Ex-Bayern-Keeper Hoffmann schwärmt von „Motivationsmonster“Kimmich

"Die größte Inspiration war Manuel Neuer"
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"Die größte Inspiration war Manuel Neuer"

Ron-Thorben Hoffmann spricht im SPORT1-Podcast Leadertalk über seinen Weg zum Kapitän, die prägende Zeit beim FC Bayern, sein Verständnis von Führung – und verrät, warum harte Kritik für ihn zum Erfolg dazugehört.

Ron-Thorben Hoffmann hat erlebt, wie nah im Fußball Erfolg und Existenzkampf beieinanderliegen. Bei Bayern München trainierte er an der Seite von Manuel Neuer und gehörte zum Kader des Champions-League-Siegers 2020. Mit dem AFC Sunderland feierte er den Aufstieg in die zweite englische Liga. Heute ist er Torwart und Kapitän von Eintracht Braunschweig.

In der Relegation gegen den 1. FC Saarbrücken 2025 sicherte er der Eintracht mit überragenden Paraden den Verbleib in der 2. Bundesliga. Auch beim erneuten Klassenerhalt in der vergangenen Saison hatte er mit seinen Leistungen einen entscheidenden Anteil. Sein Weg führte ihn aus Rostock über die Jugend von Hertha BSC und RB Leipzig nach München, später nach England, Braunschweig und Schalke – und schließlich zurück zur Eintracht.

Ron-Thorben Hoffmann ist Kapitän von Eintracht Braunschweig
Ron-Thorben Hoffmann ist Kapitän von Eintracht BraunschweigRon-Thorben Hoffmann ist Kapitän von Eintracht Braunschweig© IMAGO/STEINSIEK.CH

Im SPORT1-Podcast Leadertalk mit Gastgeber Mounir Zitouni spricht Hoffmann bemerkenswert reflektiert über diesen Weg und darüber, wie aus einem zurückhaltenden Beobachter ein Kapitän wurde, der Verantwortung für eine ganze Mannschaft übernimmt. Er erinnert sich an die Nervosität bei seinem ersten Bundesligaspiel auf der Bayern-Bank und beschreibt, was er von Manuel Neuers besonderer Aura, Thomas Müllers Kommunikation und Joshua Kimmichs kompromisslosem Ehrgeiz gelernt hat. Dabei wird deutlich, wie genau Hoffmann hinschaut – auf seine Vorbilder, seine Mitspieler und sich selbst.

Ex-Bayern-Torhüter Hoffmann gibt seltene Einblicke

Er erklärt, weshalb Präsenz durch Leistung wachsen muss, wie Selbstvertrauen entsteht und warum er andere besser machen möchte, ohne seine eigene Aufgabe aus dem Blick zu verlieren. Offen erzählt Hoffmann von Fehlern, vom Umgang mit seinem Sportpsychologen und von Situationen, in denen sein Wunsch, der Mannschaft zu helfen, in Aktionismus umschlug. Es geht um klare Ansagen und die Bereitschaft, sich für den eigenen Ton zu entschuldigen, um die Zusammenarbeit mit Braunschweigs Trainer Lars Kornetka und um die Grenzen der Verantwortung eines Kapitäns. Auch der nicht wie erhofft verlaufene Schritt nach Schalke, das Vertrauen bei seiner Rückkehr nach Braunschweig und seine persönlichen Ambitionen sind Thema.

Ein außergewöhnlich offenes Gespräch mit einem aktiven Profi, der weit über den nächsten Spieltag hinausdenkt und mit bemerkenswerter Klarheit über Führung, Fehler und Verantwortung spricht. Wer verstehen will, wie man als Spieler zu einer Führungspersönlichkeit wächst, bekommt hier seltene Einblicke – direkt aus der Kabine und ohne die üblichen Fußballfloskeln.

