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Lizarazu: Der unscheinbare Superstar

Lizarazu: Der unscheinbare Superstar

Bixente Lizarazu ist einer der erfolgreichsten Fußballer der Welt. Trotzdem hält er sich immer eher im Hintergrund. Der Fußball braucht mehr Typen wie ihn.
Bayern-Legende Bixente Lizarazu freut sich über die vielen Franzosen beim FC Bayern und schwärmt von Benjamin Pavard.
Lisa Obst
von Sophie Maaßen
04.07.2020 | 14:03 Uhr

Weltmeister, Europameister, Champions-League-Sieger, Deutscher Meister - der Traum vieler Fußballer.

Bixente Lizarazu, die baskische Legende des FC Bayern München, gehört zu den besten Fußballern der Geschichte. Und trotzdem ist er sein Leben lang eher im Hintergrund geblieben, ging nie zu weit in die Öffentlichkeit - während und nach seiner Karriere.

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"Liza ist der beste Linksverteidiger mit dem ich gespielt habe in meiner Karriere. Und Liza ist ist auch ein sympathischer Kerl. Ich hatte sehr schöne Jahre mit ihm beim FC Bayern", erinnerte sich Roy Makaay bei SPORT1. Der 44-Jährige spielte zwei Jahre mit Lizarazu zusammen beim Rekordmeister (2003/2004 und 2005/2006). 

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Geboren wurde Lizarazu 1969 im französischen Saint-Jean-de-Luz, dort begann seine Fußballkarriere mit acht Jahren bei Les Églantins Hendaye.

Seine Profikarriere begann direkt bei einem großen Namen. Anfang 1989 gab Lizarazu sein Debüt bei Girodins Bordeaux - eine der erfolgreichsten französischen Mannschaften zu dieser Zeit. Bis 1996 blieb er in Bordeaux. Von Frankreich ging es für den Basken dann nach Spanien zu Athletic Bilbao.

Bixente Lizarazu zieht es nach Deutschland

Aber bereits in der folgenden Saison zog es Lizarazu in den Süden Deutschlands - nach München.

Dort startete der Franzose seine persönliche Titelsammlung. Pokalsiege und Meisterschaften gehörten für Lizarazu zur Tagesordnung. Und trotzdem verabschiedete er sich 2004 aus München und kehrte in sein Heimatland zurück.

Aber es war nur ein kurzer Exkurs zu Olympique Marseille. Bereits am Anfang 2005 durften sich alle Bayern-Fans auf die Rückkehr des 1,69 Meter kleinen Franzosen freuen.

Um seinen Wechsel habe sich der Baske selbst gekümmert, erklärte er in einem Interview mit der Sportbild.

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München wird zu Lizarazus zweiter Heimat

Ein Anruf bei Uli Hoeneß genügte offensichtlich, um wieder nach München zurückkehren zu können.

"Ich sagte ihm (Uli Hoeneß, Anm. d. Red.), ich hätte drei Optionen: Mit Fußball aufhören, OM-Trainer Philippe Troussier in den Arsch treten oder zu Bayern zurückkommen.“

Klare Worte, denen er den zweiten Teil seines Erfolges in München zu verdanken hat.

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Der völlig unterschätzte Fußballprofi

Lizarazu, der damals einen geschätzten Marktwert von lediglich einer Millionen Euro hatte, ging ablösefrei zu den Bayern zurück. Bei seinem ersten Wechsel hatten die Münchener noch rund 4,5 Millionen für Lizarazu bezahlt.

"Dann war ich wahrscheinlich die beste Investition, die Bayern je getätigt hat. Uli Hoeneß hat ein super Geschäft gemacht", erklärte Lizarazu gegenüber der tz und lachte. 

Vor allem der erste Transfer kann als heimlicher Königstransfer bezeichnen werden.

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Lizarazu war ein besonderer Typ Fußballer

Aber Lizarazu ist mehr als nur ein erfolgreicher Fußballer. Er ist Wohltäter, Surfer und vor allem der Mann, der Lothar Matthäus geohrfeigt hat.

"Ich hatte genug davon, wie Lothar mit den Kollegen umging. Er war damals der große Star und sehr arrogant. Mich hat das genervt und irgendwann war das Fass übergelaufen."

Ein Typ Fußballer, den so mancher Fußball-Fan heutzutage mit Sicherheit vermisst.

Der Linksverteidiger war einer, an dessen Spielweise man sich zurückerinnert - obwohl er auf dem Platz nicht der Auffälligste war.

Aber er spielte gut - sehr gut. Seine verhältnismäßig zarten 1,69 Meter beinhalteten eine unfassbare Dynamik, Schnelligkeit und Kraft. Er war ein Paradebeispiel für einen linken Verteidiger - das hat er in seiner mehr als erfolgreichen Karriere oft unter Beweis gestellt.

"Jeden Abend ein Weißbier"

Im Mai 2006 beendete Lizarazu unter den Augen von tausenden Bayern-Fans seine Profikarriere. 273 Pflichtspieleinsätze standen am Ende für den Rekordmeister zu Buche.

"Ich habe mehr bekommen, als ich erhofft habe. Ich sehe das mit großer Freude und viel Stolz", fasste Lizarazu seine Karriere zusammen. Und schloss damit auch die Fußball-Ära Lizarazu ab.

Aber Bayern prägt bis heute das Leben von Lizarazu – nicht nur sportlich. Er ist nach seiner Karriere als Markenbotschafter für den Rekordmeister unterwegs. Probleme, sich mit den bayrischen Gepflogenheiten zu identifizieren? Fehlanzeige. "Es ist wirklich so: Jeden Abend trinke ich ein Weißbier und denke an Deutschland. Und an Bayern", gab er im Sportbild-Interview zu, "Ich trinke überhaupt kein anderes Bier. Unmöglich!"