in dessen Verteidigung die FIFA am Wochenende zum Rundumschlag gegen Kritiker ausgeholt hatte, ein „tiefgreifendes Versagen im Urteilsvermögen“. Sein Verhalten sei nicht das eines „Hüters des Spiels, sondern das eines Menschen, der glaubt, das Spiel sei ihm Rechenschaft schuldig.“

WM-Schiedsrichter wurde die Einreise verwehrt

Der Ton ist jedenfalls längst gesetzt und dürfte auch beim traditionellen Saisonauftakt der UEFA am Mittwoch in Salzburg unüberhörbar sein. Nicht zuletzt dank Artan.

Trotz aller laut ihm notwendigen Unterlagen war Afrikas Schiedsrichter des Jahres 2025 kurz vor dem WM-Start am Flughafen von Miami abgewiesen worden. Die Begründung der US-Behörden? Artan stehe „mit mutmaßlichen Mitgliedern terroristischer Organisationen in Verbindung“.

Der Somalier, der als erster afrikanischer Schiedsrichter ein europäisches Klubfinale leiten wird, zeigte sich seitdem jedoch kaum nachtragend. Es sei zwar „eine sehr schwere Zeit“ gewesen, sagte er in einem von der UEFA verbreiteten Interview. Mit der Leitung des Supercups gehe nun aber ein anderer Traum in Erfüllung.

Omar Artan ist ein Symbol für eine ganze Nation

„Als wir diesen Anruf erhielten, war das für mich und meine Familie wirklich ein sehr, sehr glücklicher Moment“, sagte er: „Das wird mein erstes Spiel in Europa sein. Abenteuer zu erleben, Erinnerungen zu sammeln und Neues zu lernen, ist immer toll.“

In Somalia herrscht seit 1991 Bürgerkrieg, seine öffentlichen Auftritte sieht Artan auch als Verpflichtung.

„Ich trage den Stolz von Millionen von Somaliern und die Hoffnung der Jungen, die ihr Vertrauen in mich legen“, sagte er: „Dieses Gefühl der Verantwortung lässt mich immer mein Bestes geben.“ Auch am Mittwoch, allen Nebengeräuschen zum Trotz.