DEINE MEINUNG

„Du bist nicht automatisch präsent, nur weil du präsent sein willst oder weil du sagst, du willst präsent sein.“ Für Ron-Thorben Hoffmann muss sich der Führungsanspruch auf dem Platz bewähren. Mitspieler müssen erleben, dass sie sich auf ihn verlassen können. Erst daraus wächst die Autorität, selbst mehr von ihnen einzufordern. „Das ist eine Entwicklung, die dauert, die aber auch mit Leistung einfach unterstrichen werden muss.“

Von Neuer lernen und den eigenen Weg finden

Was Präsenz bewirken kann, hat Hoffmann bei Bayern München täglich an Manuel Neuer erlebt. Dessen besondere Ausstrahlung beschreibt er mit einem weiteren Begriff: Aura. „Das ist das, was Manu über die Jahre hatte und immer noch hat, diese Aura eben.“ Der 27-Jährige verbindet damit die Sicherheit, die ein Torwart seiner Mannschaft vermittelt. Die Mitspieler spüren, dass hinter ihnen jemand steht, auf den sie sich verlassen können. „Du strahlst was aus, du strahlst eine Sicherheit aus, du bist der Fels in der Brandung hinten drin.“

Die gemeinsame Zeit mit Neuer ermöglicht Hoffmann, auf höchstem Niveau zu lernen. Wie bereitet sich ein solcher Torwart vor? Wie tritt er auf? Wie reagiert er auf unterschiedliche Situationen? Hoffmann beobachtet genau. Gleichzeitig ist ihm wichtig, aus diesen Erfahrungen etwas Eigenes zu entwickeln. „Das ist mir immer ganz wichtig gewesen, dass ich meine eigene Person, mein eigener Torwart werde und nicht irgendjemand versuche zu kopieren.“

An der Seite von Manuel Neuer (2. v. r.) gewann Ron-Thorben Hoffmann (l.) beim FC Bayern 2020 die Champions League
An der Seite von Manuel Neuer (2. v. r.) gewann Ron-Thorben Hoffmann (l.) beim FC Bayern 2020 die Champions LeagueAn der Seite von Manuel Neuer (2. v. r.) gewann Ron-Thorben Hoffmann (l.) beim FC Bayern 2020 die Champions League© IMAGO/Poolfoto UCL

Auch Selbstvertrauen entsteht für ihn aus dieser täglichen Arbeit. Training, Videoanalyse und die Zusammenarbeit mit einem Sportpsychologen helfen ihm, sich auf die Anforderungen seiner Position vorzubereiten. „Du musst zumindest erst mal das Gefühl haben, dass du jede Situation händeln kannst. Und dafür brauchst du ein Vertrauen in deine eigenen Fähigkeiten. Und das holst du dir über harte Arbeit.“

Bayern-Debüt? „Ich war froh, dass ich nicht eingewechselt wurde“

Wie weit der Weg zu dieser Sicherheit war, zeigt Hoffmanns Erinnerung an sein erstes Bundesligaspiel auf der Ersatzbank. Im Dezember 2017 sitzt er als 18-Jähriger beim Auswärtsspiel der Bayern in Frankfurt hinter Tom Starke.

Plötzlich könnte er tatsächlich für seinen Lieblingsverein in der Bundesliga spielen. „Aber das erste Mal dann auf der Bank zu sitzen, die Möglichkeit, oder zu wissen, dass die Möglichkeit besteht, dass du in so einem Spiel eingewechselt wirst, das war verrückt. Also, ich war unfassbar nervös damals.“

Das Stadion, die Lautstärke und die Nähe zum eigenen Traum beeindrucken ihn. Gleichzeitig weiß Hoffmann, wie unerfahren er noch ist. Seine Erinnerung daran fällt entsprechend ehrlich aus. „Ich war froh, dass ich nicht eingewechselt wurde.“

Was Hoffmann bei Bayern über Eigenverantwortung gelernt hat

In der Münchner Kabine erlebt Hoffmann Spieler, die über Jahre auf höchstem Niveau bestehen. Besonders beeindruckt ihn, wie konsequent sie ihren Alltag auf ihren Beruf ausrichten. „Da ist ein anderes Bewusstsein für den Job, für die Aufgabe, was es braucht, um Tag für Tag performen zu können. Also, du spielst da alle drei Tage. Das packst du nicht ohne Eigenverantwortung.“

Diese Verantwortung betrifft den eigenen Körper, die mentale Vorbereitung und das Team. Mit den Erfahrungen seiner späteren Stationen erkennt Hoffmann noch deutlicher, was er damals beobachten konnte. „So professionelle Spieler, Athleten wie bei Bayern, habe ich nie mehr erlebt seitdem.“

Für ihn erklärt diese Arbeitsweise auch, warum Spieler wie Neuer so lange an der Spitze bleiben. Ihr Anspruch gilt jedem Training und jeder Vorbereitung. Zugleich erlebt Hoffmann unterschiedliche Formen von Führung. Thomas Müller organisiert und coacht, hilft seinen Mitspielern und stärkt den Teamgeist. Joshua Kimmich fordert mit seiner Besessenheit vom Gewinnen höchste Genauigkeit ein. Neuer führt durch Leistung, Präsenz und sein Standing. „Jeder hatte seine Rolle und jeder hatte auch ein Bewusstsein für die Rolle.“

Gerade Kimmichs Anforderungen konnten für einen jungen Spieler unangenehm sein. Hoffmann erinnert sich daran, wie schwer es auch mal war, Kritik als etwas Positives zu sehen. „Heute bin ich da dankbar für, dass ich das erfahren durfte und dass ich auch nicht mit Samthandschuhen angepackt wurde.“

„Kimmich ist so ein Motivationsmonster“

Bei Bayern erlebt Hoffmann, wie Erfolg den eigenen Anspruch weiter antreiben kann. Siege geben Sicherheit und setzen zugleich neue Energie frei. „Erfolg gibt den Jungs noch mehr Power zu laufen und die sind besessen von diesem Erfolg, wenn ich da Joshua Kimmich zum Beispiel nennen darf.“

An Kimmich beeindruckt ihn besonders, wie dieser durch tägliche Arbeit und seinen unbedingten Willen auch andere fordert. „Der ist so ein Motivationsmonster. Der war nie der größte Spieler, der war nie irgendwie der schnellste, der war technisch nicht der beste, aber das ist einfach ein wirklich harter Arbeiter, der es verstanden hat, andere Jungs mitzunehmen. Er challenged aber auch, was manchmal sehr unangenehm sein kann, was ich auch am eigenen Leib erfahren habe. Aber das macht es dann halt aus und hält diese Leute, die seit zehn, 20 Jahren an der Spitze sind, weiter da oben, weil sie das einfach antreibt und weil sie das einfach besser werden lässt.“

Hoffmann kennt beide Seiten dieses Anspruchs: die unangenehmen Momente, in denen ein Mitspieler mehr einfordert, und die Entwicklung, die daraus entstehen kann. Erfolgserlebnisse helfen ihm wiederum, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten aufzubauen. „Wenn du keinen Erfolg hast, dann kann sich dieser Selbstwert auch nicht so bilden, wie wenn du öfter mal das erfährst, wie es ist, an einem Sieg zu schnuppern, wie es ist, ein Spiel festgehalten zu haben.“

Vom aufmerksamen Beobachter zum Kapitän

Seinen eigenen Weg zur Führungspersönlichkeit beschreibt Hoffmann als einen Prozess. Lange schaut er vor allem zu: Wie verhalten sich erfahrene Spieler? Wie führen sie sich selbst? Wie erreichen sie andere? „Ich glaube auch, die Persönlichkeit, die wächst ja immer weiter und entwickelt sich immer weiter. Das ist ja nie ein Stopp.“

Mit den Jahren verändert sich seine Rolle. Er sammelt Spielpraxis, wird verlässlicher und erlebt, dass andere sich an ihm orientieren. „Und diese Führungsposition, dieser Führungsanspruch in mir ist dann aber auch erst gereift, als die Leistung dann kam, als auch dann die Leute sich auf mich verlassen haben.“

Bei Eintracht Braunschweig geht Ron-Thorben Hoffmann als Kapitän voran
Bei Eintracht Braunschweig geht Ron-Thorben Hoffmann als Kapitän voranBei Eintracht Braunschweig geht Ron-Thorben Hoffmann als Kapitän voran© IMAGO/Noah Wedel

Heute beschäftigt ihn stärker, was die gesamte Mannschaft braucht. „Und jetzt spüre ich natürlich schon eine Gesamtverantwortung für den Verein, für meine Jungs.“ Diese Verantwortung übernimmt er gern. Gleichzeitig muss er lernen, dabei seine eigene Leistung im Blick zu behalten. „Und ich bin total gerne Kapitän und versuche auch eben gerne, die Jungs dann besser zu machen, mich selbst aber dabei nicht zu verlieren.“

Hoffmann: Kritik muss die Mitspieler erreichen

Hoffmann versteht Führung auch als die Bereitschaft, Dinge klar anzusprechen. Eine Mannschaft verfolgt ein gemeinsames Ziel. Dazu gehört für ihn, Kritik auszuhalten und aus ihr zu lernen. „Und um dieses Ziel zu verfolgen, muss ich auch harte Kritik an der Sache abkönnen.“

Seine Erfahrungen bei Bayern prägen diesen Anspruch. Gleichzeitig merkt er, dass jüngere Mitspieler Rückmeldungen teilweise anders aufnehmen. Wie er sie erreicht, ohne sie persönlich zu verletzen, ist deshalb auch für ihn eine fortlaufende Lernaufgabe. „Wir wollen einfach zusammen besser werden und diese Entwicklung muss in den Vordergrund.“

Auf dem Platz wird die Kommunikation durch Emotionen, Adrenalin und die Atmosphäre im Stadion zusätzlich beeinflusst. Hoffmann kann dort laut werden, fordern und aufrütteln. Er weiß aber auch, dass er dabei gelegentlich zu weit geht. Wenn er den Eindruck hat, ein Mitspieler habe eine Ansprache anders aufgenommen als beabsichtigt, sucht er in der Halbzeit oder nach dem Spiel das Gespräch. Und wenn sein eigener Ton unangemessen war, spricht er das an. „So darf ich dich nicht ansprechen oder so darf ich dich auch nicht packen.“

Für ihn gehört zur Führungsrolle, die eigene Wirkung zu hinterfragen und Fehler einzugestehen. „Und wenn es dann anders gesehen wird, bin ich der Erste, der dann auch die Hand hebt oder seinen Fehler auch eingesteht oder seine Art der Kommunikation auch Revue passieren lässt und reflektiert.“

Nach Fehlern bei der nächsten Aufgabe bleiben

Seine Absicht beschreibt er eindeutig: „Ich will ja helfen. Ich will nicht schaden, ich will keinem persönlich wehtun.“

„Jedes Gegentor fühlt sich irgendwie wie eine persönliche Beleidigung an.“ So beschreibt Hoffmann, wie ihn ein Gegentreffer trifft. Kommt ein eigener Fehler hinzu, muss er mit der Enttäuschung umgehen und gleichzeitig für die nächste Situation bereit sein. Dabei hilft ihm die Arbeit mit seinem Sportpsychologen.

Wie anspruchsvoll das sein kann, erlebt er vergangene Saison in Bielefeld. Nach wenigen Sekunden kassiert er ein Gegentor, über das er selbst fassungslos ist. Fast das gesamte Spiel liegt noch vor ihm. Die Aufarbeitung muss warten. „Die Situation ist weg, ich beschäftige mich danach, inhaltlich, fachlich, analytisch mit dieser Situation, aber jetzt kann ich nur noch das beeinflussen, was vor mir liegt.“

Mit dem Trainer Verantwortung klären

Als Hoffmann nach Braunschweig kommt, unterschätzt er zunächst, wie viel eine Führungsrolle außerhalb des Platzes umfasst. Der Austausch mit dem Trainerteam gehört ebenso dazu wie Gespräche mit der sportlichen Leitung, der Presse und den Fans. Mit Trainer Lars Kornetka erlebt er eine Zusammenarbeit, die ihm entgegenkommt. Beide beschäftigen sich gern sachlich und analytisch mit der Mannschaft. „Wir sind beide sehr analytisch, wir sind beide eher an sachlichen Themen interessiert und nicht an emotionalen.“

Ron-Thorben Hoffmann und Trainer Lars Kornetka pflegen bei Eintracht Braunschweig einen engen Austausch
Ron-Thorben Hoffmann und Trainer Lars Kornetka pflegen bei Eintracht Braunschweig einen engen AustauschRon-Thorben Hoffmann und Trainer Lars Kornetka pflegen bei Eintracht Braunschweig einen engen Austausch© IMAGO/Jan Huebner

Gemeinsam schauen sie darauf, wohin sich das Team entwickeln kann und was es dafür braucht. Kornetka erwartet von seinem Kapitän auch, den Zusammenhalt zu stärken und der Mannschaft zu helfen, sich von äußeren Stimmen nicht auseinanderbringen zu lassen. Hoffmann übernimmt diese Verantwortung gern. Gleichzeitig spricht er offen an, wo seine Rolle Grenzen hat. „Ich bin auch nicht für alles verantwortlich.“

Ex-Bayern-Keeper erklärt Sunderland-Wechsel

Hoffmann verbindet seine heutige Haltung mit den Entscheidungen auf seinem bisherigen Weg. Früh von zu Hause wegzugehen, bei Bayern zu lernen, nach England zu wechseln und später in Braunschweig Verantwortung zu übernehmen: Jede Station hat ihn verändert.

Den Wechsel nach Sunderland beschreibt er als bewussten Schritt aus einem vertrauten Umfeld. Bayern war sein Lieblingsverein und seine sportliche Heimat. Für seine Entwicklung musste er dennoch einen eigenen Weg finden. „Mir war aber damals schon immer bewusst, dass ich meinen eigenen Weg gehen möchte.“

Auch der Wechsel zu Schalke gehört dazu. Hoffmann erhofft sich dort eine andere sportliche Entwicklung. Als diese ausbleibt, kehrt er nach Braunschweig zurück. Er erlebt Vertrauen und das Gefühl, wieder am richtigen Ort zu sein. „Und dieser Schritt dann zurück war für mich dann wie nach Hause kommen.“

Braunschweig „ist ein sehr emotionales Umfeld“

Seine Verbundenheit gilt auch einem Umfeld, in dem der Fußball weit über das Stadion hinaus Bedeutung hat. „Der Verein, also diese Stadt lebt den Verein. Es ist ein sehr emotionales Umfeld.“ Wie viel für die Menschen an der Eintracht hängt, ist Hoffmann bewusst. Der wiederkehrende Kampf um den Klassenerhalt bedeutet für ihn deshalb mehr als eine sportliche Herausforderung. „Dieses, ja, gegen den Abstieg zu spielen, das ist ja nicht leicht. Das ist durchaus mental schwierig, weil du ja immer weißt, du hast eine Gesamtverantwortung, auch für Arbeitsplätze, für eine Stadt.“

Gleichzeitig erkennt er, was ihm diese Jahre gegeben haben. „Und gerade in diesen Situationen, wo es um alles geht, brauchst du einfach eine Resilienz und die habe ich, die ist über Jahre auch gereift hier bei Braunschweig.“ Unter höchstem Druck auf die eigenen Fähigkeiten vertrauen zu können, ist für ihn zu einer Stärke geworden. Für diese Erfahrung ist er dankbar. Sein sportlicher Ehrgeiz bleibt dabei bestehen.

Unter höchstem Druck auf die eigenen Fähigkeiten vertrauen zu können, ist für ihn zu einer Stärke geworden. Für diese Erfahrung ist er dankbar. Sein sportlicher Ehrgeiz bleibt dabei bestehen. „Ich strebe einfach nach dem Höchstmöglichen und will das auch in dieser Saison noch weiter tun.“

Mit Neuer steht Hoffmann weiterhin im Austausch

Zu Manuel Neuer hält Hoffmann weiterhin Kontakt. Während einer Verletzung treffen sich die beiden in München. Neuer lädt ihn zu sich ein. Hoffmann schätzt daran besonders die Selbstverständlichkeit, mit der ihm sein früheres Vorbild begegnet. „Trotzdem begegnet er einem eben auf Augenhöhe und das ist nicht selbstverständlich, dafür bin ich sehr dankbar.“

Auch die Verbindung zu früheren Mitspielern und Torwartkollegen ist Hoffmann wichtig. Die besondere Gemeinschaft auf seiner Position beschreibt er mit einem Augenzwinkern: „Ich sage immer so ein bisschen aus Spaß, wir Torhüter sind gefühlt wie so eine kleine eigene Sekte, egal ob in einem anderen Verein oder in deinem eigenen Verein, das Torwart-Team ist ganz, ganz wichtig.“

Mounir Zitouni (56) war von 2005 bis 2018 Redakteur beim kicker und arbeitet seitdem als Businesscoach, betreut Führungskräfte in Bundesligaklubs und Unternehmen in punkto Leadership, Kommunikation und Teamentwicklung. Der ehemalige Profifußballer hat zudem die Autobiographie von Dieter Müller geschrieben und im Buch „Teams erfolgreich führen“ (Metropolitan-Verlag, 2024) die Erkenntnisse aus den Gesprächen im Podcast LEADERTALK zum Thema Leadership zusammengefasst.